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SafranitoSafranito

In letzter Zeit tritt das Kochen immer mehr ins Interesse. So gibt es reihenweise Kochsendungen im TV und auch eine große Anzahl von Kochspielen. Die meisten dieser Spiele verlangen fundiertes Wissen aus der Küchenwelt.

Eine Ausnahme bildete hier A la carte, das schon 1989 erschien. Es bringt als Hauptkomponente Geschicklichkeit ein. Überarbeiet wurde es zum Spiel des Jahres 2010 nominiert. Auch Safranito bringt eine Geschicklichkeitskomponente ins Spiel.

MinzeDer quadratische Spielplan ist recht groß und hat am äußeren Rand eine breite Kante. Der Spielplan selbst zeigt neun große Gewürzschalen. Zwischen den Gewürzschalen befinden sich vier deutlich kleinere Aktionsfelder. Rezeptkarten zeigen je drei Gewürze, die zu einem Gericht gehören.
RezeptkarteZu Beginn einer Runde werden zwei oder drei Rezeptkarten aufgedeckt und vier bis sechs zusätzliche Gewürzkarten, die man nun kaufen kann, ins Spiel gebracht.

Jeder Spieler erhält sechs Chips in seiner Farbe mit verschiedenen Werten. Drei oder vier Chips werden nun reihum auf den Spielplan geworfen. Damit ein Chip gültig ist, muss mindestens ein Teil der Gewürzschale oder des Aktionsfeldes im kleinen Loch in der Mitte der Münze sichtbar sein. Zuerst werden die Aktionsfelder ausgewertet. Diese erlauben demjenigen, der den höchsten Chip auf dem Feld liegen hat, die zugehörige Aktion auszuführen. Je nach Feld heißt das:

Dann werden, in der Reihenfolge, die der Chefkoch bestimmt, die einzelnen Gewürzschalen abgehandelt. Zuerst wird gefragt, wer das entsprechende Gewürz verkaufen will. Der Verkaufspreis ist die Summe alle gültigen Chips auf der Schale. Um zu verkaufen, muss man keinen Chip auf der entsprechenden Schale haben. Dann werden die Chips derjenigen, die verkauft haben, entfernt. Wenn danach das Gewürz zum Verkauf steht, darf derjenige, der die höchste Summe in seinen Chips auf dieser Gewürzschale hat, nun für den Wert des höchsten Chips eine Gewürzkarte kaufen. Er entfernt den Chip und falls noch mehr Karten vorhanden sind, wird in gleicher Form weiter gekauft.

Spielsituation

Sind alle Gewürzschalen abgehandelt, darf, beginnend mit dem Chefkoch, je ein Gericht gekocht werden. Dazu legt man die geforderten drei Gewürze ab und legt das entsprechende Gericht vor sich ab. Hat man ein Geheimgericht, darf man dieses zusätzlich kochen.
Dann wandert die Pfeffermühle einen Spieler weiter, die Rezeptkarten werden wieder auf die Anfangszahl aufgestockt, und die nächste Spielrunde beginnt. Das Spiel ist sofort zu Ende, wenn ein Spieler sein drittes Gericht zubereitet hat.

IngwerSafranito ist ein Spiel, das in unseren Spielkreisen fast jeden in seinen Bann zog. Mit Begeisterung wurde (mehr oder weniger gekonnt) ein Chip nach dem anderen auf das Brett geworfen. Bis auf die ganz hefigen Würfe, hält die leicht erhöhte Kante die Chips auf dem Brett.
Neben dem Geschicklichkeitsaspekt hat das Spiel, auch einen hohen taktische Anteil. Immer stehen zwei Entscheidungen an. Welchen Chip nehme ich; wohin versuche ich ihn zu werfen. Die Aktionsfelder sind schwer zu treffen, daher sollte ich überlegen, wo landet der Chip bei einem zu starken oder schwachen Wurf.
Besonders die Plätze für das Geheimrezept oder die zusätzliche Gewürzkarte sind oft heiß begehrt. So kann man nur sicher sein, dass zu bekommen, wo man den Chip hingeworfen hat, wenn man als letzter seinen Chip werfen darf. Dies ist der Wert des Zusatzchips.

gültiger ChipDen Chefkoch habe ich anfangs unterschätzt, da er ja "nur" die Reihenfolge der abzuhandelnden Schalen bestimmt, und als erster kochen darf. Danach wird ja der Nachbar neuer Chefkoch. Doch schnell merkte ich, wer zuerst kommt, der kocht zuerst, d. h. der Chefkoch kochte oft den Mitspielern ein Gericht unter der Nase weg. Dann hat in der nächsten Runde wieder den letzten regulären Wurf. Die Reihenfolge, in der die Schalen abgehandelt werden kann auch spielentscheidend sein. Nehme ich die Schale, mit der ein Mitspieler sein Geld wieder aufstocken will, als letztes dran, kann er mir evtl. vorher ein Gewürz nicht wegschnappen. Daher sollte man auch etwas darauf achten, wer schon welches Gewürz gekauft hat.

Das Spiel ist für alle geeignet, denen die Kombination aus Taktik und Geschicklichkeit liegt. Die Mitspieler sollten aber auch völliges Versagen der anderen verkraften können, denn immer wieder mal fliegt ein Chip ganz anders, als es eigentlich gedacht ist, und bringt alle Planungen durcheinander. Nicht nur mir, auch den zahlreichen Mitspielern hat Safranito sehr gut gefallen, und ich hatte nie Probleme Mitspieler zu finden.
Über das Material kann man nur eines sagen: Es ist von alter Zoch-Klasse. Die Bande funktioniert prima, und die Chips sind einfach grandios. Ein Metallkern, der ihn schön schwer und damit besser kontrollierbar macht in einer Kunststoffhülle. Wie beim Pokern sitzen die im Moment nicht aktiven Spieler da und lassen ihre Chips von einer Hand in die andere fallen. Das Spiel macht einfach großen Spaß, es ist wirklich Spiel - keine Arbeit. (bd).

Steckbrief
Safranito

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Marco Teubner Zoch 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre 30 - 45 Minuten Michael Menzel