Pöppelkiste - RezensionWenn ich ein Spiel zum ersten Mal sehe, kommt von mir gelegentlich der Kommentar: "Das ist mir zu wuselig. " Für mich ist der Begriff als Beschreibung eines Spiels leicht negativ belegt.
Auf der Berlin Con hörte ich den Titel, sah die vielen kleinen Holzteile auf dem Tisch, an dem wir ein anderes Spiel getestet hatten und dachte: „Das ist wuselig!"
Doch da ich gerade dort saß, wollte ich dem Spiel eine Chance geben. Ich spielte es durch, und es gefiel mir.
Startend mit einem Quadrat, das drei verschiedenfarbige Beete und eine Wasserfläche zeigt, versuchen wir einen Garten zu bauen, der viele verschiedene Wesen anlockt.
In meinem Zug liegen drei Plättchen für mich bereit. Sie zeigen jeweils zwei gleiche Beete nebeneinander. Die anderen beiden Felder zeigen ein andersfarbiges Beet und entweder ein Wasser oder ein Beet einer dritten Farbe mit einem Pilz.
Ich wähle ein Plättchen und lege es an meine bisherige Auslage an. Entsteht so ein Feld aus mindestens drei Beeten einer Farbe, fliegt eine Biene dorthin. Es ist nun nektarreich. Gibt es weitere nektarreiche Felder der gleichen Farbe, fliegt auch auf jedes weitere eine Biene. Sind auf einem Plättchen alle Beete nektarreich, siedelt sich auf ihm ein Kolibri darauf an. Habe ich drei Kolibris nebeneinander, kommt auf dem mittleren Feld ein Kolibri hinzu. Das ist die Grundregel.
Doch ich möchte auch andere Wesen anlocken. Es gibt drei Typen: Grüne Saatlinge, die beispielsweise vier Beete einer Farbe in einem Quadrat suchen, braune Pilzlinge, die zum Beispiel mindestens zwei Pilze nebeneinander auf Feldern auf gleicher Farbe zur Ansiedelung verlangen und blaue Teichlinge, denen die Anordnung von Teichen wichtig ist. Erfülle ich die Wünsche eines solchen Wesens, kommt es in meinen Garten. Hat jeder 13 Plättchen vor sich liegen, ist das Spiel beendet. Jede Mehrheit in einer der drei „Linge“ wird mit zwei weiteren Exemplaren belohnt. Dann zählt jeder seine Gartenbewohner, und der Sieger steht fest.
Die wuseligen Wiesen werden erst während des Spiels wuselig. Da ich die Entstehung kenne, behalte ich trotzdem den Überblick. Wenn man sich strikt an die Reihenfolge Biene- Kolibri- Wesen hält, kommt es kaum zu Fehlern, die sich jedoch schnell beheben lassen. Alles ist offen. Vergisst jemand ein Wesen in den Garten zu holen, wird in unseren Runden, wenn es bemerkt wird, von den Mitspielern darauf hingewiesen.
Der Grundmechanismus von Biene und Kolibri ist schnell verstanden und leicht anzuwenden. Die weiteren Wesen bringen die Schwierigkeit ins Spiel. Für jede Farbe der Linge gibt es vier verschiedene Bedingungen, von denen je eine zufällig ausgelegt wird. So sind oft mehrere Bedingungen unter einen Hut zu bringen, die nicht gleichzeitig erfüllt werden können. Die Vielfalt der Kombinationen lässt keine Langeweile aufkommen. Schön ist auch, dass man das Spiel einfach aus dem Bauch heraus spielen kann.
Das Spiel ist sehr belohnend, nur selten gibt es keine weiteren Wesen. Ich freue mich, wenn eine heiß ersehnte Farbkombination erscheint, oder sehe sie schweren Herzens in einem fremden Garten landen. Nur drei Plättchen bieten viele Möglichkeiten, da auch die Rückseite, die gespiegelt zur Vorderseite ist, genutzt werden darf.
Für mich ist Wuselige Wiesen ein Highlight der Berlin Con. Es wurde an jedem Spieleabend, und auch mit meiner Enkelin wiederholt gespielt. Auch sie mochte das Spiel auf Anhieb. Inzwischen habe ich schon viele Runden hinter mir, und ich bin noch immer bereit, sofort eine weiter Partie zu spielen. Daher gibt es von mir ein deutliches Daumen hoch! (bd)
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Steckbrief Wuselige Wiesen |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Trevor Benjamin, Brett J. Gilbert | Frosted Games | 2 - 4 Spieler | ab 8 Jahre | 30 - 60 Minuten | Paulina Victoria |