Pöppelkiste - RezensionDer Name des Spiels kommt von der weiblichen Symbolfigur der Stadt Kiel. Für uns ist in diesem Spiel vor allem der Hafen interessant, denn wir schaffen diverse Waren aus dem nordseenahen Europa nach Kiel.
Jeder Spieler hat eine leicht andere Ausgangssituation. Es gibt vier Ausbauten mit vier dazugehörige Waren, die durch ein Symbol und eine Farbe repräsentiert werden., z. B. steht die Universität für Wissen, ihre Ressource ist der Ziegel, das Symbol ist ein Gebäude und die Farbe ist rot. Zu Beginn hat jeder Spieler alle Ressourcen außer der in seiner Farbe. Außerdem besitzt er ein Symbol jedes Ausbaus.
In der Auslage liegen fünf Karten und fünf Aufträge. Schlüssel, eines der Symbole, erlauben mir, Karten kostenlos zu nehmen. Anderenfalls muss ich ein bis fünf Taler bezahlen.
In meinem Zug nehme ich eine Karte, die ich in meine Auslage lege. In den meisten Fällen lege ich sie zum passendem Symbol. Dafür zahle ich so viele Waren der gleichen Farbe wie ich Symbole besitze. Dann führe ich die mit dem Symbol verbundene Aktion aus.
Beim Schloss (Schlüssel, weiß) erhalte ich einen Auftrag, den ich aus der Auslage nehmen darf oder kaufe. Bei der Universität (Gebäude, rot) erhalte ich einen Spielvorteil, zum Beispiel bekomme ich einen Extrazug, wenn ich ein bestimmtes Symbol auslege. Bei der Werft (Schiff, braun) baue ich mein Schiff aus und beim Packhaus (Hafen, gelb) erwerbe ich eine Karte, die mir Waren aus einer Stadt in hohen Norden bringt.
Kann oder möchte ich die Karte nicht an das Symbol legen, lege ich sie als Händler ab. Dafür bekomme ich die Belohnung, die auf dem Händlerfeld aufgedruckt ist. Ab jetzt kann ich dort pro Zug eine vorgegebene Ware für einen Taler kaufen, die ich direkt für das Auslegen der Karte oder die Erfüllung eines Auftrag verwenden muss.
In meinen Zug darf ich zusätzlich Auftrage erfüllen, die mich Waren und/oder Münzen abgeben. Ich erhalte dafür Siegpunkte und meistens auch Waren. Manchmal erlaubt mir ein Auftrag auch, einen Nachfolgeauftrag zu nehmen.
Am Ende einer Runde fährt mein Schiff. Im Ausgangshafen bekomme ich Münzen ab dem ersten Schiffsausbau auch die Ware meiner Farbe. Habe ich weitere Häfen als Anlaufpunkte, erhalte ich entsprechend mehr Münzen und Waren.
Im Spiel gibt es sechs Kriterien, die Siegpunkte bringen. Drei davon erfordern Karten, und zwar ein Symbol vierfach, zwei Mal drei Symbole oder alle Symbole zwei Mal besitzen. Die anderen drei Bedingungen sind drei Aufträge erfüllen, 15 Taler abgeben und sechs Händler angeheuert haben. Sobald ein Spieler vier dieser Aufträge erfüllt hat, wird noch eine Runde gespielt. Ein Spieler erhält neben den Punkten aus den Siegpunkt-Kriterien und Aufträgen noch Punkte für Karten in seiner Farbe und aus manchen Vorteilen der Universität.
Kilia ist ein ungewöhnliches Karten- und Ressourcenmanagementspiel. Es kommt mit wenig Möglichkeiten aus, weil es nur zwei Arten von Zügen gibt: Symbol anlegen oder Händler engagieren.
Das Spiel bietet hohe Anreize. Zum einen bringt jeder Zug einen Fortschritt, weil ich entweder ein Symbol oder einen Händler mehr besitze. Zum anderen stehe ich fortwährend in der Konkurrenz zu meinen Mitspielern, denn die Siegpunkte verringern sich bei den Kriterien fortlaufen, wenn ein Spieler sie erfüllt. Außerdem stehe ich ständig vor der Frage, wie ich meine Waren nutzen möchte: für Symbole oder für Aufträge.
Es ist ein Euro-Game, bei dem es um die optimale Nutzung meiner Möglichkeiten gibt. Es fühlt sich dabei aber locker an und besticht durch einen ungewöhnlichen, aber einfachen Mechanismus.
Ich habe bisher viel Freude an Kilia gehabt. Vor allem die Originalität in einem Bereich, in dem es sie kaum noch gibt, gefällt mir. Dazu kommt eine angenehme Spieldauer, denn das Spiel endet, wenn die Entwicklung bei den Spieler weitestgehend ausgereizt ist. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.
| Ortsnamen: damals und heute Im Spiel befinden sich mehrere Orte. Die Ausgangshäfen sind bekannte Großstädte in Europa, deren ältere Namen wir leicht verstehen: Londinium, Bergensis, Antwerpium und Roterodamun heißen heute London, Bergen, Antwerpen und Rotterdam. |
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Steckbrief Kilia |
Autoren | Verlag | Spieler | Alter | Spieldauer | Gestaltung |
| Lars Ehresmann | Huch! | 2 - 4 Spieler | ab 14 Jahre | ca. 60 Minuten | Stefan Sonnberger |