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SplendorSplendor

Für manchen mag der Titel abstrakt klingen. Er lässt sich jedoch einfach übersetzen, denn Splendor ist das englische bzw. lateinische Wort für Glanz. Der Titel trifft genau, geht es in diesem Spiel um Edelsteine.

teure Karte mit schwarzem und billige KArte mit weißem BonusDas Spielprinzip ist ganz einfach. Ich kann mir Edelsteine nehmen und damit später Karten kaufen. Jede Karte bringt "Rabatt" in einer Edelsteinsorte, der hier Bonus genannt wird, und zwischen null und fünf Siegpunkte. Bestimmte Kombinationen von Boni locken Adlige an, die immer drei Siegunkte bringen. Das Spiel endet mit der Runde, in der ein Spieler mindestens 15 Siegpunkte besitzt.

Vertiefen wir das Spielprinzip noch ein kleines bisschen, indem wir uns ein paar Details anschauen. Es gibt fünf Edelsteinsorten und Gold, das beim Kauf einer Karte einen beliebigen Edelstein ersetzen kann. Je nach Spielerzahl gibt es von jeder Edelsteinsorte vier, fünf oder sieben Stück, von Gold gibt es immer fünf. Die Karten sind in drei Gruppen unterteilt. Die billigen Karten bringen maximal einen Siegpunkt, die Karten der mittleren Preislage derer ein bis drei und die teuren Karten drei bis fünf Siegpunkte. Je teurer die Karten, desto schwerer lassen sie sich ohne Boni und Joker kaufen. Während des Spiels liegen von jeder Gruppe immer vier Karten offen aus.

In einem Spielzug gibt es nun vier Handlungsmöglichkeiten:

mittelteure Karte mit grünem bzw. blauem Bonus und blauer ChipSplendor ist ein Spiel der Extreme: Es hat bei minimalen Regeln und optimalem Material einen hohen Aufforderungscharakter, viel Spielspaß und Spannung sowie einen starken Widerspielreiz.
Ich betrachte zunächst das Material, denn es ist für den hohen Aufforderungscharakter verantwortlich. Die Edelsteine sind beidseitig auf Pokerchips geklebt. Die Ränder der Pokerchips bilden mit den Aufklebern eine durchgängige Fläche. Solche Chips als Zahlungsmittel zu nehmen, bringt den Spielern ein positives haptisches Gefühl. Vor dem Spieler gestapelt geben sie ein Gefühl von Casino und Reichtum und sorgen für gute Übersichtlichkeit während des Spiels.
Die Karten sind aus stabilem Material und haben eine, dem Spieltitel angemessene glänzende Oberfläche. Die Vorderseiten sind klar strukturiert: Die Kosten, die Siegpunkte und der Bonus sind auf einem Blick zu erfassen. Die Rückseiten weisen einen weißen Rand auf, der auch nach vielen Spielen keine Kratzspuren aufweist.
Die Adligen sind auf stabilem Karton gedruckt und haben bezüglich der geforderten Boni und den Siegpunkten eine ebenso übersichtliche Struktur wie die Karten. Sowohl die Karten als auch die Adligen sind dazu sehr schön und vielseitig illustriert. Ein passendes Tiefziehteil für die Aufbewahrung des Spielmaterials rundet den perfekten Eindruck von der Ausstattung ab.

Gutes Material ist kein Garant für ein gutes Spiel, doch hier stehen Qualität des Materials und des Spiels im Gleichklang. Die Regeln sind sehr einfach und ermöglichen einen schnellen Einstieg auch für Gelegenheitsspieler. So einfach diese Regeln sind, lassen sie einen großen Spielraum für eigene Entscheidungen: Welche Edelsteine nehme ich? Reserviere ich mir eine Karte? Oder kaufe ich eine Karte direkt? Später im Spiel verlocken billige Karten dazu, sie zu kaufen, erst recht wenn man sie umsonst nehmen darf. Doch bringen sie mich weiter? Sollte ich jetzt auf die Karten mit hohen Siegpunkten sparen oder versuche ich die Boni für einen Adligen zusammen zu bekommen?
Weil die Edelsteine und das Gold offen vor den Spieler liegen und die zu kaufenden Karten allen bekannt sind, ist eine gute Planung möglich. Vielfach ist diese Planung kurzfristiger Natur, doch ist gerade für Karten mit vielen Siegpunkten auch eine langfristige Planung notwendig. Dabei geht sie einfach von der Hand. So gibt es keine langen Denkpausen und das Spiel bleibt kurzweilig.

zwei AdligeIn meinen Spielen stellte ich zwei weiter Vorzüge an Splendor fest. Zum einen führen trotz der einfachen Regeln diverse Strategien zum Sieg. So waren drei Adlige ebenso die Grundlage für einen Sieg wie der gezielte Kauf von wertvollen Karten. Die gesammelten Boni gehen meist in die Breite, d. h. es werden oft zwei bis vier Boni in vier Edelsteinsorten gesammelt. Doch auch monotonere Sammlungen waren schon erfolgreich. Somit lassen sich bei Splendor verschiedene taktische Wege beschreiten.
Zum anderen waren die Ergebnisse meisten recht knapp. Oft gab es mehrere Spieler, die die Grenze von 15 Siegpunkten überschritten. Wenn noch einige Punkte fehlten, so konnten sie meist in den nächsten ein oder zwei Runden erworben werden. Abgeschlagen waren höchstens Spieler, die extrem experimentierten. So reservierte sich ein Spieler häufig Karten. Dies bedeutete aber, dass er in den Spielzüge nur ein Gold bekam statt bis zu drei Edelsteinen. Es fehlten ihm dadurch insgesamt Edelsteine. Dies zeigt auch, dass der Erfolg bei Splendor von der Planung abhängt. Der Zufallsfaktor beim Auffüllen der Karten nach einer Reservierung oder einem Kauf ist nicht spielentscheidend. Er ist aber wichtig, denn er sorgt für abwechslungsreiche Spielverläufe.

Splendor besticht durch einfache Regeln und spannende Spielverläufe. Für mich glänzt es auf dem Spieltisch, und in meiner Spielesammlung ist es schon jetzt ein Kleinod. (wd)

Splendor im Vergleich zu anderen Spielen.

Steckbrief
Splendor

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Marc André Space Cowboys 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre ca. 30 Minuten Pascal Quidault