Pöppelkiste - RezensionSo tot wie uns der Tiel glauben machen will, sind die Dinos nicht. Sie starten mit drei Lebenspunkten. Der Titel deutet dann eher auf das Spielziel hin: Überleben – eben nicht der Dino zu sein, der am Ende des Spiels keinen Lebenspunkt mehr hat, denn der verliert, während alle anderen gewinnen. Jeder Spieler bekommt zum Start zwei Dinos und wählt einen aus. Jeder Dino hat eine Eigenschaft, die ihn einmalig macht.
Der grundsätzliche Spielablauf ist sehr einfach. Zu Beginn einer Runde bekomme ich verdeckt eine Katastrophe zugeteilt, die eine Zahl von 1 bis 11 trägt. Habe ich am Ende der Runde die niedrigste Zahl, verliert mein Dino einen Lebenspunkt.
Damit es kein Glücksspiel ist, kann ich meine Katastrophe tauschen, muss aber nicht. Tausche ich ihn, muss ich mich entscheiden, ob ich eine Karte aus dem Fluss (so heißen die offen ausliegenden Karten) nehme oder mit dem nachfolgenden Spieler meine Karte tausche. Der letzte Spieler kann nicht mit dem ersten tauschen. Stattdessen darf er die oberste Karte des Nachziehstapels nehmen und seine ablegen.
Am Ende der Runde legen alle Spieler ihre Katastrophe offen aus. Jetzt kommen die Eigenschaften zum Tragen. So kann der Dino mit der niedrigsten Zahl geschützt sein oder der mit der höchsten Zahl verliert auch einen Lebenspunkt.
Das Spiel endet, wenn der erste Dino verstorben ist. Alle anderen haben überlegt und gewonnen.
Als ich zum ersten Mal mit den Dinos in Berührung kam, wurde mir gesagt, dass es spielerisch ein Nachfolger von Love Letter sei. Es gibt Gemeinsamkeiten, die auffälligste ist die, dass es sehr kurze Spielzüge mit einer kleinen Entscheidung sind. Auch die Spieldauer und die Durchführung von Runden sind ähnlich wie bei Love Letter.
Die Dinos sind allein schon anders, weil ein Verlierer bestimmt wird. Solche Spiele erfreuen sich nicht allzu großer Beliebtheit und auch hier erhöht es die Akzeptanzhürde. Ablauf und Auswertung sind einfach. Dennoch braucht es ein Spiel, bis der Ablauf verinnerlicht wird.
Die Spannung in dem Spiel ist sehr unterschiedlich. Manchmal habe ich eine sichere Karte wie die 7, manchmal muss ich hoffen, dass andere Katastrophen mich retten.
Ich mag die schnellen Züge, die Spannung oder auch die Sicherheit, die eine Karte zwischen 6 und 8 mit sich bringt. Ich kann damit leben, dass ein Spieler verliert, während die anderen gewinnen. Insgesamt stehe ich dem Spiel deutlich positiver Gegenüber als meine Mitspieler. Wer meinen Geschmack teilt, findet sicherlich die Dinos auch gut, ansonsten empfehle ich, erst einmal ein oder zwei Partien mitzuspielen. (wd)
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Steckbrief Very Dead Dinos |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Marc Larivière | Pegasus | 3 - 6 Spieler | ab 8 Jahre | 15 - 25 Minuten | Marc Larivière |