AquariaAquaria

Tier-, Natur- und Umweltthemen sind zurzeit oft in Spielen zu finden. Auch Aquaria, in dem wir versuchen, ein eindrucksvolles Aquarium zusammenzustellen, gehört zu diesen Spielen.

Wer ein Aquarium besessen hat, weiß, wie viel Aufwand hereingesteckt werden muss, damit es gedeiht.

Als Mitglieder eines Aquarienvereines wetteifern wir in Aquaria um das beste Aquarium. Wir müssen unser Wissen über Aquaristik erweitern, das Wasser reinhalten, Pflanzen und Tiere in unserem Aquarium ansiedeln und sie versorgen.

Im Spiel gibt es zwei Währungen: Sauerstoff und Perlen.
Wir benötigen Sauerstoff, um neue Fische in unser Aquarium einziehen zu lassen.
Mit Perlen bezahlen wir die Verstärkung von Aktionen.
Die Aktionen, die wir durchführen können, finden wir auf dem Aktionsplan mit seinem fünf Aktionsrädern und einem vorgedruckten Zentrum.

Wir führen reihum Aktionen durch, indem wir unseren Würfel, der bei Rundenanfang 0 anzeigt, auf das entsprechende Feld bewegen und seine Zahl um 1 höherdrehen. Ist das Feld zu dem bisherigen Feld benachbart, erhalten wir einen Bonus. Dann drehen wir das Rad ein Feld weiter und verringern damit den Bonus für diese Aktion, bezahlen ggf. Perlen, um sie stärker auszuführen, und führen sie durch.
Das Zentrum erlaubt alle Aktionen in ihrer einfachen Form und gibt als Bonus immer einen Filterschwamm.

Die Aktionen erlauben Karten aus der Auslage und Futterdosen zu bekommen, den Sauerstoffgehalt im Aquarium zu erhöhen und Karten in das Aquarium zu spielen. Wissen zu erwerben oder uns in der Zoohandlung durch Bezahlung mit Karten Ressourcen und andere Hilfestellungen zu versorgen sind die anderen beiden Möglichkeiten.

Alles ist, wie in einem richtigen Aquarium eng verzahnt. Spiele ich Karten in das Aquarium, muss ich bei Fischen normalerweise Sauerstoff zahlen, Pflanzen sind hingegen kostenlos.

Durch den Platz, an dem ich einspiele, kann ich auch die Mikroflora im Aquarium verändern, die, wenn richtig eingestellt, am Rundenende Ressourcen gibt. Diese Einstellungen kann ich auch auf anderen Wegen verändern.

Haben alle vier Züge durchgeführt kommt es zur Zwischenwertung in der man Erträge (Fischfutter, Sauerstoff, Karten) aus einigen der gespielten Karten bekommt, die Fische füttert und Punkte bekommt, bzw. bei hungernden Fischen Punkte verliert. Die Kartenauslagen werden erneuert, und die nächste Runde beginnt.

Eine Erklärung braucht das Wissen. Hier klettert man in einem Netzwerk immer höher. Geht man als erster einen der Wege hinauf, bekommt man an vielen Plätzen einen Extrachip, den man für einen vorgegebenen Zweck ausgeben kann, oder der am Schluss Punkte bringt. Als Effekt einiger Aktionen bekommt man häufig Belohnungen, die durch die Platzierung im Wissensnetz vorgegeben sind.

Vor allem durch das Einspielen von Karten bekommen wir Filterbonusplättchen, die in den Filter eingebaut werden. Habe ich fünf Filterschwämme eingesetzt, kommt es zu einer persönlichen Wertung, in der ich die Belohnungen durch die Bonusplättchen und Punkte für meinen Sauerstoffgehalt bekomme oder auch verliere. Danach beginne ich erneut, Schwämme zu sammeln.

Nach der vierten Runde kommt es zur Schlusswertung, in der es Punkte für bestimmte Auslagen gibt. Zum Beispiel geben jede volle Reihe oder Spalte, Clownfische neben Anemonen oder große Gruppen von Schwarmfischen Punkte. Auch das Erreichen des letzten Knotens des Wissensnetzes wird nach der Reihenfolge belohnt.

So füllt man sein Aquarium immer weiter, baut sein Wissen aus und hofft, am Ende die meisten Punkte zu erringen.

Aquarium

Es gibt viele Handlungsmöglichkeiten, nur heißt es, sie in der richtigen Reihenfolge und zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen, um erfolgreich zu sein.
Das Spiel bietet viele Wege und es braucht einige Spiele, bis man alle verinnerlicht hat. Neben dem Ressourcenmanagement ist aber auch topologisches Verständnis notwendig, um in der Schlusswertung richtig zu punkten.

Da die äußeren Aktionen des Spielplans immer zufällig zusammengebaut werden, und auch die Boni immer neu zugeordnet werden ist jedes Spiel anders. Ich muss immer wieder andere Wege, bei denen Aktion und Bonus für mich stimmen, gehen. Manchmal ist die Aktion wichtig, manchmal gehe ich eher wegen eines Bonus zu einer Aktion. Ich muss immer den Spielplan richtig lesen.

Wasserpflanze SchwarmfischClownfisch Anemone

Ich mag Aquaria, obwohl ich in meiner Jugend mein Aquarium nicht in Schwung bekommen habe. Vermutlich haben mir die Besuche in der Zoohandlung und das Wissen, das ich dort bekommen hätte, gefehlt. In meinem ersten Spiel habe ich dieses auch vernachlässigt, und die Strafe folgte durch den letzten Platz.

Das Spiel gibt ein gutes Spielgefühl, weil man immer etwas bekommt. Das Einpuzzeln der Karten ins Aquarium und zu sehen, wie es sich entwickelt und voller wird, macht mir Freude. Ich kann aus dem Bauch heraus spielen, um das Aquarium schön zu gestalten.
Durch die vielen kleinen Regeln ist Aquaria kein Familienspiel. Ich sehe es auch durch die Spieldauer eher im Kennerbereich. Nach dem Verstehen der Regeln kann es locker gespielt werden, ist also auch für erfahrene Familienspieler als Einstieg in komplexere Spiele geeignet. Ausstattung und Optik locken, es einfach einmal zu spielen.
Für mich ist auch nach vielen Spielen Aquaria immer noch reizvoll. (bd)

Steckbrief
Aquaria
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Tomas Holek Skellig 1 - 4 Spieler ab 12 Jahre 80 - 120 Minuten Anežka Bělohoubková, Roman Kucharski, Milan Vavron