Pöppelkiste - RezensionWir sind die Decker, die in ein System eindringen. Unser Gegner ist ein Cluster aus Rechnern. Der Cluster bestimmt, wie gut sich unser Gegner verteidigt. Für uns gibt es drei Ziele in den Kategorien Bronze, Silber und Gold. Erreichen wir am Ende des dritten Durchgangs das Goldziel, haben wir gewonnen.
Jeder startet das Spiel mit einem Deck aus 15 Karten, deren meisten Karten gleich sind. Hinzu kommen einige Karten, die einen Schwerpunkt in der gewählten Farbe bilden. Spielen weniger Spieler mit als die Maximalzahl, gibt es eine einfache Kompensation für jeden fehlende Spieler.
Der Ablauf ist einfach: Der Cluster reagiert auf die Spieler, die wiederum ihrerseits fünf Karten auf die Hand nehmen und abspielen. Eine Karte darf in die nächste Runde mitgenommen werden. Jeder Spieler ist in einem Durchgang drei Mal an der Reihe. Dann endet die Runde mit weiteren Aktivitäten des Clusters. Danach wird das anstehende Ziel ausgewertet. Wenn das Bronze- beziehungsweise Silberziel nicht erreicht wird, bekommt der Cluster einen Vorteil für das weitere Spiel. Beim Goldziel entscheidet sich, ob die Spieler gewonnen oder verloren haben.
Wichtig sind für den Ablauf die Farben. Gelb bekämpft das Cluster mit List, das heißt mit Mehrheiten, während Rot den direkten Kampf sucht, der mit Würfeln entschieden wird. Grün agiert aus der Ferne und kann leicht Marken verschieben. Blau zuletzt sorgt für schnelle Bewegung der Spieler innerhalbe des Clusters. Vom Grundprinzip werden Karten mit Symbolen in den bekannten Farben gespielt. Dafür kommen hilfreiche Marken ins Spiel. Aus drei dieser Marken wiederum entsteht dann eine feste Installation, die sehr mächtig ist. Für erfahrene Spieler gibt es noch Lila als Farbe, die anders funktioniert, und daher erst mit einer gewissen Spielerfahrung ratsam ist.
Dies alles ist nur eine Kurzbeschreibung, denn der Regelumfang ist groß. Haben die Spieler die Regeln verstanden, so lässt sich das Spiel regeltechnisch leicht spielen. Welche Strategie zum Erfolg führt, müssen die Spieler überlegen, ausprobieren und herausfinden. Dabei haben sie viele Wege zur Verfügung, weil sie frei entscheiden können, wie sie ihre Karten einsetzen. Apropos Karten: Im Spiel gibt es bessere Karten, die man für die Symbole kaufen kann. Da man sie sofort auf die Hand bekommt, ist dies immer eine reizvolle Möglichkeit.
Durch Thema und Ablauf bedingt, ist das Spiel abstrakt. Fünf Platten mit je sechs Feldern stellen das Cluster dar und Marken symbolisieren die Gegebenheiten im Cluster. Lediglich der Spieler wird durch eine wahlweise männliche oder weibliche Figur dargestellt.
Ein großer Vorteil des Spiels ist die Skalierbarkeit. Es gibt einfache Rechner, die für den Start einen guten Einstieg bilden. Spätere Rechner sind dann wirklich übel und setzen den Spielern erheblich zu. Die sind dann etwas für erfahrene Decker. Auch bei den Aufgaben gibt es viel Abwechslung, weil in jeder der Kategorien (Bronze, Silber, Gold) zehn verschiedene Aufgaben zur Verfügung stehen.
Wer ein vielseitiges, kooperatives Expertenspiel sucht, das sehr viele Möglichkeiten und eine Menge Abwechslung bietet, wird hier fündig. (wd)
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Steckbrief Deckers |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Richard Wilkins | Deep Print | 1 - 4 Spieler | ab 12 Jahre | 60 - 90 Minuten | Lukas Siegmon |