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Die AlchemistenDie Alchemisten

Der Titel lässt mich spontan an Nicolas Flamell, Albertus Magnus, den Stein der Weisen, Goldherstellung und Unsterblichkeit denken. Doch das Tätigkeitsfeld der Alchemisten umfasste viel mehr. Sie waren frühe Chemiker und Pharmazeuten; sie erforschten den Aufbau der Materie.

Wir leben im Spiel in unserer eigenen Welt: Die Zutaten, die wir untersuchen enthalten genau ein alchemistisches Element. Ein Element besteht aus drei Teilchen, die eine Farbe (rot, grün oder blau) und eine Ladung (+oder -)besitzen. Jedes Teilchen kann zudem groß oder klein sein.
Als Alchemisten versuchen wir nun, die Zusammensetzung verschiedener Zutaten zu entdecken, diese Entdeckungen zu veröffentlichen, fremde Veröffentlichungen zu widerlegen, und ständig an der vordersten Front der Forschung zu sein, um Prestige zu erlangen.

Das Spiel geht über sechs Runden, die ähnlich ablaufen. Zuerst wird die Reihenfolge, in der man die einzelnen Spielzüge ausführt, bestimmt. Je später man startet, desto mehr Ressourcen erhält man zu Beginn der Runde. Dann markiert man die Aktionen, die man ausführen will.
Die Aktionen finden immer in gleicher Reihenfolge statt. Als erstes sammeln wir Zutaten, die wir dann, wenn es unbedingt notwendig ist, verkaufen können. Sobald wir Tränke gezielt brauen können, haben wir die Möglichkeit, diese an gut betuchte Kunden verkaufen. Nun steht der Kauf von Laborequipment auf dem Plan. Ein gut eingerichtetes Labor ist für die weitere Forschung nützlich und kann zusätzlich auch Prestige einbringen. Wurden schon Theorien veröffentlicht, kann ich sie nun widerlegen. Danach können wir Theorien veröffentlichen oder fremde Theorien unterstützen. Erst jetzt können wir neue Tränke brauen.Aus zwei Zutaten brauen wir einen Trank. Dieser gibt uns Hinweise auf ein Teilchen der beteiligten alchemistischen Elementes. Zuerst lassen wir unseren Studenten davon trinken. Hat dieser r in der Runde schon einen negativen Trank ausprobiert, lässt er sich nur gegen Bezahlung dazu überzeugen, einen weiteren zu trinken. Dann stellen wir Selbstversuche an, und müssen in der nächsten Runde gegebenenfalls mit den negativen Folgen leben. Zum Schluss gibt es eine abschließende Bewertung, in die unser bisher erlangtes Prestige, unsere Laborausrüstung, und die Qualität unserer Veröffentlichungen eingehen.

Ein erster Versuch

Jeder, der studiert hat, wird hier das frühere wissenschaftliche Leben wiedererkennen. Dabei stellt das alchemistische Leben viele verschiedene spielerische Ansprüche. Der offensichtlichste Mechanismus ist die Deduktion. So ist logisches Denken essentiell. In den ersten Spielen streicht man nur nach den grundlegenden Hinweisen Möglichkeiten der Zusammensetzung weg. Später findet man weitere Möglichkeiten für Schlussfolgerungen. Dann wird es ein Deduktionsspiel auf höchstem Niveau. Jetzt ist es Zeit , etwas zur App zu sagen. Sie erkennt die Zutaten über die Kamera und gibt den Trank an, der gebraut wurde. Dabei ist Sie, auch für Smartphone-Newbies- einfach zu bedienen und arbeitet fehlerlos. Dem Spiel liegt zwar das Material für einen menschlichen Spielleiter bei, aber wer mag zwei Stunden neben dem Spielbrett sitzen und nur gelegentlich "Rot Plus" oder "Blau Minus" sagen, wobei dieses Ergebnis aus einer Tabelle abgelesen wird?

Ich mag Deduktionsspiele sehr gern, aber viele wurden mir schon durch fehlerhafte Aussagen der Mitspieler verleidet. Habe ich jetzt falsche Angaben in meinen Schlüssen, habe ich mir selbst etwas falsch aufgeschrieben.

Das Artefakt DruckerpresseDer Mechanismus für den strategischen Teil im Spiel ist das Workerplacement. Es funktioniert hier jedoch etwas anders als gewohnt. Jeder Spieler markiert in einer eigenen Spalte bei jeder Aktion, was er tun will. Dabei ist die Reihenfolge umgekehrt zur Spielreihenfolge, d. h. derjenige, der als letzter seinen Zug durchführen wird, muss als erster seine Arbeiter setzen.
Ein genauer Plan kann daher nur umgesetzt werden, wenn ich als erster die Aktion ausführe. Beim Sammeln von Zutaten sind für die zu spät Kommenden die begehrten schnell weg. Gleiches gilt für Laborartikel und eine falsche Theorie kann nur von einem Spieler widerlegt werden. Daher ist bei vielen Aktionen die Reihenfolge sehr wichtig.
Zurück zum Spiel: Das Wissen bringt kein Prestige, wenn man keine eigenen Veröffentlichungen macht beziehungsweise fremde widerlegt. Hier wird eine weitere Fähigkeit, das Bluffen, verlangt. Wartet man bis zur Veröffentlichung, bis alles genau geklärt ist, kommen einem die anderen Mitspieler oft zuvor beziehungsweise ist das Spiel schon beendet. So gilt es, Halbwissen mit großer Selbstsicherheit der Öffentlichkeit Preis zu geben.

Zutat EnzianFür mich ist die Alchemisten ein ganz besonderes Spiel. Der Spieler muss viele verschieden Fähigkeiten aufweisen, um erfolgreich zu sein. Da nicht nur die Zusammensetzung der Zutaten, sondern auch das zu Verfügung stehende Labormaterial von Spiel zu Spiel variiert, ergeben sich immer wieder neue, anspruchsvolle Spiele. Die Grundlage des Spieles ist die Deduktion. Daher muss man sich klar sein, dass analytisches Denken verlangt wird. Durch diese Überlegungen kommt es immer wieder mal zu Wartezeiten, wenn die Ergebnisse einiger Tests in die Theorie eingebunden werden sollen. In der richtigen Runde ist man bereit, den anderen Ihre Zeit zu lassen und bekommt auch selbst Zeit für notwendige Überlegungen. Auch hier hilft das Thema. Mancher Forscher braucht Jahre für seine Ergebnisse, warum soll man hier nicht einem Mitspieler ein paar Minuten geben? So sehe ich als wichtigste Eigenschaften für dieses Spiel analytisches Denken und Geduld mit den Mitspielern. Sind diese beiden Eigenschaften vorhanden, hat man ein schönes thematisches, anspruchsvolles Spiel vor sich, das seine Originalität in der Verbindung von Strategie und Deduktion hat. (bd)

Die Regel:

Wie schon Thema und Optik ist auch die Regel hervorragend.
Ich habe bisher alle Fragen dort klären können und musste nie lange suchen.
Allein das erste Lesen war schon ein Genuss. Neben dem theoretischen Teil gibt es dort immer wieder Hinweise mit thematischem Hintergrund. Mich ließen diese oft schmunzeln, sie lockerten die kompakten Regeln auf und gaben kurze Entspannung, die half, auch weiter konzentriert zu lesen. Diese Hinweise sind andersfarbig gedruckt, so kann man sie, wenn man pure Regel will, einfach überspringen.
Wie bei Piranha Pedro haben wir hier eine Regel, die mir beim Lesen viel Vergnügen bereitet.

Auf dieser Extraseite zeige ich ein einige Regelausschnitte.

Steckbrief
Die Alchemisten

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Matús Kotry Czech Games Edition 2 - 4 Spieler ab 13 Jahre ca. 120 Minuten David Cochard, Jakub Politzer