Carcassonne LabyrinthCarcassonne Labyrinth

Das verrückte Labyrinth erschien 1986 und erhielt seitdem zahlreiche Ableger. Zum Beispiel wurde es komplexer mit dem Labyrinth der Meister oder erhielt einen neuen Spielplan mit dem Labyrinth der Ringe. Das Original wird immer noch gefertigt.
Cassonne kam 2000 zur SPIEL in Essen heraus, und wurde mit den Worten "Ich habe hier noch so ein kleines Legespiel" vorgestellt. Es faszinierte sofort, kam bei uns ständig auf den Tisch und wurde im Folgejahr Spiel des Jahres und erhielt den Deutschen Spielepreis.
Beide Spiele entwickelten sich zu großen Spielefamilien.

Jetzt haben sich die Familien zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Nachkommen zu zeugen.
Als die Idee vor längerer Zeit vorgestellt wurde, fragte ich mich, wie das denn funktionieren könne. Jetzt weiß ich es: Es harmoniert wunderbar.

Jeder startet mit einem identischen Satz von acht Aufgaben- und einem Startplättchen. Mit dem Startplättchen beginne ich meine eigene Landschaft. Es gibt einen verdeckten Vorrat von 10 Carcassonne-Plättchen pro Spieler, von denen einige Wappen zeigen. Die Aufgabenplättchen zeigen zusätzlich auf einem Carcassonne-Plättchen eines der acht Ziele, die auf den außen liegenden, festen Feldern des Labyrinths zu sehen sind. Alle starten mit ihrem Meeple auf dem Zentralfeld des Labyrinths.

 AufgabeDer Spielplan, das Labyrinth, in dem wir spielen, besitzt wie das Juniorlabyrinth eine Fläche von fünf mal fünf Feldern. Wir stellen ein Plättchen vom verdeckten Aufgabenstapel für die anderen nicht sichtbar in den Kronenaufsteller.

In meinem Zug schiebe ich ein Plättchen vom Nachziehstapel der „normalen“ Carcassonne-Plättchen in eine der beweglichen Reihen des Labyrinths ein und erhalte das herausgeschobene Plättchen. Anschließend bewege ich mich über die Wege des Labyrinths. Erreiche ich das Ziel des Aufgabenplättchen, erhalte ich dieses zusätzlich. Dann baue ich das oder die Plättchen in meine Landschaft ein. Schließe ich damit eine Stadt oder Straße ab, darf ich Wappenchips oder die Chips der Aufgabenkarten auf die Plättchen legen.

Nach zehn Runden ist das Spiel zu Ende. Die Plättchen und Chips werden aufeinandergestapelt. Im Einführungsspiel darf der Spieler, mit den meisten Wappenchips, die Krone auf den Stapel stellen, alle anderen den Meeple. Der höchste Turm gewinnt.

Es gibt viele Variationen, die das Spiel verändern. So gibt es zum Beispiel verschiedene Regelungen für den Erhalt der Krone. Zusätzliche Aufgabenkarten bringen bei Erfüllung Wappen.
zwei Aufgabenkarten

Die Entscheidung, wo und in welcher Ausrichtung ich das Plättchen einschiebe, wird von zwei Überlegungen beeinflusst. Welche Wege eröffne ich mir? Welches Plättchen wird herausgeschoben? Kann ich es gut gebrauchen? Auch der Blick auf die Auslage des folgenden Spielers kann die Entscheidung noch beeinflussen. Sind Plättchen, die ich herausschieben kann für mich gleichwertig, wähle ich das, welches für ihn nützlicher ist.

Carcassonne Labyrinth kombiniert das Beste der beiden Spiele und ergänzt es um weitere Facetten.

Die Interaktion mit den anderen Spielern aus Carcassonne wird reduziert, da man seine Landschaft ohne Schleimen und Verbauen durch andere Spieler entwickeln kann. Gerade dieses Verhalten hat einige von Carcassonne abgehalten.

Das Labyrinth wurde verkleinert, sodass die Wege kürzer sind und die Auswirkungen des Schiebens leichter erkennbar sind.

Das Zusammenspiel beider Komponenten macht die Mischung dabei komplexer als jedes der Einzelspiele. Damit ist es ein gehobenes Familienspiel.

Ich mag die beiden Ursprungsspiele; die Mischung gefällt mir deutlich besser. Es ist friedlicher.
Bisher hat keiner der Mitspieler, von denen ich schon reichlich hatte, das Spiel hinterher abgelehnt. Oft wurde, auch wegen der kurzen Spieldauer, direkt nach einer Revanche gefragt. Der Zufallsfaktor, der durch die Reihenfolge der gemischten Plättchen entsteht, ist recht hoch, doch das stört bei der Kürze des Spiels nicht.

Für mich ist Carcassone Labyrinth ein Wohlfühlspiel, das mich etwas fordert und das ich immer wieder gerne spiele. (bd)

Im Gegensatz zu den "Eltern“ besitzt das Spiel auch einen Solomodus. Die Kronenaufträge geben dabei einen festen Zielwert vor. Bei Erfüllung von Aufgaben nimmt man sich immer den Stapel mit der geringsten Wappenzahl.
Steckbrief
Carcassonne Labyrinth
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Klaus-Jürgen Wrede, Max Kobbert Hans im Glück / Ravensburger 1 - 4 Spieler ab 8 Jahre ca. 30 Minuten Marcel Gröber, Franz-Georg Stämmele