SimilioSimilio

Durch die Schachtel fühle ich mich an die Quartette erinnert, die ich als Kind auf dem Schulhof spielte. Die Plastikverpackung besitzt vorn ein durchsichtiges Display. Dahinter befindet sich eine Karte, die den Inhalt verkündet. Anstelle des Wortes Quartett lese ich Similio. Darunter steht, ein wenig kleiner, Märchen beziehungsweise Geschichte und verkündet die Edition. Ganz unten steht dann noch Findet den geheimen Charakter. Das definiert unsere Aufgabe.

Die Schachtel ist gefüllt mit Karten, die je nach Ausgabe Märchenfiguren oder historisch bedeutsame Personen zeigen. Ein Spieler, der Tippgeber, nimmt sich eine Karte und schaut sie sich an. Zusammen mit elf weiteren Karten mischt er sie und legt dann die zwölf Karten sichtbar für alle Spieler aus. Für seine Tipps erhält er fünf Handkarten, deren Vorderseite er vor den Mitspielern geheim hält.
Die Mitspieler müssen den angeschauten Charakter ermitteln. Dazu legt der Tippgeber eine Karte aus: Senkrecht bedeutet, der ausgelegte und der gesuchte Charakter haben etwas gemeinsam, quer bedeutet, es gibt Unterschiede. Die Mitspieler müssen nun einen Charakter aus dem Spiel nehmen. Ist es der gesuchte, haben alle das Spiel verloren, ansonsten geht es weiter und der Tippgeber zieht nach.
In den drei folgenden Runden legt der Tippgeber wieder eine Karte aus. Nun müssen die Mitspieler erst zwei, dann drei und zum Schluss vier Charaktere aus dem Spiel nehmen. Es bleiben zwei für das Finale übrig. Ist das Spiel noch nicht verloren, gibt es einen letzten Tipp. Dann kommt die endgültig letzte Entscheidung. Wer von den beiden Charakteren muss gehen und wer darf bleiben, weil er vermutlich der Gesuchte ist. Ist er es, haben alle das Spiel gewonnen.

Ein Spiel dauert zwischen fünf und zehn Minuten. Sie sind voller Überlegungen, Vermutungen, Diskussionen und Entscheidungen. Es macht Spaß, die Gedankengänge des Tippgebers nachzuvollziehen, wenngleich es nicht immer gelingt und das Spiel ein schnelles, vorzeitiges Ende nehmen kann. Während die Mitspieler den überwiegend aktiven Teil gestalten, hat der Tippgeber die Spannung. Schweigend sitzt er dabei, lauscht, hofft oder flucht innerlich und überlegt, wie er mit dem nächsten Tipp seine Mitspieler (wieder) auf die richtige Fährte bringt.
Das Spiel ist sehr unterhaltsam. Da macht es nichts, dass die Märchenfiguren stark an Charaktere aus den Disney-Filmen erinnern und die historischen Personen die britische Herkunft des Spiels erkennen lassen. Bei uns blieb es nie bei einem Spiel. Meist gab es so viele Partien, dass jeder, der wollte, einmal Tippgeber sein konnte. (wd)

P.S.: Inzwischen haben wir uns die dritte Ausgabe Mythen zugelegt. Noch mehr Abwechslung für noch mehr Spaß.

Steckbrief
Similio
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Martino Chiacchiera, Hjalmar Hach, Pierluca Zizzi Heidelbär 2 - 8 Spieler ab 8 Jahre 10 - 15 Minuten Xavier Gueniffey Durin