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HawaiiHawaii

Wenn wir Hawaii hören, dann denken wir unwillkürlich an Urlaub. Wir verbinden es nicht nur mit Sonne, Meer und Surfen, sondern auch mit Blumenkränzen und Hula-Tänzerinnen, mit Ananas und Kokosnuss und vielleicht auch noch mit schneebedeckten Bergen. Auf jeden Fall verbinden wir es mit einem lockeren, angenehmen Leben und schönem Wetter.

Hawaiinische FreudenSo locker geht es hier auf Hawaii nicht zu, denn es ist ein Strategiespiel. Es kann zwar zum Teil aus dem Bauch heraus gespielt werden, doch erfordert es Aufmerksamkeit, Planung und gute Einschätzung der Mitspieler. Nun begeben wir uns nach Hawaii und nehmen die Rolle eines Stammeshäuptlings an, der sein Dorf vergrößern möchte.
Wir finden uns mit ein bis vier weiteren Häuptlingen am Strand ein. Ausgestattet sind wir mit Muscheln, der Währung auf Hawaii, und Füßen, die anzeigen, wie weit wir noch gehen oder mit einem Boot fahren können. Hinzu kommen Früchten für diejenigen, die sich erst später auf den Weg machen dürfen. Früchte geben Kraft für Strecken und haben einen Tauschwert beim Kauf; mit andere Worten: Man kann sie als Füße oder als Muscheln verwenden.

Hütten für mehr EInkommenDa stehe ich nun als Häuptling und überlege, wohin ich gehen kann. Zu Beginn ist es verlockend, seine Einkünfte zu erhöhen und neue Dörfer zu gründen. Für die Gründung benötige ich eine Hütte, von denen mir eine Füße und eine andere Muscheln bringt. Ich ziehe zu den Hütten und bezahle die Füße für die Strecke. Laut dem ausliegenden Preisschild - wie die dahinkommen erzähle ich später - kostet eine Hütte drei Muscheln. Wenn ich die bezahle, bekomme ich eine einfache Hütte. Bezahle ich den Preis jedoch doppelt, erhalte ich eine Hütte mit doppeltem Ertrag. Ich kaufe die Hütte, die mir doppelt Muscheln bringt und erhalte das Preisschild dazu. Das aber zeigt weiterhin den einfachen Wert.
ObstplantageDie anderen Häuptlinge sehen meinen Einkauf und weil ich das Preisschild mitnehme, ist die nächste Hütte dort teuer. Deswegen lässt der nachfolgende Häuptling diese Hütten liegen und macht auf dem Weg zu den Obstplantagen. Damit kann er zwar kein Dorf beginnen, aber jede Plantage wirft eine Ertrag von ein oder zwei Früchten ab. Später kann er dann eine Bewässerung dazu kaufen und erhält dann zusätzlich noch Prestige.
Häuptling Nummer Drei geht einen ganz andere Weg. Wir sind hier auf Hawaii, wo es viele Inseln gibt. Da kommt ein Kanu gelegen. Es bietet Platz für drei Mitfahrer und weil er den doppelten Preis zahlt, bekommt er einen Steuermann dazu. Später wird er damit zu den vier kleinen Inseln vor Küste fahren. Dort gibt es ertragreiche Obstplantagen, gute Hüttenbauer und schöne Tänzerinnen. Und weil Kanufahren auf Hawaii beliebt ist, bringt es auch noch Prestige.
BewässerungIch tätige noch weitere Einkäufe, doch irgendwann gehen Füße und Muscheln zur Neige. Jetzt ist es Zeit, zurück an den Strand zu gehen. Dabei entscheide ich, wann ich am nächsten Tag wieder aufbrechen möchte. Je früher ich das tue, desto kleiner ist der Wert auf dem Preisschild, das ich am Strand finde. Sind alle Häuptling zurück, schauen wir an wie gekauft wurde. Nur wer eine bestimmte Summe auf seinen Preisschildern vorweisen kann, erhält Prestige. Die beiden Häuptlinge mit den höchsten Werten erhalten viel Prestige, alle andere erhalten einen festen niedrigeren Wert.

Preisschilder und Insel mit TänzerinÜber Nacht kommen, für die Häuptlinge unerklärlich, die Preisschilder zu den Einkaufsorten zurück. Dafür gibt es ein einfaches und gleichzeitig geniales Auslagesystem. Es gibt 26 Preisplättchen mit Werten von zwei bis sechs. An jedem Ort kommen ein bis drei Preise. Bis auf den letzten Preis werden diese einfach ausgelegt. Der letzte Preis hingegen wird nur ausgelegt, wenn alle Preise an dem Ort in Summe eine Höchstgrenze nicht überschreiten. Ein Preisschild, das den Wert übersteigt, wird zu ein bis drei Fischen in der Bucht. Wenn die Häuptlinge es wünschen, können sie am nächsten Tag diese Fische fangen und zur Summe ihrer Preisschilder hinzuaddieren. Mit diesem System kann sich kein Häuptling darauf verlassen, das seine Wünsche am nächsten Tag preiswert umsetzbar sind, denn sowohl Preise als auch die Anzahl der möglichen Käufe sind flexibel. Im schlimmsten Fall kann sogar kein Preisschild bei der gewünschten Ware liegen, sodass sie nicht erhältlich ist.

Tikisowie Ausstattung zum Start und am letzten TagZurück zu uns Häuptlingen, die bei mildem Wetter erwachen. Vielleicht möchten wir heute etwas für unser Prestige tun. Auch dafür können wir einkaufen, wie zum Beispiel eine Tänzerin engagieren. Sie bringt uns am Ende Prestige, und zwar umso mehr, je größer ihr Dorf ist. Leider bringen kleine Dörfer überhaupt kein Prestige; viel schlimmer, sie werden am Ende des Spiels sogar abgerissen. Damit nun unsere Dörfer stehenbleiben dürfen, müssen sie bis zum Tiki gebaut werden. Der Weg ist lang, aber wir können weitere Tikis errichten und so die Strecke für unsere Dörfer verkleinern. Wenn das Dorf das Tiki erreicht, bringt nicht nur die Tänzerin Prestige, sondern auch Kahunas und vor allem die Götterstatuen.
Leider ist das Leben als Häuptling nicht ganz so einfach. Zu Beginn ist die Ausstattung noch recht üppig, doch mit jedem Tag nimmt sie ab. Dafür wird die Anforderung bezüglich der täglichen Prestigeverteilung immer höher, genauso wie das Prestige, das es dann gibt. Deshalb genügen auch fünf Tage um zu ermitteln, wer von uns der beste Häuptling ist.

Auslage der OrteIch habe als Häuptling nicht alle Möglichkeiten vorgestellt, denn Hawaii bietet eine große Vielfalt. Dabei ist der Ablauf ganz simpel: Bewegen und mit Füßen zahlen - kaufen und mit Muscheln zahlen. Dadurch ist es, berücksichtigt man die Komplexität, leicht erlernbar. Das liegt auch daran, dass der Ablauf bekannt vorkommt. Hier trügt der Schein, denn weder die Preisauslage, noch die Möglichkeit, den Preis doppelt zu zahlen um einen doppelten Vorteil zu bekommen, kannte ich bisher. Gerade die Preise bringen ein Zufallselement ins Spiel. Es ist nie sicher, was es genau gibt und für welchen Preis. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten und sich auf die nächste Runde zu verlassen, kann eine Superidee oder aber auch ein großer Fehler sein. Obwohl der Zufall auf Hawaii mitspielt, ist das Spiel bei weitem nicht glückslastig. Es gibt so viele Optionen, dass auch bei ungünstiger Verteilung der Preisplättchen oder bei zuvorkommenden Mitspielern genügend sinnvolle Möglichkeiten existieren. Hier wird Flexibilität verlangt, denn ein stures Beharren auf der einmal eingeschlagenen Strategie wird nur selten zum Erfolg führen.
Flexibilität wird aber auch noch auf einer anderen Ebene verlangt. Die Orte liegen in jedem Spiel anders aus. Was im Spiel zuvor schnell erreicht werden konnte, mag dann lange und damit teure Wege erfordern. Hier heißt es, sich den Gegebenheiten der Auslage anzupassen.

Sichtschirm, mit Füßen, Muscheln und FrüchtenDie Thematik wird auf zwei Wegen unterstützt. Zum einen zeigt uns die Grafik ein Hawaii, wie wir es uns vorstellen; zum anderen kommen im Spiel die Elemente vor, die wir mit Hawaii assoziieren. Dennoch ist Hawaii ein klassischer Vertreter der "German Games". Der Mechanismus steht im Vordergrund und wird in ein Thema eingebettet - dies aber hervorragend. Mit diesem German Game kehrt Hans im Glück zu seinen Wurzeln zurück: Ein Spiel mit etwas Zufall, viel Taktik und der Notwendigkeit zur vorausschauenden Planung. Wer solche Spiele mag, erhält hier ein Toppspiel. Und das Spiel fordert nicht nur Flexibilität, es bietet sie auch: Es lässt sich in jeder Besetzung von zwei bis fünf Spieler gut spielen und erfordert dabei ganz andere Vorgehensweisen. (wd)

Steckbrief
Hawaii

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Gregory Daigle Hans im Glück 2 - 5 Spieler ab 10 Jahre 60 - 90 Minuten Dennis Lohausen