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RokokoRokoko

Das Spiel spielt in der Zeit, nach dem Tode Ludwigs XIV. Die Zeit des Barocks geht in den Spätbarock und den Rokoko über. Nun wurden die rauschenden Feste mehr in Privathäusern gefeiert.

Wir Spieler bereiten als Leiter einer Schneiderei das in Kürze stattfindende Fest vor. Schwerpunkt unserer Aufgaben sind die rauschenden Roben der Damen und die edlen Gehröcke der Herren, die für die verschiedenen Ballsäle verliehen werden. Doch nicht nur die Kleidung der Gäste ist unsere Aufgabe. Wir sorgen für Zierrat, wie Statuen und den Brunnen, engagieren Musiker, und reservieren Plätze auf der Dachterrasse, auf der man das Feuerwerk besonders gut sehen kann und bei dem die Kleider der Gäste noch viel prestigebringender erscheinen. Fünf Angestellte aus der Schneiderzunft stehen bei uns unter Vertrag. Dies sind zwei Meister, ein Geselle und zwei Lehrlinge. Pro Runde kann ich drei der Angestellten mit einem Auftrag versorgen.

Entwurf und fertiges GewandNicht jeder kann jede Aufgabe durchführen. So ist es einem Meister vorbehalten, einen neuen Angestellten, von dem jede Runde vier zur Auswahl stehen, unter Vertrag zu nehmen. Dieser kann aber am Tag der Anstellung sofort mit einem Auftrag beschäftigt werden.
Meister und Gesellen dürfen die Gunst der Königin für das Team erlangen. Dieses bringt in der Vorbereitungszeit Geld, und am Tag des Balles Prestige ein.
Den Einkauf von Seidenstoffen, Spitze und Garn sowie das Bestellen von Ballverschönerungen kann jeder erledigen, das Nähen ist Meistern und Gesellen vorbehalten. Hierzu benötigt man Stoffe und je nach Modell Garn oder Spitzen. Auch der Entwurf will bezahlt werden. Ist es die Robe fertig, kann sie an einen Adligen ausgeliehen und damit zu einen Ballsaal geliefert werden, wo dies beim Fest Punkte bringt. Sie kann aber auch direkt verkauft werden, was Geld für weitere Verzierungen oder Kleidermaterial einbringt.
Als weitere Aktion können Angestellte auch an den königlichen Hof übersiedeln, dann zahlt der Hof eine Entschädigung.

Der Springbrunnen Erst wenn alle Angestellten einmal zum Zuge kamen, kann ich wieder aus allen Angestelltendie drei für den neuen Tag aussuchen. Alle Angestellten, bis auf die beiden Meister am Start, haben eine Fertigkeit, die sie nach ihrem normalen Auftrag durchführen können. Dies kann ein weiterer Einkauf, verbilligtes Schneidern oder ähnliches sein. In jeder der sieben Runden gibt es vier neue Angestellte, deren Sonderfähigkeiten immer mächtiger werden. Mit Ende der siebten Runde beginnt das Fest, und es gibt Prestige:. Hat man die Mehrheit in Sälen mit Kleidung beliefert, Verzierungen besorgt oder Roben geschneidert, so bringt dies Prestige ein. Auch einige der Angestellten, die in den letzten beiden runden zu uns kommen können, können sehr prestigeträchtig sein.

Meisterliche KleiderRokoko bietet spieltechnisch nichts Innovatives. Deckbuilding, Ressourcenmanagement, Mangelverwaltung und exaktes Timing kennt man schon aus vielen Spielen,
ABER, und dieses aber ist für das Spielgefühl viel wichtiger:
Rokoko hat ein wunderbar unverbrauchtes, genial umgesetztes Thema. Dass man zum Schneidern Tuch, Garn und Spitze braucht, ist klar. Einem Lehrling wird man nie die wertvollsten Stoffe zur Verarbeitung geben, und einige Schnittmuster kann wirklich nur ein Meister der Schneiderkunst verwirklichen. Alle Regelungen lassen sich intuitiv verstehen. Sie verzaubert einen und fordert auf immer wieder mein Bestes zu geben. Das Spielgefühl erinnert mich sehr an Fresko.

Ein Meister der SchneidereiBeim ersten Lesen der Regeln war ich sehr skeptisch und fragte mich, wie ein so alltägliches Thema zu einem Spiel gehören könne. Doch schon die ersten Spielrunden haben mich überzeugt. Es gilt viele kleine Entscheidungen zu treffen, doch diese Entscheidungen müssen zusammenpassen und ein großes Ganzes bilden.
Michal Menzels Grafik lasst uns in den Prunk des Rokoko eintauchen, und uns dem großen Fest entgegenfiebern.
Das Spiel nimmt mich und auch viele andere Mitspieler gefangen. Wir spielen nicht nur mit dem Ziel zu gewinnen, sondern auch um etwas zu erschaffen. Hat man ein Spiel verloren, ist nicht die Reaktion "doofes Spiel" vorherrschend sondern eher, "das mache ich beim nächsten Mal besser!" Die Frage, ob jemand Rokoko mitspielt, bringt in unserem Spielkreis immer eine Runde zusammen, und diese Runde verlässt den Spieltisch am Spielende gut gelaunt. Zwar ärgert man sich schon mal, wenn ein Mitspieler einem eine Option wegschnappt, aber beim nächsten Mal ist man sicher schneller als der andere, oder beim übernächsten Mal oder …

Der Reiz des Spieles ist bei mir auch nach vielen Spielen noch ungebrochen, und ebenso geht es auch vielen meiner Mitspieler. (bd)

Steckbrief
Rokoko

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Matthias Cramer, Louis Malz, Stefan Malz eggertspiele 2 - 5 Spieler ab 12 Jahre 60 - 120 Minuten Michael Menzel