Pöppelkiste - RezensionDer erste Eindruck von dem Spiel entstand durch die Optik: Die Karten sind in der Größe, Benennung und Bebilderung an Tarot-Karten angelehnt. Dazu sind die Grafiken mit Goldfolie verziert.
Das Spiel selbst hat sehr einfache Regeln. Wir spielen in Teams, meist zu zweit, nur zu fünft gibt es ein Dreier-Team. Zunächst werden die Teams gebildet. Jeder bekommt eine der sechs höchsten Karten. Die Spieler mit der höchsten und niedrigsten Karte spielen zusammen. Ziel ist es, seine Karten loszuwerden, bis man nur noch eine Karte besitzt.
Der Ablauf ist denkbar einfach. Wer zuletzt die höchste Karte gespielt hat, beginnt und legt eine Karte aus. Die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Wer die höchste Karte gespielt hat, legt sie ab und beginnt mit neuem Ausspiel.
Das wäre kein Spiel, aber...
Jede Karte hat eine kleine Funktion, die entweder beim Ausspielen, z. B. Tausche eine Karte mit einem anderen Spieler“ oder am Ende einer Auslage, z. B. „Lege die grüne Karte mit dem höchsten Wert ab“ ausgeführt wird.
Hat ein Spieler nur noch eine Karte, gewinnt sein Team. Bei mehreren Spielern entscheidet der Wert dieser einen Karte. Das Team, das zuerst zwei Durchgänge gewinnt, ist Sieger.
Das Spiel besticht durch Spannung und Vielseitigkeit. Ich möchte meine Karte ablegen oder helfen, dass mein Teamkollege seine Karte ablegen kann. Gleichzeitig möchte ich das bei den anderen Teams verhindern. Fünf Karten und die beiden Wünsche sind genug Herausforderung und die Lösung ist trotz weniger Karten nicht eindeutig.
Ich spiele meine Karte und hoffe, dass es für mein Team gut läuft. Dabei ist es günstig, wenn der letzte Spieler aus meinem Team stammt. Allerdings ist dies auch keine Garantie, dass die Auslage vorteilhaft für unser Teams ist.
Weil die Funktion der Karten sehr wichtig ist und bei den meisten Karten einmalig, fordert die Regel ein Vorlesen der Funktion. Dies ist in den ersten Spielen absolut notwendig. In diesen Spielen gibt es zusätzlich die Überraschung, welche Funktionen es gibt. Später, wenn die Karten bekannt sind, wandelt sich die Überraschung in den Wunsch, eine bestimmte Karte möge gespielt werden oder eben auch nicht.
Die Funktionen der Karten ergeben ein wunderschönes Zusammenspiel. Sie sind nicht gleichwertig, aber fast jede Karte hat ihre Stärke. Weil es die oben beschriebene Tauschfunktion mehrfach gibt, ist es häufig ein Weg, unliebsame Karten loszuwerden. Ich spreche bei diesen Karten gern von einer Komposition, weil das Spiel durchdacht ist und dies im Spiel klar zu merken ist.
Kurz ein Wort zum Spiel mit fünf Spielern: Das Zweier-Team bekommt nur vier Karten, das Dreier-Team wie gewohnt fünf. In unseren Runden haben beide Teams Durchgänge gewonnen. Das Spiel ist zu fünft asymmetrisch, aber ausgewogen.
Natürlich trägt auch die Optik zum Wohlfühlen während des Spielens bei. Die Karten sind wunderschön anzuschauen. Das gilt selbst nach den vielen Partien, die ich schon gespielt habe.
Mit Vision liegt ein Kleinod vor, das ich sehr gern spiele. Es bedarf zu Beginn einer Gewöhnung, weil es trotz eines einfachen, gewohnten Ablaufs sehr originell ist. Ich kann dieses Spiel sehr empfehlen, wenn regelmäßig vier bis sechs Kartenspielfreunde zusammenkommen. (wd)
| Betrachtung einer Karte
Betrachten wir einmal eine Karte genauer. Die rechts abgebildete Karte ist blau. Die blauen Karten sind die höchsten bei Vision. Dies ist auch auf der Übersichtskarte, die jeder Spieler Jeder zu Beginn des Spiels erhält, vermerkt. Wie sehen die Überischtskarte links. Neben dem blauen Hintergrund hat die Karte eine Zahl: Hier ist es die 34, die sehr hoch ist, weil die Zahlen nur bis 35 gehen. Unten ist ein Zeichen und der Text für die Funktion. Der Blitz zeigt uns an, dass die Funktion beim Ausspielen einer Karte ausgeführt wird. Der Text besagt, dass wir eine Karte mit einem Mitspieler tauschen müssen. |
|
Steckbrief Vision |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Maxime Rambourg | Ravensburger | 4 - 6 Spieler | ab 10 Jahre | ca. 30 Minuten | Ben Renaut |