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CiubCiub

Würfelspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Einen Teil des Erfolgs verdanken sie dem Zufall, der in den kleinen sechsseitigen Objekten steckt. Gerade dieser Zufall kann erbarmungslos zuschlagen. Der Mitspieler würfelt immer wieder einen Kniffel, räubert bei Siedler mit der 7 oder hat die Würfel auf Dauerpasch bei Backgammon gestellt. Wer wünscht sich da nicht, mehr Einfluss auf das Würfelergebnis zu haben? Das lässt sich zumindest für die eigenen Würfe einrichten - mit Ciúb.

einige SpezialwürfelJeder Spieler beginnt das Spiel mit fünf Würfeln. Diese zeigen wie gewohnt die Zahlen von 1 bis 4. Dazu tragen sie ein Sondersymbol. Es erlaubt, diesen Würfel gegen einen anderen zu tauschen. Meinen Spielzug beginne ich, indem ich meine Würfel werfe. Anschließend muss ich entweder Würfel austauschen oder zur Seite legen. Für einen Austausch stehen sechs Würfeltypen zur Verfügung. Drei davon haben ausschließlich Zahlenwerte: Nur ungerade, nur gerade bzw. nur hohe Zahlen. Die anderen drei Würfeltypen haben ein paar Zahlen und weitere Sonderaktionen wie einen Würfel erneut werfen oder am Ende des Zuges den Würfel gegen zwei andere tauschen. Es gibt auf diesen Würfeln aber auch einen Totenkopf, der ein wertloses Herauslegen des Würfels erzwingt.
Ziel meiner Aktion ist das Würfeln bestimmter Zahlenkombinationen, die durch Karten in einer Auslage vorgegeben sind. Je nach Schwierigkeit bringen sie Siegpunkte. Durch den Tausch meiner Startwürfel gelange ich an Würfel, die eine viel bessere Wahrscheinlichkeit haben, zu einer solchen Kombination beizutragen. Über Aktionen lassen sich unterdessen weitere Manipulationen vornehmen. Schaffe ich es trotz aller Möglichkeiten nicht, eine Zahlenkombination zu würfeln, erhalte ich einen zusätzlichen Würfel. Erreiche ich eine Zahlenkombination, so erhalte ich die entsprechende Karte aus der Auslage, und eine neue, meist höherwertige, ersetzt sie. Danach muss ich meine Würfel wieder auf fünf Stück reduzieren.
Unabhängig vom Ergebnis darf ich am Ende immer die Aktion 2-Würfel-für-1 ausführen. So kann ich auch bei Erfolg mit mehr als fünf Würfeln starten. Außerdem darf ich Würfel zurück in Startwürfel tauschen. So werde ich inzwischen nicht mehr benötigte Würfel los und kann sie im nächsten Wurf wieder in andere Würfel umwandeln.

Karte für einen der Würfel mit SymbolenBis hierhin erhalten wir ein interessantes Würfelspiel, das den Spielern eine gute Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten abverlangt. Sind alle Spieler darin gut trainiert, läuft das Spiel zügig. Durchblicken aber einige Mitspieler den Ablauf nicht, so ziehen sich Spielzüge und damit das Spiel erheblich. Ich persönlich lehne Spiele zu viert inzwischen ab. Diese Haltung wird bei mir noch dadurch verstärkt, dass bei vier Spielern öfter Würfel eines dringend benötigten Typs nicht mehr im Vorrat verfügbar waren. Zu zweit und zu dritt hingegen ergaben sich meist flotte Spielabläufe, in denen die Wartezeit in den Zügen der Mitspieler zu verkraften war.

Ziel- und BonuskarteNach diesem Einschub einer ersten Bewertung kommen wir zum Spielende. Die letzte Spielphase wird eingeläutet, wenn die letzte Karte in die Auslage gelegt wird. Wer nun die nächste Karte erhält, bekommt dazu eine Bonuskarte mit Sondersiegpunkten. Abschließend darf jeder Mitspieler noch einmal Würfeln.
Diese Bonuskarte ist für das Spielgleichgewicht tödlich. Die Punkte von dieser Karte bestimmten in meinen gemachten und beobachteten Spielen immer den Sieger. Es findet sich ein Hinweis in der Regel, dass der Besitzer der Bonuskarte nicht immer der Sieger ist. Dies zeigt mir, dass schon seitens des Verlags von vielfachen Siegentscheidungen durch die Bonuskarte ausgegangen wird. Ich frage mich, was Autor und Verlag dazu bewogen hat, diese Karte so stark zu machen. Bei uns jedenfalls führte die Karte dazu, dass gegen Ende des Spiels niemand mehr Karten aus der Auslage wollte, umso die Chance zu bekommen, als Erster auf die Bonuskarte würfeln zu dürfen. Bei der entstehenden Langatmigkeit fällt es kaum noch ins Gewicht, dass der Startspieler sehr oft einen Wurf mehr hat als der letzte Spieler in der Runde.

Ich kann für Ciúb ein klares Urteil abgeben. Die Grundidee ist äußerst reizvoll, trägt aber nur in kleiner Besetzung. Die Umsetzung der Idee, insbesondere die Schlussphase mit der Bonuskarte, ist völlig missraten. Eine solche redaktionelle Arbeit, die den Spieler dazu zwingt, Hausregeln zur Rettung der grundlegend guten Spielidee zu entwickeln, möchte ich nicht noch einmal sehen. (wd)

Steckbrief
Ciub

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Tom Lehmann Amigo 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre ca. 45 Minuten Dennis Lohausen