Die weiße Burg - Das DuellDie weiße Burg - Das Duell

Die weiße Burg war ein erfolgreiches Spiel, das unter anderem den dritten Platz beim Deutschen Spielepreis belegte. Obwohl sie zu zweit spielbar war, gibt es nun eine reine Zwei-Personen-Variante (wie es auch bei Azul der Fall war).

Für das Duell legen wir sechs Turmbasen (auf Plättchen) in den Farben Rot, Weiß und Schwarz sowie sechs Aktionen (auch auf Plättchen) aus. Jeder Spieler besitzt zu Anfang des Spiels je zwei Türme in den Farben der Basen. Über eine Startkarte erhalten wir Ressourcen (Reis, Amboss, Perlmutt) und Kapital (Münzen, Siegel) und verstärken eine von unseren drei Einkommensmöglichkeiten.
In unserem Zug setzen wir einen unserer Türme auf eine Basis oder einen anderen Turm. Auf die Basis muss ein andersfarbiger Turm gestellt werden; ansonsten darf sich keine Farbe im Turm wiederholen. Die Farbe des verdeckten Turms bestimmt unser Einkommen (Ressourcen und Kapital). In der zweiten Hälfte des Spiels bauen wir die Türme wieder ab. Dann erhalten wir Einkünfte gemäß der Farbe des abgebauten Turms.

Die Türme bieten Zugriff auf zwei Aktionen. Neben den sechs Aktionen gibt es noch Kartenstapel, die als Aktion dem Kauf implizieren. Ich führe meine beiden Aktionen in einer beliebigen Reihenfolge aus.
Bevor ich auf die Aktionen eingehe, schaue ich auf die Siegpunkte. Während des Spiels kann ich eine geringe Menge bekommen. Am Spielende erhalte ich Siegpunkte durch Multiplikationen. Der eine Faktor sind Gegenstände, der andere ergibt sich über den Stand an einem von drei Orten. Als Beispiel nehme ich die Fahnen: Jede Fahne (Gegenstand), die ich am Ende des Spiels besitze, wird mit der Stufe, die ich in der Burg (Ort) erreicht habe, multipliziert. Das Produkt sind dann meine Siegpunkte. Ähnliche Mechanismen gibt es für die Samuraiausstattung und den Turnierplatz sowie für die Kraniche und den Garten.

Karten sind dabei ein essenzieller Bestandteil, weil sie die größte Quelle für Gegenstände sind. Mit ihrem Erwerb erhalte ich einen kartenspezifischen Vorteil und das Potential für Gegenstände und damit für Siegpunkte. Um es zu entfalten, muss ich die Karte später auf die Rückseite drehen, damit die Elemente sichtbar werden. Dies erlaubt mir eine der sechs Aktion mit zwei Karten.
Drei der anderen Aktionen sind der Aufstieg in der Burg, das Agieren auf dem Turnierplatz und die Pflanzenpflege im Garten. Allen gemein ist, dass sie zu Siegpunkten beitragen. Die Art und Weise ist fix. Außerdem geben die Orte zusätzliche Belohnungen wie Ressourcen, Kapital oder auch Einkommenssteigerungen. Weil dafür zu Beginn des Spieles Plättchen ausgelegt werden, sind die Möglichkeiten in jedem Spiel anders.

Die letzten beiden Aktionen sind der Turm und der Handel. Der Turm bringt Einkommen, ähnlich wie zu Beginn meines Zuges. Der Handel erlaubt mir, entweder eine Karte oder Gegenstände, die später Siegpunkte bringen können, unter Abgabe von Ressourcen zu kaufen.
Nach zwölf Runden haben wir jeder unsere sechs Türme platziert. Anschließend haben wir die Türme wieder entfernt. Sobald der letzte Turm entfernt wurde, endet das Spiel mit der Schlusswertung, bei neben der schon beschriebenen Wertung noch Punkte für die restlichen Ressourcen gibt.

Weil das Duell um die weiße Burg ein ungewöhnliches Spiel ist, sind die Regeln nicht leicht zu erlernen, zumal sie auch umfangreich sind. Kenntnisse der weißen Burg sind hilfreich, weil viele Begriffe bekannt und die Abläufe ähnlich sind.
Danach erhalten die Spieler ein raffiniertes Spiel: Ressourcen und Geld wollen gut gemanagt werden, weil sie oft knapp sind. Durch die Doppelaktionen stellt sich häufig die Frage, ob ich meine Lieblingsaktion mache und die zweite Aktion akzeptiere oder lieber zwei mittelmäßige ausführe. Es ist durchaus möglich, dass ein Spieler eine Aktion verfallen lässt oder verfallen lassen muss.

Es bedarf einiger Partien, um das Duell erfolgreich zu spielen. Die Zusammenhänge erschließen sich erst mit ein paar Spielen. Durch meine eigene Spielerfahrung erkenne ich viel leichter die Möglichkeiten, die sich mir bieten.
Dazu gehört auch, dass ich die Abhängigkeiten der verschiedenen Aktionen leichter erkenne. Weil in dem Spiel grundsätzlich Ressourcenmangel herrscht, kommt hinzu, dass ich gute Aktionen ausführen kann, auch wenn die Ressourcen knapp sind.

Vom Spielgefühl her ähneln sich die weiße Burg und das Duell. Die Herausforderung, erfolgreich voranzukommen, ohne sich dabei einen größeren Ressourcenmangel einzufangen, teilen sich beide Spiele. Was sie unterscheidet, sind die Kettenzüge. Sie sind im Duell sehr selten. Als Ersatz haben die Spieler jedes Mal zwei Aktionen.
Ich bin ein Spieler, der die weiße Burg sehr gern spielt. Das Duell empfinde ich als eine gelungene Ergänzung. Wer die weiße Burg häufig zu zweit spielt, hat hier eine Alternative, die auf diese Spielerzahl zugeschnitten ist. Meine Empfehlung richte ich besonders an diese Spielergruppe. Das Duell kann auch für Spieler interessant sein, die ein herausforderndes Spiel für zwei suchen, ohne die weiße Burg zu kennen. Weil ich die weiße Burg sehr oft gespielt habe, kann ich dies nicht mehr beurteilen. (wd)

Steckbrief
Die weiße Burg - Das Duell
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Sheila Santos, Israel Cendrero Kosmos 2 Spieler ab 12 Jahre ca. 45 Minuten Joan Guardiet