Corona

Das Spielertagebuch

Montag, 30. März

Für den zweiten Montag ohne Gäste nutzen wir die WhatsApp-Gruppe unseres Spielekreises und fragen, was die Mitspieler so spielen. Pandemie Legacy und Maus du Mystik kommen zurück zu der Uhrzeit, an der sonst unsere Spieleabende stattfinden. Etliche andere Spiel werden genannt, die am Wochenende gespielt wurden. Auf Spieleabende verzichtet keiner, nur spielt jeder bei sich, mit den dort anwesenden Personen und für Alleinlebende werden Tipps für gute Solitärspiele in den Kanal gegeben.
Auch wir sitzen zu sitzen und spielen, zu zweit, wie immer in diesen Tagen. Wir beginnen mit dem Spiel unter den bei uns befindlichen Nürnberger Neuheiten, die zeitlich am längsten dauert: Die Wikinger Saga. Wir spielen noch einmal die Einsteiger-Auslage. Es bleibt spannend bis zum Schluss. Dann steht meine Niederlage fest, anders als beim letzten Mal. Ich mag das Spiel, einfaches Grundprinzip mit Deckbau. Es folgt ein Trails of Tucana. Wir mögen anspruchsvolle Flip & Write. Hier ergibt sich das umgekehrte Bild Im ersten Spiel verloren, im zweiten gewonnen. Im Spielablauf gab es noch eine Gemeinsamkeit. Der Sieger der Partie führte von der ersten Wertung an. Als Absacker hat sich bei uns schon das SIlver Amulett etabliert. Über den Verlauf der Partie mag ich nur ganz wenig berichten: Für das Glück, was ich dabei hatte, hätte ich lieber Lotto gespielt.

Sonntag, 29. März
Der Vormittag stand ganz im Zeichen von Maracaibo (dlp Games). Die Kampagne geht weiter, mit einer immer noch sich ausbreitenden Seuche. Das Spiel haben wir jetzt viele, viele Male gespielt. Heute wurden dabei Fotos für die Rezension angefertigt. Diese sollte ursprünglich am Samstag vor dem weißen Sonntag zur Verleihung des Pfefferkuchels veröffentlicht werden. Wir waren sicher, dass Maracaibo den Titel holt. Corona machte einen Strich durch unsere Rechnung. Jetzt wird die Rezension deutlich vor Ostern erscheinen, unter anderem für all diejenigen, die ein größeres Ostergeschenk suchen.
Am Nachmittag gab es Erdbeerkuchen und danach The Key (Haba). Bei einem Golfplatz sind drei Morde geschehen. Täter, Tatwaffen, Tatorte und Fluchtfahrzeuge sind ermitteln, nur die Kombinationen sind unbekannt. Diese zu finden ist unsere Aufgabe. Orientieren können wir uns dabei an den Tatzeiten. Die Hinweise sind auf Karten von denen wir nur sehen, auf welche Bestandteile des Falles sie sich bezieht. Ein Tipp kann zum Beispiel lautet: Um 8 Uhr wurde nicht der Golfschläger benutzt. Jeder löst die Aufgabe für sich. Es geht darum, möglichst wenige Tipps zu verbrauchen. Es gibt insgesamt neun Fälle. Manche Karten gelten nur für zwei Fälle, manche gar für sechs. Einfach war es nicht, denn sowohl Brigitte als auch ich haben uns vertan. Aber wir haben ja noch acht Chancen.

Samstag, 28. März

Es ist ein Tag voller Aktivitäten. Der Garten, vor allem das Unkraut ruft, die Wäsche und das Bügeleisen auch. Während der Aktivitäten klingelt der Paketbote und bringt zwei Päckchen. Eines enthält ein Spiel, auf das wir gespannt warten.
Noch haben wir nicht einmal die Spiele alle gespielt, die uns unter der Woche erreichten. Dieses hier wird vorgezogen. Es ist ein Flip & Write, keine ganz einfaches, sondern mit ein bisschen Taktik: Trails of Tucana (Pegasus). Wir verbinden Landschaften mit Wegen. Die Landschaften geben uns Karten vor. Sehenswürdigkeiten sollen mit Städten verbunden werden, Städte mit Städte auch. Sehenswürdigkeiten untereinander sind ein Zusatz, den wir links liegenlassen, denn dort legen wir die dafür notwendigen Bonuskarten hin. Zwei Durchgänge, 26 Wege, ein paar Zusatzwege und eine erste Punkteausbeute, dann ist das Spielvorbei. Nach dem Kartographen wieder ein starken, kurzweiliges Flip & Write von Pegasus.

Freitag, 27. März

Der Tag ist voll mit Arbeit, Wäsche, Spaziergang und Einkaufen. So entscheiden wir uns für ein Spiel mit einer kurzer Spieldauer: Zen Garden (Queen Games). Wir haben es bereits auf der Spielwarenmesse gespielt und konnten die Partie im halbstündigen Pressetermin beenden. Jetzt wird in der abendlichen Ruhe statt im Messetrubel gespielt.
Zen Garden ist ein abstraktes Spiel mit einem leichten Thema, das grafisch hervorragend umgesetzt wurde. Im Laufe des Spiels legen wir 16 Plättchen, die wir teilweise bezahlen müssen. Dann folgen sechs Wertungen, von denen vier variabel sind. Über zusätzliche Wertung lässt sich die Komplexität steigern. So weit sind wir definitiv noch nicht. Erst einmal müssen wir die Grundwertungen ausreichend verstehen, bevor wir uns an mehr herantrauen.

Donnerstag, 26. März

Entspannt gehen wir in den Abend. Deshalb gehen wir heute von den vier neuen Spielen das Spiel an, das formell die längste Spieldauer hat: Die Wikinger Saga (Schmidt). Zunächst begeben wir uns in das Tutorial. Mit dem wir die eigenen Karten und die Bewegung des Wikingerpfads kennenlernen. Es spielt sich so, wie ich es mir nach der Beschreibung, die wir auf der Nürnberger Spielwarenmesse bekommen haben, vorgestellt habe.
Dann starten wir das volle Spiel. Der Aufbau geht zögerlich. Es ist dem ersten Spiel geschuldet, weil viel aufzubauen ist. In weiteren Spielen wir das schneller von der Hand. Davon bin ich überzeugt. Acht Abenteuer müssen unsere Wikinger bestehen. Dabei wird ein kleines Deck gebaut. Welche Wikinger zur Verfügung stehen, ist abhängig von den gewählten Abenteurern. Nur das Schlussabenteuer steht fest. Für dieses müssen wir jede Runde einen Wikinger nach Walhalla schicken. Nehmen wir die besten, ist unser Deck in vorherigen Abenteuern geschwächt, nehmen wir die Luschen, endet das letzte Abenteuer in einer Katastrophe. Das Spiel schreit förmlich nach weiteren Partien.

Mittwoch, 25. März

Der Tag steht im Zeichen neuer Spiele. Bereits gestern traf Zen Garden (Queen Games) ein. Heute folgten gleich drei: The Key (Haba), Wikinger (Schmidt) und My City (Kosmos). Wir tragen sie in die Datenbank ein und beginnen nach dem Abendessen mit dem Auspöppeln. Bei den vielen Teilen von Zen Garden und der Sortiererei von Wikinger nimmt dies einige Zeit in Anspruch.
Natürlich sind wir heiß auf die neuen Spiele. So beschließen wir, noch eines der kürzeren zu spielen. Die Wahl fällt auf My City (Kosmos), weil es ein Legacy Spiel ist. Das erste Spiel ist zum Eingewöhnen, der Punkteunterschied groß. Der Sieger bekommt Kampagnenpunkte, muss aber für zukünftige Spiele einen Nachteil hinnehmen. Wir machen sofort mit einem zweiten und dritten Spiel weiter. Der Vorsprung schmilzt, die Nachteile haben ihre Wirkung. Im dritten Spiel wird es eng und mit ihm endet das erste Kapitel. Für uns endet damit heute das Spielen. Was wird uns das zweite Kapitel bringen?

Dienstag, 24. März

Gestern hatten wir Similio: Mythen (Heidelberger) bestellt. Heute ist es eingetroffen. Es reizt ungemein und am Nachmittag spielen wir die ersten beiden Partien. Natürlich zu zweit, wie gestern, wie immer in dieser Zeit. Einmal wird der Charakter erraten, einmal scheitern wir in der Vorschlussrunde. Davon sind wir jetzt ein wenig mehr in der griechischen Antike zu Hause.

Montag, 23. März
Heute ist ein merkwürdiger Tag. Es ist Spieleabend, wir sind zu Haus und er findet nicht statt. In 24 Jahren, in denen es die Pöppelbande gibt, ist dies das erste Mal. Sonst gibt es das nicht. Wenn unsere Spieler von zu Hause losfahren, wissen sie, dass wir für sie da sind.
Wir gestalten ihn ein wenig anders. Unsere Gäste sind in Gedanken bei uns. Wir spielen Letter Jam (Czech Games Edition) zu zweit und mit vier Nichtspielern, die die Gäste repräsentieren. Es funktioniert erstaunlich gut, so gut, dass wir es gleich ein zweites Mal spielen.
Das nächste Zwei-Personen-Experiment folgt: Similio (Heidelberger). Es ist ein Kartenspiel bei dem12 Personen ausgelegt werden und durch Hinweise die gesuchte ermittelt werden muss. Die neueste Ausgabe, Mythen, haben wir heute bei unserem lokalen Händler bestellt – auch als Unterstützung in dieser für Einzelhändler scheren Zeit. Auch dies funktioniert. Statt der Diskussion erzählt man die Gedanken, damit der andere merkt, wohin der Hase läuft. Und noch ein Experiment. Zum ersten Mal kreuzen wir Märchen und Geschichte: Aus einem Set werden die Karten ausgelegt, das andere wird zum Tippgeben benutzt. Das macht es etwas schwieriger und bereiten uns einen neuen Weg.

Sonntag, 22. März
Meist spielen wir abends. Das ist in der letzten Zeit sonntags wenig gewesen, weil wir dann als leidenschaftliche Kreuzfahrer auf Servus TV die Folgen von Lust auf Meer geschaut haben. Schließlich haben wir diese Mittelamerika-Kreuzfahrt auch schon gemacht.
Ein wenig Zeit bleibt dennoch und wir spielen zum zweiten Mal Aqualin (Kosmos). Es läuft, wie wir es erwartet haben: Der Sieger und dessen Vorsprung sind wie beim ersten Spiel. Wir haben dabei das Ziel getauscht: Farbe gegen Meeresbewohner. Beim Regellesen dachten wir, der Farbspieler hätte einen Vorteil, weil die leichter zu sehen ist. Da es aber eine wichtige Komponente im Spiel ist, die gegnerischen Blocke zu verkleinern, benötigt man beide Sichten. Und so ganz nebenbei ein Dank an Kosmos für die tollen Spielsteine.

Samstag, der 21. März
Frühlingsanfang. Wir sind für einen Samstag früh auf, frühstücken und beschließen dann, unsere Kampagne bei Maracaibo (dlp Games) fortzusetzen, zu einer Zeit, zu der wir richtig wach sind.
Dieses Mal ist Speeddating angesagt. Dörfer und Städte werden in großen Schritten angefahren, Kämpfe geführt und Questen erfüllt. Die ersten beiden Prestigegebäude unterstützen dies. Es werden schnelle Runden. Die Strategie scheint aufzugehen. Die gegnerische Entwicklung mit Hafen leidet unter dem Tempo, weil nicht genügend Karten gespielt werden können. Der Rückstand beträgt fast eine halbe Runde auf der Punktleiste. Dann die Schlusswertung. Geld- und Punkteleiste lassen den Hafenspieler aufholen. Die Karten – der Speedspieler hat gerade einmal zwei ausgelegt – lassen den Punktevorsprung schmelzen. Letztendlich reicht es, wenn auch nur hauchdünn. Der Hafen ist besiegt. Die Seuche noch nicht.

Freitag, 20. März
Der Abend wir überwiegend mit Arbeiten für die Pöppelkiste verbracht. Schreiben, Korrekturlesen, setzen und die Aktualisierung für den morgigen Samstag vorbereiten. Was erst nur ein paar Stichpunkte sind, wird dabei schließlich zu einem Tagebuch und wir beschließen, es online zu stellen.
Ein wenig Zeit zum Spielen verbleibt noch. Die Wahl fällt erneut auf Silver Amulett (Ravensburger). Dieses Mal sind wir munter und machen beim Tausch keine Fehler. Die Partie wird durch eine schnelle Runde entschieden: Guter Tausch, niedrige Karten, während der Gegenüber mit seinen fünf nicht so berauschenden Karten einen größeren Rückstand einfährt.

Donnerstag, der 19. März
Der eine Punkt Rückstand bei den Piepmätzen lässt mich nicht ruhen. So frage ich Brigitte nach einer weiteren Partie Flügelschlag (Feuerland). Natürlich wird wieder mit den europäischen Vögeln gespielt - die amerikanischen sind sowieso dabei. Ich bekomme tierisch Futter, baue viele Vögel und weil ich Oologe bin, sorge ich für viele Eier. Bei Brigitte sammelt ein Vogel viele Karten unter sich an, eine anderer erstickt förmlich in Getreide. Was wird gewinnen, viele Vögel und Eier oder viele Siegpunkte aus guter Lagerhaltung? Als wir zusammenzählen und auf den Block starren, können wir das Ergebnis nicht glauben. 88:87 steht da. Das hatten wir doch schon! Nicht ganz. Dieses Mal gewinnt Wolfgang. Das schreit nach einer dritten entscheidenden Partie. Vermutlich endet sie 87:87 oder 88:88 :-).

Mittwoch, der 18. März
Wir sind früh mit dem Abendessen fertig. Damit haben wir die Zeit für ein weiteres Maracaibo (dlp Games). Wir suchen Dr. Edwards, der wohl der einzige ist, der ein Heilmittel gegen die Seuche herstellen kann. Ob Impfstoff oder Dr. Edwards, Seuchen wurden schon immer bekämpft. Weiter werden wir jetzt aber die Story aus der Maracaibo-Kampagne nicht verraten. Auf jeden Fall ändert sich die Auslage, Mal werden wir eingeschränkt, mal erhalten wir neue Möglichkeiten.
Dieses Mal spiele ich auf die Entdeckerleiste und lege meine Karten rund um das eroberte Dorf aus. Brigitte hat als ihre Zentrale den Hafen auserkoren und kämpft ein ums andere Mal mit der Spanischen Armada. Ich führe das ganze Spiel über die Punkteleiste an, teilweise mit über 40 Punkten. Allein die Schlusswertung kehrt es um und ich verliere mit deutlichem Abstand.

Dienstag, der 17. März
Das Wetter ist gut. Da wir viel zu Hause bleiben sollen und auch eine Ausgangssperre droht, nutzen wir es, um den Garten voranzutreiben. Der Rasen wird gemäht und vertikutiert, die Terrasse gereinigt und die Korbmöbel aufgestellt und mit Kissen versehen. Der Kaffee in der schon warmen Sonne tut dem Gemüt derzeit besonders gut.
Am Abend sind wir zu erschöpft für ein größeres Spiel. So spielen wir Silver Amulett (Ravensburger). Wie müde wir sind, erkennt man daran, dass jeder von uns einmal beim Kartentauschen einen Fehler macht und Karten mit unterschiedlichen Werten aufdeckt. Ansonsten bestätigt sich, was sich schon vorher gezeigt hat: Das Spiel spielt sich sehr gut zu zweit. Nur eine direkte Revanche fällt schwer, weil man sich Kartenwerte und -plätze merken muss. Schon in der vierten und letzten Runde des Spiels schwirren einem die Auslagen der drei Runden zuvor im Kopf herum.

Montag, der 16. März
Heute ist mein erster Tag im Home Office. Das passt, denn während meiner Arbeitszeit trifft ein kleines Paket ein, Inhalt: Aqualin (Kosmos), das neue Spiel aus der Spiele-Für-Zwei- Reihe. In einer Pause probieren Brigitte und ich es aus. In nächster Zeit werden wir ohnehin viel zu zweit spielen, da kommt ein Spiel für zwei genau richtig. Die Regeln sind einfach: Gesetzten Stein versetzen, neuen Stein setzen, Stein in der Auslage ergänzen. Während des Spiels merken wir, dass die Spieltiefe deutlich höher ist als die Regellänge, für uns ein Merkmal guter Spiele.

Am Montag ist immer Spieleabend. Wir überlegen lange, ob wir ihn noch absagen sollen. Wäre das sinnvoll oder kann man ihn noch durchführen? Wir machen einen Kompromiss: Dieser findet noch statt und dann verabschieden wir uns bis nach Ostern. Bereits am Nachmittag kommen die – verständlichen Absagen. Für die wenigen, die kommen wollen, bereiten wir alles so vor, dass direkten Kontakt vermieden wird und die Abstände so weit es beim Spielen möglich ist, groß sind.
Am Abend sind wir zu siebt. Für die Begrüßungsrunde stehen die Stühle weit auseinander. Die Entscheidung, was gespielt wird, fällt schnell. Die beiden Gruppen gehen in getrennte Räume. Auf die sonst üblichen Knabbereien wird verzichtet – ein Grabbeln in gemeinsamen Schalen muss dieser Tage nicht sein. Hauptgetränk ist an den Abenden Wasser in Habliterflaschen. Weil sie alle gleich aussehen, bitten wir die Gäste, auf die jeweils ihre zu achten. Bis zum Ende bleiben wir in den Gruppen, wie sie sich anfangs gefunden haben. Am Ende verabschieden wir uns. Der nächste Termin wird der 20. April sein, zumindest glauben wir das an diesem Abend. Ob es so kommen wird, werden wir sehen.

Sonntag, der 15. März
Das Wetter ist weiterhin schön und wir wiederholen den Spaziergang, nur etwas früher. Außerdem muss das Spieleregal in Wohnzimmer dringend aufgeräumt werden. Die vielen Essener Neuheiten stehen kreuz und quer. Die weniger attraktiven bringen wir ins Archiv. Oben hinten findet sich die Europa-Erweiterung zu Flügelschlag (Feuerland). Die war: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Erweiterungen, die in Essen erscheinen, kommen zunächst kaum bis gar nicht auf den Tisch. Die neuen Spiele sind zu interessant. Abends beschließen wir, die europäischen Vögel aus dem stickigen Schachtel-Käfig zu befreien und ihnen ein wenig Luft zu gönnen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass die neuen Vögel eine schöne Abwechslung sind. Das Ergebnis lautet 88:87 für Brigitte. Spannend war es also auch.

Samstag, der 14. März
Samstags versenden wir die E-Mail über den Spieleabend, der wöchentlich montags bei uns stattfindet. Sollen wir ihn absagen oder nicht? Wir entscheiden uns für den Spieleabend, diskutieren, was zu tun ist. In der E-Mail bitten wir diejenigen, die aktuell nicht mehr kommen möchten, uns Bescheid zu sagen. Direkt kommen keine Absagen – noch nicht.
Tagsüber ist das Wetter sehr schön. Wir gehen in der Flora Westfalica, dem Landesgartenschaugelände von 1988, spazieren. Wer weiß, ob und wann und für wie lange eine Ausgangssperre kommt? Wir sehen viele Leute, aber zu denen können wir Abstand halten.
Am Abend machen wir etwas, das wir schon länger vorhatten: Wir fangen die Kampagne von Maracaibo (dlp Games) an und lesen die ersten Zeilen: „In Portobello ist eine mysteriöse Seuche ausgebrochen.“ Ist das ein in der Karibik angesiedeltes historischen Spiel oder ein zeitgenössisches? Und ja, auf der Schachtel steht Maracaibo und nicht Pandemie Legacy 3.

Freitag, der 13. März
Es gibt nur noch ein Thema: Corona. Der Virus schafft das, was Pinky und Brain immer wieder versuchen: Er reißt die Weltherrschaft an sich. Das soziale Leben wird immer weiter eingeschränkt – manches angeordnet, manches freiwillig. Diesen Freitag ist Spieleabend im Gemeindehaus des Nachbarortes. Hingehen oder nicht – das ist hier die Frage? Als wir erfahren, dass der Veranstalter beim Bürgermeister nachgefragt hat und von ihm die Erlaubnis für die Durchführung bekommen hat, ist die Entscheidung klar: Wir gehen hin. Wer weiß, was das nächste Mal sein wird? Es sind deutlich weniger Teilnehmer als beim letzten Mal. Dennoch kommen drei Spielrunden zustande. Brigitte spielt Würfel-Siedler (Schwerkraft) und Ohanami (Nürnberger Spielkarten), ich Ecos (AEG) und Bites (Board Game Table). Apropos Bites: Es ist eine amerikanische Ausgabe unseres Big Points, jetzt mit Thema und viel größerer Variation.