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Wiener WalzerWiener Walzer

Die Österreicher laden zu einem ihrer größten Feste ein. Dort wird getanzt, natürlich Wiener Walzer. Der Ballsaal ist gefüllt, denn die Tanzfläche ist überwiegend mit Köstlichkeiten von Buffet. Dazwischen stehen, still wie Statuen, ein paar Gastgeber.

der Ballsaal

Wir vertreten eine der Gastnationen. Sie besteht aus je sechs Damen und Herren mit unterschiedlichen Werten. Wir nehmen ein Plättchen und platzieren den Gast auf der Tanzfläche. Die Köstlichkeit von Buffet legen wir uns ab, was das Vernaschen selbiger simuliert.
Ist eine Person, egal ob Gastgeber oder Gast, ob Männlein oder Weiblein, komplett eingeschlossen wird getanzt, logischerweise mit dem attraktivsten gegengeschlechtlichen Wesen in unmittelbarer Nähe. Das gibt für alle beteiligten Nationen außer dem Gastgeber Punkte. Nachdem alle Gäste im Ballsaal sind, kommen die Köstlichkeiten zur Wertung. Jedes Set aus allen fünf Köstlichkeiten bringt Punkte. Uns als Nichtraucher stört hier, dass Zigarren als Genuss dargestellt werden. Na ja, wir müssen die Luft nicht einatmen.

Es ist ein durchschnittliches Spiel, das zu zweit eher mau ist und zu fünft eine illustre Gesellschaft in den Saal zaubert. Wie bei dem Autor nicht anders zu erwarten, ist es von der Mechanik geprägt. Das Thema Tanz ist gut umgesetzt, das Buffet hingegen hanebüchen. Die Umsetzung des Untertitels auf der Schachtelrückseite "Österreich lädt zum Ball! Gäste aus ganz Europa werden erwartet!" ist eigenwillig. Schauen wir uns dazu die Gästeliste der Gäste aus Deutschland an:

die deutsche Delegation

Es sind hier zwölf Namen, die sämtlich negative Assoziationen wecken. Es mag als Ironie gedacht sein, es endet in Diffamierungen. Mögen die Österreicher uns Deutsche nicht immer mögen, uns dann mit "Piefke" titulieren, so mag es deutsche Touristen geben, die das rechtfertigen. Wer Gäste einlädt und diese mit einer solchen Respektlosigkeit begrüßt, hat nicht verstanden, wie positive Beziehungen entstehen und gepflegt werden. Bei anderen Nationen gibt es auch etliche despektierliche Namen. immerhin sind die Namen der hochwertigen Persönlichkeiten dort meist nicht so.

Aus einem Land, das stark dem Tourismus verbunden ist und aus dem oft genug Signale von Fremdenfeindlichkeit herüberschwappen, ist diese Benennung der Gäste untragbar. Es ist für uns der berühmte Griff ins Klo, mit dem hier in einer Zeit, in der Ausländerfeindlichkeit wieder oft zu spüren ist, das falsche Signal gesetzt wird.
Die Intention eines Spiels ist der faire Umgang miteinander, der Spaß am gemeinsamen Erleben und durchaus ein Vergleichen der Leistungen untereinander. Diese Namensgebung steht der Fairness und dem Spaß abträglich gegenüber. So haben wir eine ganz klare Empfehlung für dieses Spiel: Nicht kaufen, nicht einmal spielen, damit solchem Tun die rote Karte gezeigt wird. (redaktion)

Steckbrief
Wiener Walzer

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Reiner Knizia Piatnik 2 - 5 Spieler ab 8 Jahre ca. 45 Minuten Christian Opperer