Pöppelkiste - RezensionDieses heute leider nicht mehr existierende Weltwunder war schon öfter Themengeber für ein Spiel. Hier nun baut jeder Spieler seine eigenen hängenden Gärten auf drei Ebenen.
Zu Beginn besitzen wir zwei Gold und vier oder fünf Werkzeuge. Die hängenden Gärten sind ein leerer Platz vor uns. In der Auslage liegen vier Karten in jeder der drei Spalten.
Der Spieler am Zug nimmt sich eine Karte und legt sie in seine Auslage. Danach darf er eine Verschönerung kaufen und, sofern möglich, ein königliches Ziel erfüllen. Schauen wir uns diese drei Schritte im Detail an.
Der Spieler stellt eine seiner drei Figuren in die Spalte, aus der er eine Karte nehmen möchte. Da die Plätze pro Runde abgezählt sind, kommt es vor allem gegen Ende einer Runde vor, dass bestimmte Spalten blockiert sind. Die Karte bezahlt er mit Werkzeugen: Die unterste ist kostenlos. In jeder weiteren Etage steigt der Preis um ein Werkzeug.
Die Karte legt er dann in seine Auslage. Sie wird am Ende des Spiels zwölf Karten enthalten: das Fundament fünf, die Mitte vier und die Spitze drei. Eine Karte in der Mitte oder in der Spitze erfordert, dass die beiden Bauplätze unterhalb bereits belegt wurden.
Für die Wertung sind dort Tiere, Bäume und Menschen abgebildet, oder es ist leer. Außerdem gibt es noch am Rand Blüten. Im Spiel sind Gold, Werkzeuge und Kronen relevant. Gold und Werkzeuge bekomme ich je nach Etage ein bis drei Stück. Die Krone bringt mir den Startspielerstein.
Danach darf ich eine Verschönerung kaufen und auf eine leere Karte legen. Für zwei Gold gibt es einen Inhalt, bei drei noch Gold, Werkzeug oder Krone dazu. Eine Bewässerung als Zusatz kostet vier Gold.
Für die königlichen Ziele benötige ich drei, bei Blüten vier, gleiche vorgegebene Elemente aus dem Spiel, zum Beispiel Tier, Kronen oder Gold. Diese müssen in einer Reihe liegen. Besitze ich die Krone, benötige ich ein Element weniger.
Nach drei Zügen werden die Figuren zurückgenommen. Der Besitzer der Krone beginnt die nächste Runde. Nach vier Runden endet das Spiel. Nun bringen die größten Gebiete der Blüten, Tiere, Bäume und Menschen, Bewässerung sowie erfüllte königliche Ziele Punkte.
Die hängenden Gärten sind ein Spiel, bei dem sich mir die positiven Eigenschaften erst nach und nach zeigten. Es klang zunächst nach einem simplen Spiel, bei dem ich eine Karte wähle und in meine Auslage lege. Im ersten Spiel habe ich nicht die Zusammenhänge erkannt und dadurch blieb mir verborgen, wie die einzelnen Elemente mir zu Punkten verhelfen.
Dies änderte sich mit jedem weiteren Spiel. Ich hatte hier eine klare Lernkurve. Ich lernte, dass Bewässerung wertvoll, aber nicht alles ist. Ich lernte, dass königliche Ziele wichtig sind und welche Vorteile Baum, Tier und Mensch haben. Inzwischen habe ich sogar ein Spiel mit vielen Blüten gewonnen, was in meinen Runden als schwer galt. Bis dahin waren sie Beiwerk.
Für 30 Minuten Spieldauer bietet das Spiel eine gute Tiefe bei einfachen Regeln. Auch kann es in der gesamten Bandbreite von zwei bis fünf Spielern überzeugen. Die Spielzüge sind so schnell ausgeführt, dass selbst bei hoher Spielerzahl keine Downtime entsteht. Spannung erhält das Spiel einerseits durch das Nachlegen der Karten („kommt da etwas, dass ich brauchen kann“) und durch die Züge der Mitspieler („hoffentlich bleibt der Affe mit Bewässerung liegen“). Dazu sind die Elemente prinzipiell gleichwertig. Es liegt am Spieler, was er daraus macht.
Insgesamt hat mich das Spiel positiv überrascht. Insbesondere die Entwicklung vom ersten Spiel zu den jetzigen Erkenntnissen hat dazu beigetragen. Es ist ein seltenes Phänomen. Allen, die ein Spiel nicht nur kennenlernen möchten, sondern auch häufiger spielen, kann ich die hängenden Gärten bestens empfehlen. (wd)
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Steckbrief Die hängenden Gärten |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Grégory Grard, Matthieu Verdier | Piatnik | 1 - 5 Spieler | ab 10 Jahre | ca. 30 Minuten | Miguel Coimbra |