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RampageRampage

"Warum King of Tokyo werden, wenn Du es zerstören kannst?". Mit diesem frechen Seitenhieb auf den thematisch gleichgelagerten Würfelspielhit von Iello wurde in Printanzeigen für Rampage geworben. Die Frage lautet nun: Große Klappe und ein furchteinflößendes Monster dahinter - oder doch nur eine großmäulige Eidechse?

Das war mal ein HochhausIn Rampage haben wir zwei Hauptziele:

  1. Die Stadt zerstören und
  2. Möglichst viele Meeples fressen.
Aber nicht wahllos, oh nein, das Monster von heute ernährt sich bewusst und daher werden am Spielende nur Sätze aus allen sechs verschiedenen Meeplefarben mit Siegpunkten belohnt. Unser privater Vielfraß besteht aus einer runden Holzscheibe - den Monsterfüßen - sowie dem recht massiven Rest des Monsterkörpers, der auf die Füße gestellt wird. Tritt das Monster in Aktion, gibt es eine Auswahl aus vier verschiedenen Möglichkeiten:
  1. Bewegen: Man schnippt die Füße möglichst gezielt durch die Stadt.
  2. Gebäude zerstören: Man lässt den Monsterkörper auf ein Gebäude fallen und hofft, dass dabei Stockwerke und Meeples zum Fressen abfallen - ja, unsere Monster fressen Stockwerke, bitte keine weiteren Nachfragen!
  3. Autos werfen: Man legt eines der vier Holzautos auf den Kopf des eigenen Monsters und schnippt es von dort herunter - in ein Gebäude oder einem gegnerischen Monster vor den Latz.
  4. Radioaktiven Atem speien: Man legt das Kinn auf das eigene Monster, holt tief Luft und pustet - Meeples von Häusern, Häuser um oder auch mal gegnerische Monster weg.
Nach zwei Aktionen darf gefuttert werden, nämlich so viele Meeples wie mein Monster noch Zähne hat. Zwei sind es in jedem Fall, mit vier weiteren starten wir, verlieren aber jedes mal einen, wenn das Monster umgeworfen wird.

Monster im ChaosSo, nach dieser kurzen Beschreibung dürften uns einige kopfschüttelnd wieder verlassen haben, aber das ist okay so. Rampage ist ein Spaßspiel, ob dieser sich einstellt ist jedoch sehr abhängig von den Leuten, die es spielen. Leider schafft es selbst keine günstigen Voraussetzungen, denn für ein Spaßspiel hat es recht viele Regeln, über deren Details man mitunter unterschiedliche Auslegungen anwenden kann. Gegen Spielende wirkt sich vor Allem die Vorgabe, dass nur komplette Meeplesätze gewertet werden, ungünstig aus. Mag sie spielerisch auch notwendig sein, sorgt sie bedauerlicherweise dafür, dass man sich im letzten Drittel der Partie bei Überlegungen wie: "Nee, das Gebäude greife ich jetzt nicht an, da ist ja die Farbe, die ich noch brauche, gar nicht vorhanden - und ich werfe den anderen ja jetzt keine Meeples vor die Füße!" erwischt. Tun dies alle am Spieltisch (und warum sollten sie nicht!?), fühlt es sich an, als sei jemand mit einem Monsterfuß voll auf die Bremse gelatscht - es wird zäh…und langatmig…und langweilig! Rampage ist dann toll, wenn alle am Spieltisch spaßorientiert sind, nicht auf den Spielsieg fixiert sind, es ihnen egal ist, wenn ein Mitspieler zu Spielbeginn eine viel nützlichere Eigenschaftenkarte abbekommen hat als sie, ihnen die Mehrzahl ihrer Aktionen gelingt und sie sich auch an gelungenen spektakulären Aktionen ihrer Mitspieler erfreuen können. Das sind viele "wenns" - zu viele. Wir haben es hier mit einem sehr empfindsamen Reptil zu tun, das Temperatur, Licht und Luftfeuchte in seinem Terrarium genauestens eingestellt haben möchte, da es andernfalls leidet oder zugrunde geht.

Zwei der vielen Eigenschaften unserer MonsterEin Wort noch zu den Eigenschaftenkarten: Sie gibt es in drei Kategorien, wovon man zu Spielbeginn je eine erhält: eine gibt ein persönliches Spielziel vor (bspw. am Spielende mehr rote Meeples gefuttert haben, als jeder andere), eine individuelle Eigenschaft (bspw. das Bewegen von einem Hausdach ausführen dürfen) und eine einmalig einsetzbare Sonderaktion, die als einziger der drei Kartentypen geheim ist. Bei allen dreien gilt: Es gibt nützliche und weniger nützliche Karten und es gibt fast schon absurd nützliche Karten. Zum einen sollte man das aushalten, zum anderen sei aus diesem Grund dringend die Variante empfohlen, sich zu Spielbeginn aus drei gezogenen Karten jeder Sorte eine auszuwählen - dies erhöht auch die Wahrscheinlichkeit sinnvoller Kombinationen.

Zusammenfassend gesagt ist Rampage nicht Fisch, nicht Fleisch, oder besser: nicht King Kong, nicht Godzilla - mal toll, mal furchtbar, meistens irgendwo dazwischen. Ausstattung und Gestaltung sind über jeden Zweifel erhaben, aber im Grundton herrscht Unentschlossenheit, was dazu führt, dass Rampage sich anfühlt, wie eine Party, auf der die Eltern mitkommen, "habt Spaß!" sagen und dann beobachtend in der Ecke stehen. Warum also, um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, King of Tokyo werden, wenn man es zerstören kann? Sorry, aber schlichtweg, weil es das rundere, überzeugendere Spiel ist! (fd)

Steckbrief
Rampage

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Antoine Bauza, Ludovic Maublanc Repos 2 - 4 Spieler ab 8 Jahre ca. 30 Minuten Pierô