Pöppelkiste - RezensionSeverton ist ein dunkler Stadtteil von Prag, der von Gruppen, die sich die Vonts nennen, kontrolliert wird. Das Spiel basiert auf einer Reihe von Romanen. Ich kenne die Romane nicht. Das war auch nicht nötig, denn auch so hatten wir viel Spaß bei diesem kooperativen Spiel.
Schauen wir uns Severton ein wenig an. Es hat 22 nummerierte Plätze, auf zweien davon starten wir. Jeder Platz hat drei Verbindungen, je eine in blau, rot und gelb. Außerdem gibt es fünf Geheimgänge in violett.
Wir sind die schnellen Pfeile, eine Gruppe aus fünf Jugendlichen, die sich nach Severton trauen und dort spannende Stunden erleben. Bei weniger als fünf Spielern werden zwei Jugendliche zu einer Gruppe vereint. Jeder Spieler übernimmt einen Jugendlichen oder eine Gruppe, die alle eine Spezialfähigkeit haben.
Das Spiel hat fünf Szenarien mit steigendem Schwierigkeitsgrad. In allen Szenarien bekommen wir Aufgaben. In dem meisten Fällen müssen wir dazu bestimmte Orte erreichen, also ein Platz mit einer bestimmten Nummer. Meist müssen wir zusätzlich noch Karten mit bestimmten Werten ablegen. Die Karten zeigen zum einen Kampfwerte und zum anderen eine Straßenfarbe.
Für unsere Bewegung spielen wir jeder eine Karte. Einer von uns muss sie in der Farbe der Straße, die wir gehen wollen, spielen. Die anderen dürfen dann eine beliebige Karte verwenden. Pro Runde sind maximal zwei Bewegungen erlaubt. Oft trennt sich die Gruppe auf, sodass es mehrere Bewegungen gibt.
Erfüllte Aufgaben bringen uns auf unserer Leiste voran. Die Vonts haben ihre Leiste und machen dort Fortschritte, unter anderem nach jeder Runde oder wenn sie uns erfolgreich bekämpft haben. Wir gewinnen, wenn wir das Ende unserer Leiste erreichen, bevor die Vonts ihre Leiste abgearbeitet haben.
Bei Begegnungen mit den Vonts haben wir drei Möglichkeiten: wir können sie als Gruppe bekämpfen, einer von uns spricht mit ihnen und überzeugt sie, dass wir am aktuellen Ort sein dürfen, oder jeder von uns versteckt sich einzeln. Wenn es uns gelingt, verweilen wir am Ort, anderenfalls müssen wir wieder auf einem Startplatz beginnen. Manche Vont-Gruppen können nur mit bestimmten Methoden überwunden werden.
Severton liefert uns fünf spannende Szenarien. Jedes kann auf vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen gespielt werden. Wir haben alle Szenarien auf Stufe 2 gespielt, zu Anfang auch Stufe 1 genommen und später Stufe 3 probiert. Jedes Szenario führt neue Regeln ein. Dazu werden sie immer schwieriger, auch weil immer mehr Vonts aktiv sind.
Wir bekommen auch Unterstützung, unter anderem durch einen Hund. Die Wege der Vonts sind erst einmal verdeckt. Im Laufe der Zeit lernen wird, wie wertvoll es ist, mit ihren Bewegungen planen zu können und sorgen gezielt dafür, die Wege der Vonts früh zu kennen. Auch dies ist Teil des Spiels.
Das Spiel erfordert gute Abstimmungen. Meist haben mehrere Spieler Ideen, die dann bewertet werden müssen. Wir können den Vonts nicht immer ausweichen, aber wir können Finten legen oder versuchen, sie abzulenken. Das letzte Szenario endet mit einer Verfolgungsjagd, die für uns ein Höhepunkt und ein würdiger Abschluss waren.
Wir haben die Szenerien in einer festen Gruppe zu dritt gespielt (und noch weitere Partien). Wir hatten sehr gute Unterhaltung durch die Diskussionen, durch überraschende Wendungen und manchen Zufall und vor allem durch unsere Erfolgserlebnisse. Das Spiel ist sehr gut austariert, denn unsere Siege waren jedes Mal sehr knapp.
Hinzu kam eine gute Lernkurve. Die jeweils neuen Regeln eines Szenarios waren leicht zu lernen und die Auswirkungen auf das Spiel waren gut einschätzbar. Wir wurden stärker, die Vonts auch, und so blieb das Spiel im Gleichgewicht.
Allen, die kooperative Spiele mögen, vor allem solche, bei denen das Vorgehen gut abgestimmt werden muss, kann ich Severton wärmstens empfehlen. (wd)
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Steckbrief Severton |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Vlaada Chvátil | Huch! | 1 - 5 Spieler | ab 12 Jahre | ca. 90 Minuten | Miguel Coimbra |