Pöppelkiste - RezensionDas Spiel spielt in einer abstrakten, fiktiven Landschaft. Wir besitzen dort ein Zelt, weit weg von den anderen Spielern. Von dort breiten wir uns aus, indem wir weitere Zelte aufbauen und damit Aufgaben erfüllen.
Die Landschaft besteht aus Platten, die jeweils sieben Sechsecke zeigen. Diese Sechsecke wiederum zeigen eine von fünf Landschaften: Gebirge (scwarz), Hügelland (rot); Wüste (gelb), Wald (grün) und Wasser (blau). Für den Start legen wir so viele dieser Platten aus, wie Spieler am Spiel teilnehmen. Daran bauen wir pro Spieler ein weiteres Feld, das in der Mitte ein farbneutrales Sechseck für das erste Zelt eines jeden Spielers zeigt.
Jeder Spieler bekommt zwei zufällige Karten. Sie zeigen eine oder zwei der genannten Landschaften. Bei einer Landschaft oder wenn eine von zwei Landschaften Wasser zeigt, kommt noch ein Symbol auf (einer) der Landschaft(en) hinzu. Außerdem wählt er eine von fünf ausliegenden Aufgaben. Zur Erfüllung müssen Zelt in bestimmten Landschaften stehen oder an Symbolen, von denen es drei verschiedene gibt.
In einem Spielzug hat eine Spieler zwei Möglichkeiten: Er kann Karten nehmen oder ein Zelt aufstellen. Es liegen immer sechs Karten in einer Reihe aus. Möchte der Spieler Karten nehmen, so wählt er zwei nebeneinander liegende und nimmt sie auf die Hand.
Wenn er ein neues Zelt aufstellen möchte, muss er die Wegstrecke von einem seiner Zelte zum neuen Ort zurücklegen. Für jedes Feld der Strecke, auch für das Startfeld, muss er eine Karte spielen, die die betreffende Landschaft zeigt. Eine Ausnahme ist das Wasser. Hier genügt eine Karte für mehrere aneinandergrenzende Felder. Am Zielfeld, auf dem noch kein Zelt stehen darf, errichtet er dann sein neues Zelt.

Als Folge bekommt er ab dem zweiten Zelt abwechselnd eine weitere Aufgabe oder er darf eine Karte werten. Die Aufgabe wählt er wie seine zu Beginn des Spiels. Bei einer Kartenwertung schiebt er eine seiner Handkarten unter sein Spielbrett, sodass die Hälfte sichtbar bleibt. Die Landschaft und, falls vorhanden, ein Symbol, ein Feuer oder ein Stern zählen für die Erfüllung der Aufgaben bzw. für die Endwertung mit.
Das Spiel endet mit der Runde, in der ein Spieler seine neun Zelte aufgebaut hat. In der Schlusswertung bringen die Aufgaben Punkte und Feuer. Feuer gibt es auch auf Karten und als Belohnung, wenn ein Spieler alle Zelte errichtete hat. Jedes ist einen Punkt wert und wer die meisten besitzt, erhält vier Bonuspunkte. Dazu zählt jeder Stern zwei Punkte und jede Gruppe von mindestens zwei Zelten vier Punkte. Es gewinnt, wer die meisten Punkt gemacht hat.
Das Spiel hat recht einfache Regeln, durch die es eine hohe Spieltiefe erreicht. Dazu hat es wenig Downtime. Aufgaben wählen, Karten aussuchen, Zelte platzieren, es sind die Entscheidungen der Spieler, die das Spiel bestimmen. Ein wenig Zufall gibt es natürlich bei der Auslage von Aufgaben und Karten, jedoch steht die Planung und Durchführung der Spieler im Vordergrund.
Weil alle Spieler sich auf dem gleichen Spielplan ausbreiten, bietet das Spiel eine hohe Interaktion. Es kommt häufiger vor, dass ein Mitspieler eine anvisierte Landschaft besetzt und ich dadurch umplanen muss. Fast immer gibt es Alternativen, nur können diese höhere Kosten für die Errichtung eines Zeltes bedeuten. Des Weiteren habe ich immer die Möglichkeit, über Karten unter dem Spielbrett noch fehlende Elemente von Aufgaben zu bekommen.
Zuletzt enthält Dewan eine pfiffige Wertung. Oft bringen die Aufgaben die meisten Punkte (auch durch Feuer). Die Sterne, Mehrheiten durch Feuer und vor allem die Gruppen eigener Zelte beeinflussen das Endergebnis dennoch erheblich. Viel Feuer kann ebenso zum Sieg führen wie Zeltgruppen. Diese erfordern auch immer wieder Züge, die mehr als zwei Karten Kosten, weil sonst keine weiteren Gruppen entstehen können.
Ich mag Spiele, die mit nur wenigen Aktionen und Regeln auskommen. Dewan ist ein gehobenes Familien- oder einfaches Kennerspiel, das genau dieses Kriterium erfüllt. Regeln für zwei Aktionen und vier einfache Wertungen sind zügig erlernt und leicht zu beachten. Das Spiel zu meistern, ist hingegen nicht so leicht, wodurch der Spielreiz anhält. Ich mag Dewan sehr und empfehle es daher gern weiter. (wd)
|
Steckbrief Dewan |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Johannes Goupy, Yoann Levet | Space Cowboys | 2 - 4 Spieler | ab 10 Jahre | ca. 40 Minuten | Arthus Pilorget |