CircadiaCircadia

Manche Kartenspiele sind, obwohl es schon so viele gibt, originell. Ein solches Spiel ist Circadia, das in seinem Kern abstrakt ist.

Wir haben zwei Arten von Karten. Zum einen gibt es Karten, die wir auslegen. Es gibt drei Farben (grün, blau, braun) und Werte von 1 bis 5. Dabei sind die niedrigen Zahlen deutlich häufiger als die hohen. Zum anderen gibt es Zielkarten. Sie zeigen eine Farbe und eine Anzahl an Karten, die ich für die Zielkarte eintauschen muss, sowie die Siegpunkte, die ich dafür erhalte.
Ich starte das Spiel mit fünf Karten. In meinem Zug darf ich beliebig viele Karten auslegen. Sie müssen alle dieselbe Zahl ausweisen. Die Farbe darf dabei unterschiedlich sein. Ich darf bis zu drei Reihen auslegen. Die erste Karte einer Reihe ist frei wählbar. Alle folgenden Karten müssen dieselbe Farbe besitzen und die Zahl muss mindestens gleich hoch sein wie die Zahl der zuletzt gelegten Karte.

Nachdem ich meine Karten ausgelegt habe, kann ich Reihen gegen Zielkarten tauschen. In jeder Farbe sind drei Zielkarten ausgelegt. Sie zeigen eine Farbe, die die Karten in meiner Reihe besitzen müssen. Sie zeigen außerdem ein Zahl, die ich mit der Anzahl der Karten in meiner Reihe erreichen muss. Zuletzt gibt es Tag- und Nachtkarten. Ich muss immer abwechselnd eine Tag- und eine Nachtkarte holen. Für Tag und Nacht gibt es eine Zusatzmöglichkeit: Ich kann die oberste Karte von einem der drei Nachziehstapels erwerben. Dafür benötige ich fünf Karten, bekomme nur einen Punkt, aber dafür zeigt sie beide Tageszeiten, sodass sie immer passt.
Zuletzt nehme ich Karten aus der Auslage auf die Hand. Die Auslage besteht aus fünf Karten. Die Zahl meiner ausgespielten Karten gibt an, wie viele Karten ich nehmen muss.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler mindestens 15 Punkte besitzt. Jeder andere Spieler führt noch einen Spielzug aus. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Das Spiel bietet viele originelle Mechanismen: Kartenanzahl in den Reihen als Tauschvorgabe, Ausspielen von mehreren Karten mit gleicher Zahl und das Nachziehen anhand der ausgespielten Zahl. Dabei greifen die einzelnen Teile des Spiele sehr gut ineinander.
Die einzelnen Zügen sind schnell gespielt. Sie wechseln sich dazu oft in ihrer Art ab: Spiele ich viele Karten mit niedrigen Zahlen, wird die Kartenhand geleert. Bei einer großen Zahl kann ich meist nur wenige Karten auslegen, bekomme aber viele Karten zurück.

Dazu ist das Spiel gut planbar, weil ich sehe, was meine Mitspieler machen und welche Karten ich gut spielen kann. Außerdem ist es interaktiv, denn bei den Zielkarten stehen wir in Konkurrenz zu unseren Mitspielern.
Das Spiel gefällt mir wegen seiner Originalität, seines Spielablauf und der angemessenen Spieldauer gut. Selbst zu fünft war die Downtime gut erträglich. Mein einziger Kritikpunkt betrifft die Wahl der Farben: Drei dunkle Farben erfordern gutes Licht am Spieltisch. Ein Rot statt des Blaus wäre hier in meinen Augen eine klare Verbesserung.

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Die eine Schwäche kann ich gut kompensieren und erhalte dadurch viel Spielspaß. Wer ein originelles Kartenspiel sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen. (wd)

Steckbrief
Circadia
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Hisashi Hayashi Elznir Games 2 - 5 Spieler ab 10 Jahre ca. 25 Minuten Maria Nechaeva