Pöppelkiste - Rezension
Meine erste Partie spielte ich auf einem Event. Das Spiel war bereits aufgebaut, das heißt, vor mir lag ein leeres Spielfeld, das die Stadt London simulierte. Es wirkte sehr nüchtern. Daran änderten auch die danebenstehenden Häuser und Wolkenkratzer nichts.
Jeder Spieler besitzt acht Gebäude, die sich in der Höhe unterscheiden. Je höher ein Gebäude ist, desto kleiner fällt die Grundfläche aus. Für jedes Gebäude gibt es eine Karte, auf der es abgebildet ist. Von diesen acht Karten nehmen wir drei auf die Hand. Dazu gibt es zwei Schlusswertungen und vier temporäre Aufgaben, für die gilt, dass sie nur ein Spieler erfüllen kann. Außerdem wird eine Bauregel für die aktuelle Runde aufgedeckt: Entweder muss ich in bestimmte Viertel bauen (nur in die beiden violetten) oder habe ein Verbot zu beachten (nicht an einem Stadtpark).
Zunächst legen wir die Baureihenfolge fest: Dazu wählen wir eine unserer Karten auf der Hand aus und legen sie an einen der Slots der Spielreihenfolge. Je früher ich mein Gebäude platzieren möchte, desto mehr muss ich bezahlen. Da Geld gleichbedeutend mit Punkten ist, bezahle ich mit Siegpunkten.
Sobald alle Spieler ihren Platz bestimmt haben, setzen die Spieler ihr Gebäude in die Stadt. Für jedes angrenzende Gebäude gibt es einen Taler. Ist kein Nachbar höher oder gleich hoch, gibt es noch einmal drei Taler. Außerdem kann ich eine temporäre Aufgabe erledigen, wenn ich die Bedingung erfülle.
Nachdem alle Spieler ihre Gebäude gesetzt haben, füllt jeder seine Kartenhand wieder auf. Auch die genommenen temporären Aufgaben werden ersetzt. Die nächste Runde wird in der Reihenfolge der Gebäudehöhe gespielt. Der Spieler mit dem niedrigsten Gebäude beginnt.
Nach acht Runden sind sämtliche Gebäude platziert. Jeder Spieler errechnet sein Ergebnis aus seinem Geld, den Punkten aus den temporären Aufgaben und den Punkten aus den beiden Schlusswertungen.
Das optische Bild, das bei mir anfangs so nüchtern wirkte, ändert sich im Spiel. Je mehr Gebäude platziert sind, desto mehr entwickelt sich eine Stadt. Gegen Ende des Spiels ist Aufstehen eine zusätzliche Aktion, denn damit verschafft man sich einen Überblick.
Das Spiel lebt von kleinen Entscheidungen. Wann will ich mein Gebäude setzen? Wie viel ist es mir wert? Kann ich eine temporäre Aufgabe erledigen? Stehen meine Gebäude gut für die Schlusswertung? Diese Fragen bestimmen die Taktik.
Bei nur acht Runden ist das Spiel schnell gespielt und dauert etwas mehr als eine halbe Stunde. Für diese Spiellänge bietet es genügend taktische Möglichkeiten. Natürlich spielt bei den Verbots- und Gebotskarten auch das Glück eine Rolle. Wenn ich mehrere Züge nicht in mein Traumviertel setzen darf, ist das schon mal ärgerlich.
Für das, was das Spiel bietet, hat es genau die richtige Länge. Durch die Vergabe der Reihenfolge und der gemeinsamen Errichtung der Stadt gibt es viel Interaktion. Der flexible Aufbau - Viertel, Parks und Flüsse können immer wieder anders ausgelegt werden - erzeugt viel Abwechslung. Allein die Regel enthält sechs Vorschläge für internationale Städte. Trotz der Abstraktion ist der Wiedererkennungswert hoch. Die schöne dreidimensionale Ansicht der Stadt rundet das positive Gesamtbild ab.
Bella Vista ist ein kurzes, taktisches Bauspiel, das ist gern empfehle. (wd)
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Steckbrief Bella Vista |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Bruno Cathala, Andrea Mainini | Studio H | 2 - 4 Spieler | ab 8 Jahre | ca. 35 Minuten | Weirdloop, Cycrille Bertin |