SkybridgeSkybridge

Manche Spiele bieten einen bestimmten Anreiz, warum ich sie mir näher anschauen und spielen möchte. Bei Skybridge haben wir eine persönliche Auslage von fünf Karten, die sich immer wieder ändert. Das klang für mich nach einem Spiel, bei dem ich Veränderung einplanen muss.

Zu Beginn des Spiels erhalte ich mein persönliches Volk. Es hat eine individuelle Eigenschaft. Somit ergibt sich ein asymmetrisches Spiel. Ich besitze vier Handkarten und eine persönliche Auslage, in der zunächst zwei Karten liegen, die mir je eine Figur (repräsentieren Bevölkerung) bringt.
In meinem Spielzug wähle ich eine Karte aus der Auslage und nehme sie auf die Hand. Zunächst habe ich eine Auswahl aus fünf individuellen Karten und einer allgemeinen. Mit jeder Karte ist zusätzlich der Erhalt eines Rohstoffes oder einer Magiekarte verbunden. Danach spiele ich eine Karte. Jede Karte hat einen festen Platz in meiner Auslage. Dort lege ich sie hin und überdecke gegebenenfalls die dort liegende Karte.
Anschließend bekomme ich Einkünfte aus jeder meiner Karten. Oft sind es Ressourcen für den Bau an der Skybridge. Ich kann auch Götterkarten bekommen, die ich entweder für eine Einmalfunktion abwerfen kann oder in meine Auslage legen darf, sofern ich die Erlaubnis dazu besitze. Götter in der Auslage sorgen am Ende des Spiels für Punkte.

Beim Militär ziehe ich auf einer Leiste mit meiner Garnison vor. An manchen Plätzen kann ich eine Festung errichten, wenn sich meine Garnison dort befindet. Festungen bringen am Ende des Spiels Siegpunkte.
Zuletzt kann ich noch an der Skybridge bauen. Dazu gebe ich die benötigten Ressourcen ab, muss eventuell noch eine weitere Bedingung erfüllen und stelle eine Figur dazu. Außerdem läuft eine Figur zu den Rebellen über, wenn ich keine Nahrung habe. Figuren bei den Rebellen bringen meine Mitspielern Punkte, wenn ihre Garnison weit genug fortgeschritten ist.
Nach etwas mehr als der Halbzeit kommt ein Drache und bringt Unheil. Dies kann immer durch den Rückzug der Garnison abgewehrt werden. Ansonsten trifft ein pro Drachen spezifischer Nachteil den Spieler. Danach steht ein siebter Kartenstapel zur Verfügung.

Das Spiel endet mit der Fertigstellung der Skybridge. Falls die Spieler einmal drei Runden lang nicht an ihr bauen, übernehmen dies die Rebellen. Es gibt nun Punkte für den Bau an der Skybridge, für Götter in den Kartenstapeln auf meiner persönlichen Auslage sowie für die Garnison (über erreichte Rebellen) und gebaute Festungen.

Skybridge bietet genau das, was ich erwartet habe. Spätestens in der vierten Runde muss ich etwas in meiner Auslage überdecken. Damit wird von mir (und auch von meinen Mitspielern) Flexibilität gefordert. Das macht auch die Entscheidung bei der Auswahl der zu nehmenden Karte aus: Möchte ich sie (später) auf einen bestimmten Stapel legen, brauche ich eine bestimmte Ressource sofort oder lege ich Wert auf die Funktion der Karte in meiner Auslage.

Mein Eindruck ist allerdings der, dass die verschiedenen Völker nicht ausgewogen sind. Der grüne Spieler bekommt reichlich Götterkarten und kann sie gut zu seinem Vorteil nutzen. Er gewann bei uns alle Partien, in denen er mitspielte. Blau erhält sofort eine flexible Nahrungskarte. Diese gibt ein Wohlgefühl, ist aber nur von geringem Wert. Gelb hingegen kann jede Runde eine Karte markierten. Nimmt ein anderer Spieler sie, bekommt er eine Ressource. Im Spiel zu zweit ist das sehr schwach und selbst im Spiel zu viert konnte die Eigenschaft nur selten genutzt werden.
Ähnliches gilt leider auch für die Punktevergabe. Wir bezogen unsere Punkte überwiegend aus Skybridge-Bau und Göttern. Hier stimmt das Verhältnis, aber das Militär ist deutlich schwächer. Nur selten machte die Garnison vier oder mehr Schritte. Am Ende waren die Punkte von Rebellen kaum unterschiedlich und die Punkte aus den Festungen zu gering um als einflussreich zu gelten.

Was bleibt ist ein optisch ansprechendes Spiel, ein guter Mechanismus, aber eine Unausgeglichenheit sowohl bei den Völkern als auch bei der Punktevergabe. Das ist schade, weil mir die Grundidee sehr gut gefällt. (wd)

Steckbrief
Skybridge
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Michael Rieneck, Franz Vohwinkel Deep Print 2 - 4 Spieler ab 12 Jahre 60 - 90 Minuten Franz Vohwinkel