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Die Damen von TroyesDie Damen von Troyes

Troyes ist ein großes, erfolgreiches Strategiespiel. Es beinhaltet einen sehr ungewöhnlichen, äußerst originellen und reizvollen Würfelmechanismus sowie über viele Karten mit diversen Funktionen eine große Vielfältigkeit. Mit der daraus resultierenden Komplexität richtet sich das Spiel ausschließlich an Vielspieler, die sich einem hohen strategischen Anspruch stellen. Für dieses Spiel gibt es jetzt eine umfangreiche Erweiterung, die aus fünf Modulen besteht. Ich nehme es vorweg: Die Erweiterung ist perfekt! Sie ist genau das, was ich mir als Liebhaber von Troyes gewünscht hätte. Schauen wir uns die Module der Reihenfolge nach an: Drei davon sind Kleinigkeiten, die das Spiel nicht großartig verändern, aber ihren Reiz haben. Eines der beiden großen Module erhöht die Vielfalt noch einmal enorm. Das fünfte und letzte Modul bringt dann eine neue strategische Komponente ins Spiel. Bei meiner Vorstellung beginne ich mit den "kleinen" Modulen, und da sage ich "Ladies first".

Isabeau de Bavière Jeanne de ChampagneDie Damen von Troyes, die der Erweiterung ihren Namen gegeben haben, sind drei Frauen, die den Spielern neue Ziele bescheren. Jede der Damen weist den Weg zu einem Stand: Adel, Klerus oder Volk. Sie wünscht sich dort besonders viele Gefolgsleute, sowohl in dem entsprechenden Gebäude als auch als Fachmann auf den ausliegenden Karten. Die Plätze sind begrenzt und in den Gebäuden auch vakant. Damit schüren die Damen die Konkurrenz, hetzen die Spieler durchaus aufeinander und bringen so Interaktion ins Spiel. Solche kleine Konkurrenzkämpfe werden auch durch andere Module ins Spiel gebracht.
Ereignis: Wölfe Ereignis: Mönch Das zweite Modul besteht aus sechs neuen Ereignissen. Sie fügen sich nahtlos in die bestehenden Ereignisse ein. Waren die Ereignisse im Grundspiel kämpferisch oder störend, sind die Effekte hier subtiler. Als Beispiel sei der Mönch angeführt, über den ein neutraler Gefolgsmann als Fachmann auf eine Aktionskarte kommt. Dieser blockiert dann die Siegpunkte und genehmigt sich dabei auch noch den höchsten Wert einer Farbe, der verfügbar ist. Andere Karten stellen zum Beispiel direkte Angriffe gegen die Gefolgsleute dar. Aus Gleichgewichtsgründe gibt es aber eine Karte, die auch einen schwarzen Würfel ins Spiel bringt: Lasst die Wölfe heulen!

Violette Würfel sind Oberhäupter Das letzte kleine Modul besteht bezüglich des Materials aus nur vier Würfeln, die im bisher nicht im Spiel befindlichen Violett gehalten sind. Jeder Spieler bekommt so einen Würfel, der das Oberhaupt seine Clans darstellt. Dieser Würfel wird normal gewürfelt und in den eigenen Stadtteil gelegt. Dort wartet er auf die Verwendung durch den Spieler, denn abgekauft werden kann er nicht. Das ist auch richtig so, denn er ist besonders wertvoll: Seine Farbe symbolisiert eine Joker-Funktion und er kann bei jeder beliebigen Farbe eingesetzt werden. Der Würfel ermöglicht den Spielern eine bessere Planung, weil dieser Würfel auch im nächsten eigenen Zug noch vorhanden ist.

Aktionskarte: Hölzfäller Aktionskarte: Prinzessin Die bisher beschriebenen Module sind für mich schöne Zugaben zum Spiel. Die beiden folgenden Module bilden für mich den Kaufanreiz der Erweiterung. Im Grundspiel gab es 27 Aktionskarten, von denen pro Spiel neun zum Einsatz kamen. Schon dies ermöglichte eine hohe Vielfalt und kein Spiel glich dem anderen. Die Erweiterung beinhaltet nun weitere 27 Aktionskarten, die nicht nur neue Funktionen bringen, sondern auch neue Abläufe. So gibt es jetzt Aktionskarten, bei deren Aktivierung Klötzchen auf die Karte gelegt werden oder aber heruntergenommen werden. Auch gibt es jetzt Karten bei denen die darauf liegenden Klötzchen am Ende des Spiels Siegpunkte bringen (können). Gleichzeitig gibt es jetzt auch Aktionskarten, die, genau wie die Damen von Troyes, die Konkurrenz schüren. Nehmen wir hier als Beispiel die Prinzessin: Sie gewährt dem Spieler, der die meisten Klötzchen auf die Karte legt, ihre Gunst und damit Siegpunkte. Alle anderen gehen leer aus. Mit diesen neuen Aktionskarten wird eine ohnehin schon große Vielfalt noch weiter ausgebaut. Die neuen Konzepte sorgen dafür, dass die Karten keine Derivate sind und als Wiederholungen empfunden werden, sondern sorgen für Abwechslung.
Außenaktivität am Stadttor Nord: Kirchenbau und Gefahrenabwehr Damit komme ich zu dem Modul, welches ein völlig neues Konzept einführt. Haben Sie auf dem Spielplan die Stadtmauer um Troyes entdeckt? Sie ist farblich dunkel gehalten und fällt dadurch nicht so sehr auf. Das wird sich jetzt ändern, denn jeder Spieler bekommt eine Wache für die Stadtmauer. Diese stellt er auf das Nordtor. Von nun an gibt es eine weitere Möglichkeit für die Verwendung eines Würfels: Die Wache bewegt sich im Uhrzeigersinn entlang der Mauer. An jedem der vier Tore findet eine Außenaktivität statt. Es gibt für jedes Stadttor vier Aktivitäten mit unterschiedlichen Auswirkungen. Eine davon wird pro Stadttor zufällig bestimmt und ist somit den Spielern von Anbeginn an bekannt. Sie können aber noch nicht genutzt werden. Sobald die eigene Wache auf der Mauer ein Tor erreicht oder daran vorbeischreitet, kann der Spieler die Außenaktivität nutzen. Dazu muss er Klötzchen auf die Aktivität legen, was mit derselben Aktion geschieht, mit der er die Wache bewegt. Nun hängt es von der Aktion ab, wann und wie sie benutzt werden kann. Die Außenaktivität am ersten Tor bringt entweder Geld oder Prestige. Am zweiten Tor befinden sich Aktivitäten mit Spezialeffekten, die es so noch nicht gab. Nun stelle ich die Aktivtäten am dritten Tor vor: Wer dort ein Klötzchen hat, darf einen Würfel aus dem Vorrat nehmen, ihn würfeln und in seinen Stadtteil legen. Die Farbe des Würfels hängt von der Außenaktivität ab, denn es gibt für jede Würfelfarbe eine. Ach ja, den violetten Würfel zu bekommen ist wertvoller und kostet zusätzlich zwei Denar. Lassen wir unsere Wache den Rundgang beenden. Die vierte Außenaktivität bringt auf sehr unterschiedliche Weise Siegpunkte. Dabei wird durchaus erneut ein Konkurrenzkampf geschürt.

Marie de Champagne Aktionskarte: HeiratFür erfahrene Troyes-Spieler sind die Außenaktivtäten eine sehr schöne strategische Möglichkeit, die Würfel zu nutzen. Hier wird etwas völlig Neues eingeführt. Das steigert noch einmal die Komplexität. Damit komme ich zum einzigen Problem der Erweiterung: Möchte man sie voll nutzen, bedarf es Mitspieler, die bezüglich Troyes einige Erfahrung aufweisen. Ein Spieler, der Troyes nicht sicher beherrscht, ist mit der Erweiterung überfordert. Während sonst bei uns für eine Rezension mindestens fünf Spiele erforderlich sind, habe ich sie aus genau diesem Grund nicht gespielt. Es ist schön, wenn das größte Problem bei einer Erweiterung fehlende Mitspieler sind, denn das zeugt von der hohen Qualität, die hier vorliegt. Würde ich nicht, auch aufgrund der Pöppelkiste, eine große Anzahl von neuen Spielen spielen, ich würde versuchen, mehr Mitspieler für Troyes zu gewinnen, um deutlich tiefer in die Erweiterung einsteigen zu können. (wd)

Steckbrief
Die Damen von Troyes

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Sébastian Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban Pearl Games 2 - 4 Spieler ab 14 Jahre ca. 90 Minuten Alexandre Roche