WaldlandWaldland

Bisher war Piatnik für einfache Familienspiele bekannt, doch jetzt wagt sich der Verlag in anspruchsvollere Bereiche. Ich sehe Waldland als einfaches Kenner- oder anspruchsvolles Familienspiel.

Jeder startet mit seinem eigenen Waldtableau, auf dem bereits eine Wurzel steht. Im Folgenden beschreibe ich das Spiel für drei bzw. vier Spieler. Das Solitär- und das Zweispielerspiel haben einen etwas anderen Startaufbau, der Ablauf ist ähnlich.
Zwischen zwei benachbarten Spielern und in der Tischmitte gibt es jeweils einen Sammelplatz, auf dem eine oder zwei Karten liegen.

In meinem Zug schaue ich mir zuerst die Sammelstelle zu meinem linken Mitspieler an. Ich entscheide, ob ich alle Karten aufnehme und ausspiele, oder lieber in der Mitte weitermache. In beiden Fällen lege ich eine verdeckte Karte auf die Sammelstelle. Ebenso verfahre ich mit der zweiten Sammelstelle, der in der Mitte. Danach wechsle ich zur Sammelstelle zu meiner rechten. Lehne ich auch diese ab, muss ich eine Karte vom verdeckten Stapel ziehen.
Anschließend spiele ich die erhaltene(n) Karte(n) aus.

Pflanzen

Die Karten sind vielfältiger Natur. Sie erlauben es mir, neue Wurzeln zu setzen, oder diese mit Stämmen wachsen zu lassen. Ich kann einen Wipfel auf einen Stamm zu setzen, und dafür sofort Punkte und eventuell Bonusplättchen zu erhalten. Wetterkarten bringen Sonne und Regen. Ziel ist es hier, möglichst viele Paare zu besitzen. Pflanzen bringen je nach Art und Anzahl Punkte. Zuletzt gibt es noch Bedrohungen, die Pflanzen oder auch Tiere aus dem eigenen Wald, oder, je nach Anzahl, sogar aus allen Wäldern entfernen.

die fünf Starttiere

Ja, es gibt auch Tiere. Jedes kommt einmal in den Formen aktiv, suchend und wertvoll vor.
Jeder startet mit einem aktiven Tier und dem dazugehörigen Plättchen. Diese Tiere haben eine spezielle Fähigkeit, die einmal pro Runde angewendet werden kann und mir Vorteile oder anderen Nachteile bringt. Die suchenden Tiere geben an jedem Rundenende für bestimmte Konstellationen in meinem Wald Punkte. Die wertvollen Tiere bringen nur in der Endwertung feste Punkte.
Weitere Tiere liegen auf einem Tableau aus und können mit Nahrung, die man beim Ausspielen einiger Pflanzen bekommt, angelockt werden.

Verschiedenes

Eine Runde endet, wenn ein Spieler keine Karte mehr nehmen kann. Die suchenden Tiere bringen ihre Punkte, die Pflanzen und das Wetter werden ausgewertet. Bonuschips, die man erhalten hat, werden dabei berücksichtigt, wenn man mindestens eine entsprechende Karte besitzt.
Alle Waldkarten werden wieder eingesammelt, das Tiertableau wird erneuert. Angelockte Tiere und Bonuschips behält man. Die Sammelstellen werden wie zu Beginn bestückt und eine neue Runde beginnt. Nach der dritten Runde gibt es noch Punkte für wertvolle Tiere, Tiere gleicher Art und für vorgegebene Kombinationen von Tieren.

Das Spiel stellt mich immer vor die Frage: "Nehme ich jetzt diesen Stapel oder könnte der nächste besser sein?" Später kenne ich schon Teile einiger Stapel, nur die letzten daraufgelegten Karten sind mir unbekannt. Liegt das Tier eines anderen Spielers an einem Stapel, muss ich immer abschätzen, ob ich ihm seine Belohnung gönne, da ich auch für mich einen großen Vorteil sehe, oder auf diesen Stapel verzichte.
Auch die Reaktionen der anderen Spieler, wenn sie aufdecken, werden beobachtet. "Nehme ich der Spatz in der Hand oder hoffe ich auf die Taube auf dem Dach?" Das ist nun mal die Frage in jedem Push-Your-Luck- Spiel. Manchmal gewinne ich eine Runde haushoch, manchmal gehe ich baden, weil mir das Glück nicht hold war. Das Kartenglück spielt nun mal immer mit. Ich freue mich, wenn mein wald wächst und gedeiht,und fürchte gleichzeitig, durch spät auftretenden Bedrohungen wieder etwas zu verlieren.

Mein Spielplan

Ich mag Waldland. Es ist ein Spiel, für das man sich Zeit nehmen muss. Es wirkt auf mich, als sei es organisch gewachsen und nicht, als sei ein Thema einfach über einen Mechanismus gestülpt worden. Probiert es einfach mal aus! (bd)

Steckbrief
Waldland
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Tim Eisner Piatnik 1 - 4 Spieler ab 12 Jahre ca. 90 Minuten Vincent Dutrait