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Gift TrapGift Trap

Geschenkbox Stellen Sie sich auch vor Geburtstagen oder vor Weihnachten die Frage: "Was schenke ich?" Dabei ist es dann fast egal, ob der Beschenkte der Ehepartner, ein Verwandter oder ein guter Freund ist, denn oft herrscht allgemeine Ratlosigkeit.
Und kennen Sie auch die andere Seite, wenn die Geschenke wieder einmal völlig daneben sind und Sie sich fragen, ob denn niemand weiß, was sie wirklich möchten. Damit ist jetzt Schluss, denn Schenken und Beschenkt werden können jetzt spielerisch durchgeführt und vielleicht auch trainiert werden. Da führen Fehleinschätzungen nicht zu Enttäuschungen, sondern zu einem schlechten Punktestand und nur zu einer Spielniederlage.

Eine bunt dekorierte Geschenkbox mit rotem Schleifchen beinhaltet das Spielmaterial. Öffnen wir die Box sehen wir zunächst kleine Geschenkbeutel mit den Spielsteinen. Das stimmt sehr gut auf das Thema ein. In einer zweiten Schicht finden wir dann unsere Geschenke, die auf beidseitigen, quadratischen Karten gedruckt sind. Weil wir natürlich alle Mitspieler gleich gut beschenken möchten, sind die Geschenke in vier Kategorien unterteilt. In der einfachsten Kategorie sind preiswerte Geschenke, mal selbst gestaltet, mal gekauft, auf Bildern witzig, als Geschenke bestimmt nicht jedermanns Geschmack. "Trash" - Müll - heißt diese Kategorie liebevoll bei uns, obwohl dies nun wirklich nicht fair ist gegenüber den Geschenken. In der nächsten Preisklasse finden wir dann Kreativkurse und Ausflüge und so manchen nützlichen oder unnützen Gegenstand. Belassen wir es erst einmal bei dieser Kurzeinführung in die Welt der Geschenke und schauen uns das Spiel an.

Geschenkbeutel Spielplan Ein im Uhrzeigersinn wechselnder Startspieler entscheidet sich für eine der vier Preiskategorien. Aus ihr legt er ein Geschenk mehr aus, als Spieler teilnehmen. Dies sind die Geschenke, die jeder den Mitspielern machen kann.
Durch die Auslage sind die Geschenke nummeriert. Diese Nummern finden sich auch auf Plättchen wieder, von denen jeder Spieler einen persönlichen Satz besitzt. Man verteilt seine Geschenke, indem man vor jedem Spieler eines seiner Plättchen verdeckt ablegt. Das Geschenk ist quasi noch eingepackt. Zum Abschluss hat nun jeder Spieler so viele "eingepackte" Geschenke vor sich liegen wie er Mitspieler hat. Dabei hat jeder zwei potentielle Geschenke nicht vergeben, weil eines zu viel war und man sich schließlich nicht selbst beschenkt.
Spielsteine Nun muss jeder entscheiden, was er gerne geschenkt bekommen möchte. Dazu hat er vier runde Plättchen. Drei davon bestimmen die erwünschten Geschenke und gewichten sie mit einer Reihenfolge. Das letzte Plättchen markiert das absolut unerwünschte Geschenk.
Jetzt folgt die Auswertung und mit ihr oft das große Aha! Ein Spieler deckt zunächst seine vier runden Plättchen auf. Nun wissen alle, welche Geschenke der Spieler gern hätte und was er ablehnt. Anschließend packt der Spieler Geschenk für Geschenk aus. Nun wird geschaut, ob das Geschenk erwünscht ist, ohne Bewertung ausliegt oder gar abgelehnt worden ist. Erwünschte Geschenke bringen ein bis drei Pluspunkte. Ein neutrales bringt einen Minuspunkt und das abgelehnte Geschenk sogar derer vier.
Die Punkte bekommen zwei Spieler: Der Beschenkte und der Schenkende. Entsprechend gibt es zwei Skalen: Eine für das Schenken und eine für das Beschenkt werden. Die Punkte dort werden durch ein eingepacktes und ein geöffnetes Geschenk markiert. Diese beiden Skalen entscheiden dann auch über den Spielsieg, denn beide Geschenke müssen bis zu einem vorgegebenen Zielfeld gelangen. Wer das am Ende einer Runde, also nachdem sämtliche Geschenke ausgepackt wurden, erreicht hat, ist Sieger.

Pelzmantel Gift Trap, zu Deutsch Geschenkfalle, möchte man zunächst in die kommunikativen Spiele einordnen. Das ist teilweise auch richtig, doch es ist kein Partyspiel bei dem man pantomimisch oder mit Worten Begriffe darstellt oder gar irgendetwas erraten muss. Der Reiz dieses Spiels liegt im Thema und ist hier einerseits ganz realitätsnah und andererseits ganz fern. Im Spiel werden hier Geschenke ermöglicht, die real nicht verschenkt werden können, so zum Beispiel einen neuen Chef oder ewiges Leben. Damit greifen wir auch in die Luxuskategorie, die daneben auch materiell wertvolle Gegenstände wie ein Schweizer Bankkonto oder den umstrittenen Pelzmantel enthält.
Der Reiz liegt auch darin, über sich und die Mitspieler nachzudenken. In jeder Runde steht jedes Geschenk nur einmal zur Verfügung. Wer mag nun was? Was geben mir die anderen? Dieses Nachdenken führt zu einem persönlichen Bewusstwerden, gibt ein inneres Gefühl der Zufriedenheit, auch wenn das Geschenk wieder einmal völlig daneben lag, wie bei uns die gute Flasche Wein an den (trockenen) Alkoholiker. Dabei fiel auch auf, dass es Spieler gibt, die gut beschenkt werden können, aber selbst miserable Geschenke machen. Verschenken diese Spieler das, was ihnen am besten gefällt, statt darüber nachzudenken, was der andere sich wünscht? Oder es ist umgekehrt: In den meisten Spielen habe ich hervorragend geschenkt, war aber schwer zu beschenken. Vielleicht sollte ich meine Wünsche mehr mitteilen.

Lila Beutel Noch einmal zurück zum Spiel. Die Gestaltung mit den Säckchen ist hübsch und praktisch, die Gestaltung des Spielfeldes amerikanisch. Das merkt man auch bei den Geschenken, hier vor allem bei den Reisen, die überwiegend in der noch nicht näher betrachteten zweitteuersten Kategorie vorkommen. Hier sind viele Reise zu Zielen in Nordamerika, was für uns Europäer oft einen höheren Reiz hat als eine Reise zu einem europäischen Ziel.
Als Schwäche haben wir die Wertung empfunden: Minuspunkte für neutrale Geschenke und gar derer vier für das abgelehnte Geschenk verhinderten bei uns zeitweise überhaupt ein Vorankommen. Gerade in Gruppen, in denen sich die einzelnen Mitglieder nicht so gut kennen, kamen die neutralen Geschenke häufig vor. Wir haben als Hausregel die neutralen Geschenke neutral mit null Punkten bewertet und das abgelehnte Geschenk auf zwei Minuspunkte gesenkt.

Geschenke Allein die Hausregel zeigt wie gut das Spiel bei uns ankam. Statt es abzulehnen und im Spieleregal verstauben zu lassen, wurde lieber die Wertung geändert. Das liegt auch und vor allem am Thema, das uns im Alltag immer wieder begegnet. Durch die Vielfalt der Geschenke und vor allem durch die Unmöglichkeit mancher Geschenke adressiert es unsere Wünsche und unser persönliches Wertesystem: Ist ein bezahlter Sonderurlaub um für karikative Zwecke tätig zu sein ein besseres Geschenk als ein Diamantring oder einmal als Astronaut ins Weltall zu fliegen? Die Geschenkideen regen an und nach fast jedem Spiel schauten sich die Spieler weitere Geschenke an, diskutierten darüber und erzählten bei manchen Etwas dazu. Genau das ist der Reiz des Spiels, weil die Geschenke einerseits Phantasie sind, aber andererseits uns doch betreffen. (wd)

Steckbrief
Gift Trap

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Nick Kellet Heidelberger 3 - 8 Spieler ab 8 Jahre 45 - 60 Minuten keine Angabe