PropolisPropolis

Es gibt etliche Spiele, bei denen sich die Spieler Rohstoffe beschaffen müssen, damit sie Gebäude errichten können. Propolis bietet dieses Spielschema in seiner puren Form an.

Es gibt fünf Rohstoffe, deren Wertigkeit leicht unterschiedlich ist, sowie Gold als Joker. Mit ihnen erwerben wir Gebäude, von denen immer zehn zum Kauf ausliegen. Sie geben häufig eine Ermäßigung auf weitere Käufe. Paläste, besonders wertvolle Bauten, können nur erworben werden, indem ihre Kosten durch Ermäßigung auf null gesenkt werden und ich dazu die geforderten Bienen, die Spielfiguren in Propolis, zurück in den Vorrat lege.
Zu Beginn des Spiels besitzen wir von jedem Rohstoff ein Exemplar. Für das Spiel liegen zwei bzw. drei Reihen von Karten aus. Sie zeigen ein bis vier Felder und bringen überwiegend Rohstoffe. Hin und wieder gibt es eine Tauschmöglichkeit von einem Rohstoff in einen anderen beziehungsweise erhalte ich eine Biene.

Ich meinem Spielzug habe ich fünf mögliche Aktionen. Am häufigsten besorge ich mir Rohstoffe. Dazu wähle ich eine unbesetzte Rohstoffkarten und setze auf die dortigen Felder Bienen. Neue Bienen stehen aufrecht. Ich erhalte die abgebildeten Rohstoffe oder einen der anderen Vorteile. Besetze ich die letzte freie Karte einer Reihe, erhalte ich ein Gold. Habe ich bereits Bienen eingesetzt, darf ich zwei dieser Bienen hinlegen und erhalte noch einmal den Ertrag der Felder. Anstatt Bienen einzuspielen, darf ich auch alle Bienen von den Rohstofffeldern zurück in meinen Vorrat nehmen.
Sind alle Karten einer Reihe belegt, so wird geschaut, wer dort am meisten Bienen hat. Dabei zählende liegende Bienen doppelt. Der stärkste Spieler nimmt seine Bienne zurück und erhält ein Gold, wenn er die Reihe nicht gefüllt hat. Von den nun freien Karten wird die am längsten ausliege ausgetauscht.
Ich kann auch ein Gebäude oder einen Palast bauen. Dazu entrichte ich die Kosten, die aus Bienen und Rohstoffen bestehen, und lege das Gebäude in meine Auslage.

Das Spiel endet mit der Runde, an dessen Ende ein Spieler zehn Gebäude besitzt. Für fünf restliche Rohstoffe und Ermäßigungen erhalte ich einen Punkt. Hinzu kommen die Punkte der Gebäude: entweder ist dies ein fester Punktwert oder eine Formel, die sich auf die Gebäudeart (Buchstaben von A bis D) oder auf Rohstoffe bezieht. Wer in Summe am meisten Punkte hat, gewinnt.

Das Spiel besteht im Kern aus zwei Elementen: Rohstoffe besorgen und Gebäude kaufen. Hier wird mit wenigen Elementen ein Kennerspiel geschaffen, das eine gute Tiefe besitzt. Die einzige Aktion, die nicht dazu gehört, ist das Zurückholen der Bienen. Dies ist grundsätzlich kein guter Zug, denn mit ihm erreicht man keinen Fortschritt. Er ist nur notwendig, damit Spieler ohne Bienen im persönlichen Vorrat wieder ins Spiel zurückfinden.
Weil die Spieler sowohl beim Erwerb der Rohstoffe als auch beim Kauf der Gebäude in Konkurrenz stehen, ist es sehr interaktiv. Dabei können die Spieler keinen direkter Einfluss auf die Züge der Mitspieler nehmen. Diese Art der Interaktion erzwingt die Spieler, die Mitspieler zu beobachten und abzuschätzen, welche Gebäude sie erstehen wollen. Dadurch hat das Spiel eine hohe Dynamik, die umso größer ist, je mehr Spieler an einer Partie teilnehmen. Eingängige Regeln, eine hohe Dynamik und eine immer wieder andere Startauslage lassen das Spiel auch nach etlichen Partien spannend sein. Dazu tragen auch zwei grundlegende Strategien bei: Schnell zehn Gebäude bauen, die bunt zusammengewürfelt sind, können ebenso erfolgreich sein wie klar weniger Gebäude bei Spieleende, die dafür gut aufeinander abgestimmt sind.

Propolis hinterließ bei mir einen sehr guten Gesamteindruck, sodass ich es bestens empfehlen kann. (wd)

Steckbrief
Propolis
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Molly Johnson, Robert Melvin, Shawn Stankewich alea 1 - 4 Spieler ab 10 Jahre 20 - 40 Minuten Dylan Mangini