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MajestyMajesty

Es waren einmal vier kleine Königreiche, in denen das Leben ruhig und beschaulich war. Es gab viel Korn, das in Mühlen gemahlen werden musste. Ein jedes Königreich suchte dafür Müllerinnen. Die erste in einem Königreich erbrachte einen Ertrag von zwei Münzen, die zweite einen von vier Münzen und so weiter.
Das Getreide wurde in der königlichen Brauerei benötigt. Dort begann das Spiel von neuen. Ein jedes Königreich suchte Bierbrauer. Der erste brachte einen Ertrag von zwei Münzen, der zweite… aber das kennen wir schon. Das Bier war so lecker, dass es Männer aus Umgebung anzog. Mit dem ersten Bierbrauer kam einer, mit dem zweiten zwei und so weiter. Und weil dabei das Getreide verbraucht wurde, bekam jedes Königreich, welches zumindest eine Müllerin vorweisen konnte, zwei Münzen.

Nun wurde das Bier nicht in der Brauerei getrunken, sondern in der örtlichen Taverne. Ein jedes Königreich suchte dafür Wirte. Der erste erbrachte einen Ertrag von… nein, nicht zwei Münzen, sondern vier, denn das Bier war wirklich lecker. Der zweite erbrachte einen Ertrag von acht Münzen und so weiter. Und weil dabei das Bier verbraucht wurde, bekam jedes Königreich, welches zumindest einen Bierbrauer vorweisen konnte, drei Münzen.
Ein Königreich ist nur dann ein Königreich, wenn es ein Schloss vorweisen kann. Niemand allerdings wollte ein Schloss ohne Bewohner. So suchte ein jedes Königreich Adlige. Adlige sind hoch im Rang und so erbrachte der erste einen Ertrag von fünf Taler, der zweite von zehn und so weiter. Der hohe Rang aber machte, dass Frauen aus der Umgebung angezogen wurden, für den ersten kam eine, für den zweiten zwei und so weiter.

Friedlich und idyllisch ging es in dem Königreich zu. Bis einen Tages der Berater in einem Königreich neidisch über die Grenze schaute: „Wenn die keine Müllerin mehr hätten…“ So zog der erste Soldat in die Kaserne ein, brachte drei Münzen, und verprügelte mit Vorliebe Müllerinnen und wenn die nicht greifbar waren, die Bierbrauer. Er schlug jemanden zusammen, bis die Person ins Lazarett musste. Eine solche Aggression konnte nicht hingenommen werden. Aus Vergeltung stellten die anderen Königreiche auch Soldaten an. Manch aber errichtete auch Wachtürme, denn wer mindestens so viele Wachtürme in seinem Königreich hatte wie die Anzahl der Soldaten in dem angreifenden Trupp, konnte den Angriff abwehren.
Nicht immer gelang die Abwehr, und mancher Bewohner wurde verprügelt. In diesen Fällen half dann nur die Heilkunst der Hexen. Jede Hexe konnte einen Bewohner heilen und geheilt ging er sofort wieder in sein Gebäude und nahm die Arbeit wieder auf. Mit dem zwölften Bewohner gab es einen Einwanderungsstopp. Noch einmal gab es viele Münzen. Zum einen wurde die Vielfalt der Bewohner belohnt und zum anderen die Mehrheit an den einzelnen Berufsgruppen. Schließlich musste noch der Obolus für die Kranken im Lazarett entrichtet werden. Wer dann die meisten Münzen vorweisen konnte, hatte das prächtigste Königreich.

Das Königreich ist zu Anfang des Spiels unbewohnt. In jedem Zug liegen sechs Karten aus, manche zeigen eine Person, andere bieten die Wahl zwischen zweien. Die preiswerteste Karte ist kostenlos. Möchte ich sie nicht, muss ich einen Meeple darauf absetzen. Möchte ich die nächste Karte auch nicht, so kostet dies erneut einen Meeple. Spätestens die sechste Karte muss ich nehmen, denn ich besitze maximal fünf Meeples. Neue Meeples erhalte ich auf zwei Wegen: Zum einen erhalte ich Meeples, die sich auf einer Karte befinden, wenn ich sie nehme. Zum anderen bringen Bierbrauer und Adlige neben Münzen auch Meeples, die Männer und Frauen aus der Geschichte. Wenn ich mehr als fünf Meeples besitze, muss ich sie sofort für eine Münze abgeben.

Die schnellen Spielzüge, die Ausstattung mit Casino-Chips als Münzen, die einfachen Regeln, die viele Möglichkeiten bieten, die Handschrift des Autors ist klar erkennbar. So ist es nicht verwunderlich, wenn das Spiel von seiner Anlage her an Splendor erinnert.
Sowohl vom Spielablauf als auch vom -gefühl unterscheiden sich beide Spiele dann deutlich. In Majesty entscheide ich aus der Situation heraus. Ich nehme die Person, von der ich mir momentan am meisten Vorteile erhoffe. Das kann die Person sein, die mir die meisten Münzen bringt, doch wollen auch die Funktionen wie beim Wachturm berücksichtigt werden. Auch Mehrheiten und Personenvielfalt mögen ein Grund sein, eine bestimmte Person zu wählen, von den Kosten ganz zu schweigen.
Da viele Personen kumulativ Münzen bringen, genügen die zwölf Personen vollkommen. Am Spielende sind die „Lieblinge“ jedes Spielers festgelegt. Das Spiel endet genau im richtigen Moment. Der Raum für eine langfristige Strategie ist nicht gegeben und wird auch nicht vermisst. Die Schlussauswertung bringt viele Münzen, sodass eine Vorhersage auf den Sieger schwerfällt. Die Spannung bleibt so bis zur Zählung der Münzen erhalten.

Die Gefühle sind einem Wechselbad unterworfen, weil es mit den Soldaten eine destruktive Komponente gibt. Zu zweit ist eine Abwehr gut möglich, weil es für jeden Spieler ausreichend Wehrtürme gibt und auch genügend Hexen ihre Dienste anbieten, sodass sich die Lazarette beider Spieler oft lichten. Zu viert reichen die Wachtürme nicht für den Schutz aller Spieler. Ein guter Trupp Soldaten befördert gleich bis zu drei Personen ins Lazarett. Dann sind Hexen begehrt, aber viel zu wenig verfügbar. Als Folge werden einige Personen das Spiel im Lazarett beenden. Das Spiel kann trotzdem gewonnen werden, für Spielspaß müssen die Spieler den Verlust von Personen aber aushalten können.
Das Spiel ist ein schnell und gut. Es gibt genügend Entscheidungen zu treffen, ohne dabei viel rechnen zu müssen. Die Interaktion ist durch ein destruktives Element gegeben. Wer damit klar kommt, für den kann ich Majesty empfehlen. (wd)

Variantenreichtum

Jedes Gebäude hat eine zweite Wertungsmöglichkeit. Der Ablauf des Spiels bleibt gleich, die taktischen Überlegungen müssen angepasst werden. Der Verlag garantiert ein einwandfreies Funktionieren des Spiels nur für die beiden Sets. Mischformen sind spieltechnisch möglich. Damit gibt es weitere 254 Möglichkeiten, Majesty zu spielen.

Steckbrief
Majesty

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Marc André Hans im Glück 2 - 4 Spieler ab 7 Jahre 20 - 30 Minuten Anne Heidsieck