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Top & DownTop & Down

Nun schon seit einigen Jahren bringt Schmidt Spiele unter dem Logo EASYPLAY kleine, auch was die Schachtelgröße betrifft, leicht zu erlernende, schnelle Spiele heraus, bei denen dennoch der Spielspaß nicht zu kurz kommt. Darunter waren einige Tops wie Level X, das altbekannte Numeri, oder das prämierte Big Points, aber natürlich auch einige Flops. In diesem Frühjahr nun ist Top & Down erschienen und ich will versuchen zu ermitteln, welcher Kategorie diese Neuheit zuzuordnen ist.

Top & Down ist vom Ansatz her ein Rennspiel mit Hütchenfiguren, die zu beliebig hohen Türmen gestapelt werden können. Ist bei einem traditionellen Rennspiel das Ziel wichtig, ist allerdings hier eher der Weg das Ziel, denn nur dort werden die ausschlaggebenden Siegpunkte gemacht. Die Rennstrecke besteht abwechselnd aus fünf höher gelegten und vier flachen Abschnitten mit jeweils drei Feldern. Immer nach zwei abschnitten findet sich eine Wertungshürde, aber dazu etwas später mehr. Ein Zug ist einfach. Man wirft den Spezialwürfel (1,2,2,3,3,4) und zieht eine seiner Figuren. Sind andere Figuren aufgesattelt, werden diese mitbewegt, solche unterhalb der bewegten Figur bleiben einfach stehen. Türme haben also keinen dauerhaften Bestand, sie können jederzeit wieder auseinander gerissen werden. Aber Türme sind für die Wertung äußerst interessant.

LaufstreckeEine Wertung erfolgt sofort, wenn die erste Figur einer Farbe eine Wertungshürde überspringt. Gewertet werden dann aber alle (!) Türme. Auf einem höher gelegten Abschnitt bekommt der Besitzer der obersten Figur im Turm so viele Punkte, wie sich Figuren im Turm befinden. Auf einem flachen Abschnitt ist es genau umgekehrt, die unterste Figur bringt Punkte. Keine Punkte bringen jedoch Türme aus einer Figur und Türme in nur einer Farbe. Für eine Figur im letzten Turm muss sogar noch ein Siegpunkt abgegeben werden, schließlich handelt es sich um ein Rennen.

Nach jeder Wertungshürde folgt ein höher gelegter Abschnitt. Das erschwert die Möglichkeit aktiv eine Wertung herbeizuführen. Denn für die Wertung braucht man die Figur oben, aber damit kann man den Turm nicht bewegen. Hat man schon einen Turm mit spitze auf den hohen Abschnitt, braucht man eine Figur unten in einem anderen Turm, um eine andere Farbe über die Hürde zu bringen. Dann macht aber ein anderer die Punkte. Ideal wäre, eine Figur oben, eine unten im Turm, aber um das zu erreichen müssen erst einmal die Würfel gnädig gestimmt sein und dann der Würfel Bestand haben. Alles irgendwo schwierig.

Aber zum Glück gibt es eine interessante Möglichkeit in das Spielgeschehen einzugreifen. Gegen Abgabe eines Siegpunktes darf ein Stein im Turm umgebaut werden, ganz nach oben oder ganz nach unten. Wenn man also sicher sein kann, dass man eine Wertung auslösen kann (mit den oben beschriebenen Schwierigkeiten), ist das ein guter Weg an Siegpunkte zu kommen. Natürlich kann man auch als Option für die Zukunft umbauen, aber je mehr Mitspieler noch dran kommen, desto unsicherer wird die Option.

Ziel mit WertungApropos Mitspieler. Angegeben sind zwei bis vier, aber für zwei greift man auf die altbekannte Notlösung zurück, dass dann jeder zwei Farben führen muss. Eindeutig besser sind Partien mit drei oder vier Spielern, wobei ich die Viererpartie vorziehe, auch wenn dann die angepeilten 20 Minuten für eine Partie schon mal überschritten werden.

Bei Top & Down sollte man zwei Situationen möglichst vermeiden. Zum einen im hintersten Turm vertreten zu sein und zum anderen keine Siegpunkte mehr zu haben. Man startet zwar mit sechs, aber wenn die schnell zu Neige gehen, hat man kaum noch taktische Möglichkeiten. Da man davon aber auch sonst nicht allzu viele hat, schließlich bestimmt ein Würfel die Zugweite und man muss daher oft zwangsweise seinen Mitspielern was Gutes tun, will keine rechte Spielfreude aufkommen. Viel, zu viel hängt vom Zufall ab, sehr oft auch der Zeitpunkt einer Wertung, ob absichtlich oder eher unabsichtlich herbeigeführt. Für ein Familienspiel hat Top & Down vielleicht noch die richtige Mischung, aber dennoch würde ich es alles in allem doch eher der Kategorie Flops zuordnen. (mw)

Steckbrief
Top & Down

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Nils Ulrich, Richard Ulrich Schmidt 2 - 4 Spieler ab 8 Jahre ca. 20 Minuten Dennis Lohausen