Pöppelkiste - RezensionGanz selten treffe ich auf ein Spiel, das ich spiele und sofort liebe. Ein solches Spiel ist Echos of Time, obwohl wir für das erste Spiel nicht die optimale Konstellation gewählt haben.
Bevor ich das Spiel im Ganzen beschreibe, schildere ich die Simulation der Zeit. Dafür besitzt jeder Spieler ein Brett mit zwei erhöhten Außenkanten. Dazwischen liegen fünf große Plättchen in einer vom Spiel vorgegebenen Reihenfolge. Ein sechstes Plättchen liegt rechts neben dem Brett. Schreitet die Zeit voran, scheiben wir das außen befindliche Plättchen links in die Schiene, alle Plättchen rücken einen Platz nach rechts und eines „fällt“ rechts aus der Schiene.
Damit dieses nun Sinn macht, legen wir Karten auf die Plättchen. Eine Karte hat zwei verschiedene Kosten. Zum einen muss ich andere Karten abgeben, zum anderen braucht die Karte Zeit, bis ich sie erhalten. Ich bekomme sie, wenn sie auf dem Plättchen liegt, das rechts herausgeschoben wird. Im Spiel heißt dies Beschwörung. Das Spiele beginnt damit, dass ich eine meiner sieben Startkarten ausspiele, also die Karten bezahle und sie auf das vorgegebene Plättchen lege. Danach folgt ein simpler Ablauf: Zunächst schieben wir das freie Plättchen in die Schiene. Dadurch wechselt die Phase (3* Blau, 2* Gelb und 1*Rot). Anschließend ziehen wir eine Karte.
Es folgen zwei Aktionsphase. Drei Aktionen sind einfach: entweder ziehe ich zwei Karten oder ich spiele eine Karte aus oder ich schiebe Karten auf meiner Zeitleiste für zusammen zwei Felder nach vorne in der Zeit. Zusätzlich kann ich meine beschworenen Karten nutzen. Viele zeigen ein Farbsymbol. Wenn die Phase mit dem Farbsymbol übereinstimmt, kann ich den Effekt auslösen. Für die letzte Aktion gibt es Quellen. Diese sind mit Charakteren, die sich auf den Karten befinden, zu erobern. Jeder Charakter hat eine Stärke; Gegenstände haben keine Stärke. Die Quelle gibt vor, wie stark die Charaktere zusammen sein müssen, damit sie erfolgreich sind. Die Quelle gibt dem Spieler einen einmaligen Vorteil, einige dazu einen dauerhaften. Ein anderer Spieler kann die Quelle mit größerer Stärke übernehmen. Dagegen lassen sich die Quellen in einem zweiten Schritt sichern. Dies erfordert eine höhere Stärke und bringt nochmal einen einmaligen, anderen Vorteil.
Das Spiel endet, wenn eine vorgegebene Anzahl an Siegpunkten vergeben wurde, ein Spieler zwölf Karten vor sich liegen hat (Quellen zählen als zwei) oder wenn alle Quellen gesichert wurden. Es folgt dann noch eine Abschlussrunde. Nun werden die Siegpunkte ermittelt. Einige haben wir während des Spiels erhalten. Weitere erhalte ich durch Quellen sowie durch ausgespielte Charaktere und Gegenstände. Manche Gegenstände haben außerdem noch eine Wertungsfunktion, die ebenfalls Siegpunkte bringt.
Das erste Spiel benötigte bei uns etwas Zeit. Wir empfanden den Mechanismus mit dem Schieben als ungewöhnlich und in der Tat ist er sehr innovativ. Hinzu kam die Vielfalt der Karten, die wir erst einmal lesen und verstehen mussten. Das Spiel bereitete uns viel Spaß, hat aber die angegebene Spieldauer stark überschritten. Das änderte sich mit dem zweiten Spiel. Dieses Mal spielten wir die Version, bei der aggressive Karten und die Quelle der Vernichtung aussortiert wurden. Das Spiel war entspannter; die Spieldauer kam jetzt fast mit der Vorgabe auf der Schachtel aus. Unserer Meinung ist diese Variante ein sehr guter Weg in das Spiel zu finden und wir hätten sie rückblickend gern in unserer ersten Partie genutzt.
Es folgten noch innerhalb einer Woche drei weitere Partien. Der Reiz aus dem Zeitmechanismus und den vielfältigen Karten ist sehr groß. Für die Spieler ergeben sich sehr viele Möglichkeiten und dadurch große Entscheidungsvielfalt. Es ist einfach ein Erlebnis seine Charaktere und Gegenstände kommen zu sehen. Interaktion wird über Karten erreicht, die Mitspieler dazu zwingen, Karten und Siegpunkte abzulegen. In der Regel wird eine Alternative beschrieben, bei der diese Karten aussortiert werden und so ein friedliches Spiel zu erhalten. Es hängt von der Gruppe und von der Erfahrung der Spieler ab, welche Version bevorzugt wird. In jedem Fall ist es gut, dass es beide Versionen gibt.
Innovation trifft Spielfreude, so simpel lässt sich das Spiel zusammenfassen. Ich kann es wärmstens empfehlen. (wd)
|
Steckbrief Echos der Zeit |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Roberto Pellei, Simone Luciani | Feuerland | 2 - 4 Spieler | ab 12 Jahre | ca. 45 Minuten | Giovanni Calore |