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Der Pate - Corleones ImperiumDer Pate - Corleones Imperium

Der Pate:
Als Buch von Mario Puzo ein Weltbestseller. Als Film ein Kassenschlager, der mit drei Oscars prämiert wurde, darunter als bester Film. Als Spiel von Eric M. Lang ein Epos in vier Akten.

New York, irgendwann in den 50ern:
Fünf Familien kämpfen um die Vorherrschaft in New York. Sieben Bezirke, jeder enthält ein illegales Geschäft. Zwei Gangster stehen bereit für Erpressungen, ein Familienmitglieder kümmert sich um die Schutzgelder.

1. Akt
Im Wall Street Bezirk eröffnet ein weiteres Waffengeschäft. Eine Chance mehr für uns, für eine Erpressung, für Schutzgelder. Wir senden nach und nach unsere Gangster aus. Was erpressen sie? Alkohol, Waffen, Blutgeld, Dollars? Oder erreichen sie, dass unser Geld sauber gewaschen wird? Das Familienmitglied wirkt auf mehrere Bezirke, nimmt von allen Geschäften dort Schutzgelder. Nachdem alle Figuren gesetzt sind, wird geschaut, welche Familie die größte Kontrolle in einem Bezirk ausübt. Diese wird bei späteren Erpressungen eine Beteiligung bekommen. Zum Abschluss wird um Verbündete gebuhlt. Wer das meiste Geld, sauberes versteht sich, bietet, hat den ersten Zugriff. Polizist, Bürgermeister, Gewerkschaftsboss, alle sind bestechlich. Zum Schluss fordert Corleone seinen Tribut. Wir müssen ihm geben, was wir erübrigen können.

2. Akt
Ein weiteres Familienmitglied gesellt sich zu uns. Alles wie gehabt, doch werden nun mehr Aufträge erfüllt. Im ersten Akt konnte es nur kleine Aufträge sein. Es fehlten noch die „Voraussetzungen“: Alkohol, Waffen, Blutgeld. Jetzt wird es unangenehm, Aus dem vorbeifahrenden Auto wird geschossen. Eines meiner Familienmitglieder und ein fremder Gangster langen im Hudson River. Verluste im Kampf um die Vorherrschaft. Ich unterbreite ein Angebot, das nicht abgelehnt werden kann: Alle bieten Geld. Der höchste Schein wandert in meinem Koffer. Dort ist das sauber Geld. Das restliche verschwindet auf nimmer Wiedersehen. Und immer daran denken, Corleone bezahlt jeden Auftrag, natürlich mit schmutzigem Geld.

3. Akt
Es herrscht Comic-Gewalt. Alle Gangster und Familienmitglieder aus dem Hudson River erfreuen sich wieder bester Gesundheit – noch! Die nächste Autobombe sorgt für Ruhe. Doch viel wichtiger: Es wird mit Drogen gehandelt. Das kann ich auch. Erpressungen und Schutzgelder befördern sie zu mir. Und Junkies machen für Drogen wirklich alles. So zählen sie als Joker, wenn es um die Erfüllung von Aufträgen geht.

4. Akt
Ein drittes Familienmitglied tritt auf den Plan, wortwörtlich. New York wird vom organisierten Verbrechen überflutet. Ein letztes Mal wird erpresst, ein letztes Mal gibt es Schutzgelder. Aufträge werden erfüllt. Geld gewaschen. Der letzte Verbrecher sucht Ney Work heim. Nachdem wir Corleone seinen Tribut gegeben haben, wandern die letzten beiden Geldscheine in den Koffer und gelten damit als sauber. Ende.

Schluss
Verbrechen lohnt sich. Die Aufträge sind nach benötigten „Hilfsmitteln“, also Alkohol, Waffen, Blutgeld unterteilt, und es gibt einen Mix. Wer am meisten Aufträge einer Art erfüllt hat, bekommt ein paar zusätzliche Dollars. Die bekommt auch, wer am häufigsten einen Bezirk kontrollierte. Das Geld am Ende ist sauber und landet direkt im Koffer. Wer jetzt die meisten sauberen Dollars vorweisen kann, ist Sieger.

Der Pate:
Auch als Spiel ein Highlight. Spielplan und Material stimmen auf das New York der 50er ein. Die Stimmung setzt sich fort. Die Spannung ist in jedem Zug zu spüren, vor allem bei den gegnerischen. Wird er das Geschäft erpressen, das ich gleich „besuchen“ wollte? Wen wird er aus dem Fahrzeug heraus erschießen? Das Thema gibt es vor: Viel Interaktion, viele kleine Gemeinheiten, nie ruinös, aber immer störend. Und ich zahle es mit gleicher Münze heim.

Stimmungsvoll geht es zu. Jeder Akt ist ein kleines, eigenes Spiel. Die „Toten“ des letzten Akts sind wieder dabei, und Corleones Tribut sorgt dafür, dass keine Familie mit zu viel „Material“ in den nächsten Akt geht. Vorangegangene Verluste zählen nicht. Der aktuelle Akt will gespielt werden. Material, das ist mein Stichwort. Die Ausstattung ist grandios. Alle Figuren sind Minis. Die Sockel sind farbig. Das genügt für die Übersicht auf dem Spielplan. Die Koffer sind Blechdosen mit entsprechendem Design. Dies alles trägt zur Stimmung bei.

Das Spiel ist eine Mischung aus Worker Placement und Gebietskontrolle. Die Regeln sind umfangreich, aber gradlinig. Es gibt für jeden Akt und jede Phase die gleichen Regeln, ohne Ausnahme. Der Länge der Regeln und die Interaktion der vielen Nadelstiche bringen es eindeutig in den Kennerspielbereich. Wer hier mitspielt, der sollte einiges aushalten können. Es geht jedem mal an den Kragen.

Reprise:
Das Buch ist ein Weltbestseller. Der Film ein Kassenschlager. Das Spiel erfüllt höchste Ansprüche. Wiederholungen sind ausdrücklich erwünscht. (wd)

Steckbrief
Der Pate - Corleones Imperium

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Eric Lang Cool Mini or Not 2 - 5 Spieler ab 14 Jahre 60 - 90 Minuten Karl Kopinski