My Lil' EverdellMy Lil' Everdell

Eine verträumte Naturlandschaft mit Baumhäusern, vermenschlichte Mäuse und Häschen auf dem Cover. Dann noch der Titel My Lil‘ Everdell- mein kleines Everdell. Schnell wird in dieser Schachtel ein Kinderspielt vermutet. Ist die Vermutung richtig?

Der Ablauf ist einfach zusammengefasst: Ich setze meine Figur auf ein Feld, bekomme Etwas und kaufe für das, was ich besitze Karten. Habe ich bestimmte Kartenzusammenstellungen erworben, bekomme ich Punkte.
Jetzt etwas genauer:

Jeder Spieler besitzt drei hölzerne Tiere und einen Heimatort, einen Spielplan, auf dem wir unsere Ressourcen und Siegpunktchips ablegen.

In der Tischmitte liegt ein Plan, auf dem sich die Ressourcen befinden. Pro Spieler liegt dort ein Ressourcenwürfel. Außerdem findet man dort vier Stapel von Parademarkern. Die Marker werden von unten nach oben immer wertvoller.
Darunter liegen 8 Karten, die Wesen oder Gebäude zeigen, aus.

Im Spiel gibt es drei Ressourcen: Harz, Zweige und Beeren. Beeren dienen als Bezahlung für Wesen. Aus Harz und Zweigen erbauen wir unsere Gebäude.

Zu Beginn jeder Runde würfelt der Startspieler so viele Ressourcenwürfel, wie Spieler teilnehmen.
Die Würfel zeigen verschiedene Ressourcen- und Siegpunktkombinationen. Dann setzt er eines seiner Tiere auf den Plan in der Mitte. Zu jedem Würfel kann nur ein Tier pro Runde gesetzt werden, zu den Ressourcenplätzen beliebig viele.
Er nimmt sich die Ressource oder die Ressourcen des Würfels und darf dann, ein ausliegendes Gebäude oder Wesen kaufen.

Es gibt fünf verschiedene Typen:

  • Ziel-Karten besitzen ein Feld, auf das man anstelle auf den Zentralen Spielplan, einmal pro Runde ein eigenes Tier einsetzen kann.
  • Produktions-Karten bringen beim Kauf und bei jedem Rundenbeginn Ressourcen.
  • Bewegungs-Karten geben nur beim Kauf eine Belohnung.
  • Verwaltungs-Karten geben eine Belohnung, wenn eine vorgegebene Aktion durchgeführt wird, oder verbilligen bestimmte Kartengruppen.
  • Wohlstandskarten geben am Spielende Punkte für bestimmte Kartenarten.

Hat man drei Karten eines Typs, fünf Häuser, fünf Gebäude, oder alle fünf Karten-Typen erworben, darf man sich den entsprechenden Parademarker nehmen. Dann wird eine Karte nachgelegt und der nächste ist an der Reihe.

Ist das letzte Tier eingesetzt, endet die Runde, die Tiere werden zurückgenommen, und die nächste Runde beginnt mit dem Würfeln und Sammeln der Ressourcen aus den Produktionskarten.
Nach der vierten Runde endet das Spiel.
Zu den Punkten für Siegpunktchips kommen weitere Punkte für übrige Ressourcen, Parademarker und Boni der Wohlstandskarten. Wer am meisten hat gewinnt.

Ich mag dieses Spiel, denn es spielt sich locker. Es wirkt optisch wie ein Kinderspiel, ist aber ein lupenreines Familienspiel. Mit diesem können die in vielen Spielen vorhandene Mechanismen erlernt werden. Alles ist offen ersichtlich, es gibt keine verdeckten Informationen.

Die Ausstattung wird dem Spiel gerecht:
Liebevoll gestaltete Karten und Pläne, Behälter für Rohstoffe, die verhindern, dass etwas durch die Gegend rollt. Stabiles Material und eine kurze, sehr verständliche Regel runden das Material ab. Die Früchte bestehen aus weichen Minibällen, die Zweige sind aus Holz, das Harz sind bernsteinfarbene Kristalle. Da spielen fast alle Sinne mit. Nein nicht alle. Zum Verzehr ist das Material nicht geeignet.
So muss ein Familienspiel sein!

Dies ist, wie der Name schon sagt, eine vereinfachte Version des Kennerspiels Everdell, das hier auf seine Essenz reduziert wurde. Keine Handkarten, eine Ressourcenart weniger, Belohnungen für immer die gleichen Konstellationen: Hier wird der unerfahrene Spieler abgeholt.

In meinen Spielrunden kam das „kleine“ Everdell auch sehr gut an. Spieler, die das „große“ Spiel kannten, waren sofort im Spiel, einige vermissten die Vielfalt der Karten und Möglichkeiten, die Familienspieler oft vor Probleme stellen. Jeder war bereit, es noch einmal zu spielen. Einige hielten es wegen seiner kurzen Spieldauer für einen geeigneten Absacker nach einem anstrengenden und langen anderen Spiel.

Spieler, die Everdell noch nicht kannten, freuten sich, dass sie so schnell ins Spiel kamen und Erfolge hatten. Die recht kurze Spieldauer führte mehrfach zu der Aussage: „Jetzt noch einmal, jetzt weiß ich wie es geht.“ Das ist für mich immer ein besonderes Lob.

Für ich ist My lil‘ Everdell einfach eine Möglichkeit mich spielend zu entspannen, ohne auf viele Kleinigkeiten achten zu müssen. Ich mag auch das große Everdell, das kleine bietet eine kurzweilige Alternative. Mir sind bei allen Spielen eine verständliche Spielregel, ein angenehmes Spielgefühl, Haptik und Optik wichtig. All diese Punkte erfüllt das Spiel perfekt. (bd)

Steckbrief
My Lil' Everdell
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
James A. Wilson, Clarissa A. Wilson Pegasus 1 - 4 Spieler ab 8 Jahre 20 - 40 Minuten Andrew Bosley