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OlymposOlympos

Der Olymp ist der Sitz der griechischen Götter. Seit jeher lenken sie von dort das Schicksal der Helenen. Wir sind ein Teil des hellenischen Volkes und werden das griechische Festland sowie die vielen Inseln besiedeln. Durch die Besiedelung erhalten wir Rohstoffe, die wiederum die Grundlage für die Forschung bilden.
Was so simpel klingt, ist es im Grundprinzip auch. Wir Spieler haben genau zwei Möglichkeiten in unserem Spielzug: Ausbreitung oder Fortschritt. Beide Aktionen werden in Zeit gemessen, die auf einer Zeitleiste abgetragen wird. Wer im Spiel am wenigsten Zeit verbraucht hat, führt den nächsten Spielzug aus.

besiedeltes Griechenland der AntikeFür die Ausbreitung liegt vor uns eine Karte von Griechenland, die in einzelne Regionen unterteilt ist. Südlich von Kreta, dort wo heute sich nur Mittelmeer befindet, sind drei weitere Inseln: Atlantis. Jede dieser Regionen produziert entweder Getreide, Holz, Stein oder Gold. Manchmal helfen Regionen auch noch bei der Errichtung von Wunder, was durch einen Stern gekennzeichnet ist. Als letzte geographische Besonderheit gibt es die Region um den Olymp, die durch ein Zeus-Symbol gekennzeichnet ist.
Für eine Ausbreitung darf zunächst ein neuer Siedler eingespielt werden. Dies geschieht entweder im Norden Griechenlands oder aber in einer Region, die der Spieler kontrolliert. Anschließend muss dieser neue Siedler bewegt werden. Wer keinen neuen Siedler nach Griechenland schickt, darf irgendeinen seiner Siedler bewegen. An seinem Ziel angekommen, besetzt der Siedler die neue Region. War sie schon vorher besetzt, muss er dafür kämpfen. Den Kampf gewinnt er immer, doch kostet ihn das zusätzliche Zeit.
Die Zeit, die für eine Ausbreitung verbraucht wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als erstes kostet ein neuer Siedler Zeit. Bei der Bewegung hängt die Zeit von der Strecke ab und ob sie über Land oder über das Meer führt. Beim Kampf schließlich kommt es auf die Zahl der Schwerter an; besitzt er mehr als der bisherige Inhaber der Region kostet der Kampf wenig Zeit, hat er weniger Schwerter, kostet es mehr Zeit.

Fortschritt: Kavallerie und Wunder: kolossDamit sind wir beim Fortschritt, denn die Entwicklung militärischer Fähigkeiten, gemessen in Schwerter, ist eine der vielen Möglichkeiten der Forschung. Um einen Fortschritt zu erwerben, werden bestimmte Rohstoffe benötigt. Besitz ein Spieler sie, nimmt sich der Spieler den Fortschritt und dazu noch eine Belohnung. In Gegenzug muss er dafür viel Zeit aufbringen.
So einfach der Erwerb eines Fortschritts ist, so vielseitig sind die Möglichkeiten. Neben den militärischen Fähigkeiten gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Entwicklungen, die dem Spieler Zeit ersparen. Ein einfaches Beispiel ist die Medizin, die das Einspielen eines neuen Siedlers "verbilligt". Auch künstlerische und geisteswissenschaftliche Fähigkeiten können entwickelt werden. Sie geben bei Spielende Punkte. Bevor ich auf die Theologie zu sprechen komme, ziehe ich die Wunder vor. Es sind Bauwerke die zusammen mit den Fortschritten ausliegen. Sie werden jedoch mit Sternen errichtet, die es in einigen Regionen gibt und die durch zwei Fortschritte vergeben werden. Doch können erworbene Fortschritte den Bau begünstigen. Der einzige Zweck der Errichtung ist das viele Prestige dieser Gebäude.

Die Göttinnen Artemis und NemesisFortschritte sind aber auch in der Theologie zu erzielen. Sie werden in Zeus-Symbolen gemessen. Auf der Zeitleiste befinden sich sechs Zeus-Felder. Jeder Spieler der sie überschreitet, bekommt eine positive Schicksalskarte. Dazu löst der erste Spieler, der ein Zeus-Feld überschreitet, eine göttliche Macht aus, an einigen Stellen der letzte Spieler noch einmal.
An einer solchen Stelle greift nun einer der griechischen Götter in das Spielgeschehen ein. Entweder bestrafen sie die Spieler mit den wenigsten Zeus-Symbolen oder belohnen diejenigen mit den meisten. So verlangt Nemesis die Ablage aller Schicksalskarten von den ungläubigsten Spielern während Artemis den Gläubigsten einen Rohstoff gibt.
Die Endphase des Spiels beginnt für einen Spieler, sobald er das letzte Zeus-Feld überschritten hat. Hatten alle Spieler die Möglichkeit auf solch einen letzten Spielzug, endet das Spiel. Das Prestige aus den verschiedenen Quellen wird addiert und darüber der Sieger ermittelt.

Die Region um dne OlympZunächst erscheint Olympos wie ein gewöhnliches Entwicklungsspiel: Durch Eroberung von Regionen erhalten wir Rohstoffe über die wir Fortschritte erwerben. Hier nun wird das Prinzip auf ein Minimum reduziert, denn es gibt keine anderen Handlungsmöglichkeiten.
Die Abwechslung, die hier nicht durch eine Vielfalt an Aktionsmöglichkeit geboten wird, gibt es über zwei Wege. Der eine Weg sind die Fortschritte, die durch ihre Vielfalt zahlreiche Strategien ermöglichen. Gleichzeitig verhindert die variable Auslage eine wiederkehrende monotone Umsetzung einer einmal erfolgreichen Vorgehensweise. Der andere Weg sind die Schicksalskarten und die Götter. Sie bringen einen Zufall in das Spiel, der bei den Schicksalskarten ausgewogen und bei den Göttern beeinflussbar ist. Hierüber wird so mancher Spieler in Bahnen gelenkt, die er zu Beginn des Spiels nicht begehen wollte.

diverse Chips: Zeus - Stämme - Stern - Sanduhren - Prestige / Gold - Stein - Holz - GetreideTrotz seiner simplen Anlage führen die facettenreichen Regeln - im Rahmen dieser Rezension wurde von vielen Details abstrahiert - zu einem umfangreichen Regelwerk. Dies ist einer der Gründe, warum es sich bei Olympos um ein Spielerspiel handelt. Die vielschichtigen Möglichkeiten sind nicht leicht zu überblicken. Dementgegen steht ein dennoch einfacher Zugang, weil sich Olympos sehr gut "aus dem Bauch heraus" spielen lässt. Wer Spiele dieser Art kennt, wird einen schnellen Einstieg finden. Der lang anhaltende Spielspaß wird dann durch die Fortschritte gewährleistet, denn zu gern möchte man im nächsten Spiel etwas anderes ausprobieren.
Nach dem Lesen der Regeln stand ich dem Spiel eher skeptisch gegenüber, weil ich die Mechanismen als bekannt einstufte und ich die Erlernbarkeit ob der Vielfalt der Fortschritte für schwer hielt. Schon das erste Spiel zeigte, wie falsch ich lag. Das Spiel lief flott, die Zeit verstrich schnell, das Spiel war spannend und der Wunsch nach weiteren Partien war sofort vorhanden. Er ist auch nach vielen Partien noch nicht vergangen. Deshalb kann ich Spielern, die solche Spiele gemessen am Thema, am Ablauf und an der Komplexität mögen, sehr empfehlen. (wd)


P.S.: Ystari hat inzwischen einige Hilfe zu Olympos auf seiner Webseite bereitgestellt. Dies sind FAQs zu den Regeln, eine Zwei-Personen-Variante sowie ein Abrechnungszettel. Außerdem hat der Grafiker Arnaud Demaegd viele Bilder auf seiner Website veröffentlicht, z. B. die zuvorgenannten Göttinnen Artemis und Nemesis.

Steckbrief
Olympos

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Philippe Keyaerts Ystari 3 - 5 Spieler ab 10 Jahre 60 - 90 Minuten Arnaud Demaegd