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ViennaVienna

Wien, wer denkt da nicht an das Riesenrad, den dritten Mann, den Stephansdom, Sissy und die KuK-Monarchie sowie die Donau. Nun wird diese geschichtsträchtige Stadt zum Mittelpunkt eines Spiels und gibt ihm den Titel. Schauen wir ein wenig in diese Stadt.
Auf dem Stadtplan, Spieler nennen es lieber Spielplan, befindet sich eine lange Straße mit mehr oder minder berühmten Gebäuden. Hier werden wir gleich mit unserer Kutsche entlangfahren und einzelne Gebäude aufsuchen. Jedes Gebäude hält für uns eine Besonderheit bereit, die wir uns zu Nutze machen. Es geht um die Einfluss auf Bürger, Kirche und Krone, der einem ständigen Wechsel unterzogen ist.

Starteinfluss und Sissy, eine der VorteilskartenDie Straße fahren wir mit Würfeln entlang. Je nach Spielerzahl besitzen wir davon vier oder fünf. Führen wir unseren ersten Spielzug in einer Runde aus, so würfeln wir zunächst die eigenen Würfel. Der Straße entlang weisen die Gebäude Wiens eine Nummer auf. Sie laufen von 1 bis 12. Einige Gebäude weisen zwei aufeinanderfolgende Zahlen auf, z. B. 4 und 5. Um nun ein Gebäude zu betreten, muss ich mit einem oder zwei meiner Würfel die Zahl auf dem Gebäude haben. Ich lege den oder die Würfel auf das Gebäude, das ich damit diese Runde exklusiv besetze. Bei drei Gebäuden führe ich die damit verbundene Aktion sofort aus, bei allen anderen warte ich bis zur Auswertung.
Sobald alle Spieler ihre Würfel gesetzt haben, beginnt die Auswertung. Es beginnt mit dem Haus an Anfang der Straße und führt uns die Straße entlang. Bei vielen Gebäuden mit niedrigen Hausnummern bekomme ich Geld oder Siegpunkte oder kann Geld in Siegpunkte umwandeln. Die fünf Gebäude mit zwei Hausnummern gewähren mir einen Spielvorteil, der mit einer Karte dargestellt wird. Er bleibt mir solange erhalten, bis ein anderer Spieler das entsprechende Gebäude betritt und für sich nutzt.

Wertung des StephandomsGebäude mit der 6 geben uns Einfluss. Dazu liegen pro Runde Karten aus, und zwar eine weniger als es Spieler sind. Für eine Münze kann ich mir den Einfluss auf eine Person dauerhaft sichern. Später entlang der Straße befinden sich Gebäude, die den Einfluss bewerten, entweder Bürger, Kirche oder Krone. Schauen wir in den Stephansdom, der die Kirche bewertet. Auf den Karten, die unseren Einfluss zeigen, sind Kreuze für die Kirche abgebildet. Ich vergleiche nun die Anzahl meiner Kreuze mit meinem linken und rechten Nachbarn. Für jeden Gleichstand erhalte ich einen Siegpunkt. Besitze ich mehr Kreuze erhalte ich zwei Siegpunkte und eine Münzen.
Auch im Bereich der hohen Hausnummern gibt es Felder, die mir Geld und Siegpunkte bringen. Der Zugewinn ist hier größer, weil ich hier zwei Würfel investieren muss. Am Ende der Straße sind zwei Gebäude, die mit einem Pasch belegt werden müssen. Eines davon erlaubt es, anderen Spieler Geld wegzunehmen. Dies ist das einzige destruktive Gebäude. Es ist notwendig, damit kein Spieler risikolos große Geldvorräte anlegen kann.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler nach der Wertung 25 oder mehr Siegpunkte aufweist. Ein letztes Mal wird der Einfluss auf Bürger, Kirche und Krone mit den direkten Nachbarn verglichen, jedoch anders bewertet. Auch darf noch Restgeld, allerdings zu einem ungünstigen Kurs, in Siegpunkte umgewandelt werden.

Spielsituation

Vienna ist nicht Wien. Das Thema findet sich in einigen Namen und Abbildungen wieder. Weder der Wiener Schmäh noch der Glanz des Königshaus kommen als Spielgefühl vor. Das Spiel bietet eine Mechanik, die tadellos funktioniert. Die Gebäudefunktionen sind so gut kombiniert, dass selbst extreme Würfelergebnisse sinnvoll, wenngleich schwerer, genutzt werden können. Hier kommt den Münzen eine zusätzliche Bedeutung zu, erlauben sie es doch, Würfel erneut zu werfen oder um Eins nach oben oder unten zu drehen. Entsprechend bietet Vienna ein sehr positives Spielgefühl. Die nahezu vollständige Abwesenheit destruktiver Element erhöht dies noch einmal.

Zwei Personen für EinflussDie Interaktion findet bei Vienna über die Gebäude statt. Es gilt, nicht nur die Würfelergebnisse erfolgreich umzusetzen, sondern auch seine Mitspieler einzuschätzen. Die Einschätzung, welche Gebäude für die Mitspieler interessant sind und welche Konsequenzen deren Aktion für meine Möglichkeiten haben, ist wichtig für eine effiziente Nutzung der eigenen Würfel.
Mit rund 30 Minuten bietet das Spiel dazu eine angenehm kurze Spieldauer, die gut ausgefüllt ist. Kurz vor Ende des Spiels sind die Einflüsse oft klar verteilt. Ein großer Einfluss wird dann noch genutzt, bevor das Spiel. Damit endet das Spiel genau dann, wenn der Aufbau abgeschlossen ist und seinen Erfolg gebracht hat, aber die Stagnation noch nicht stattgefunden hat. Nur wenige Spiele treffen den zeitlichen Punkt für ein notwendiges Ende so genau.

Mit Vienna gibt es nun einen Würfelmechanismus, den es bisher nur in Spielen mit langer Spieldauer gab, in einem taktischen Familienspiel mit kurzer Spieldauer. Das ist sehr erfreulich und bereichert die Palette solcher Spiele, weshalb Vienna bisher sehr oft auf meinem Spieletisch landete. (wd)

Über Komplexität und Erwartungshaltung
Das Spielprinzip von Vienna erinnert an Kingsburg bzw. der Überarbeitung Kingsport. Im Vergleich zu diesen beiden Spielen ist Vienna ein einfaches Spiel. Die Regeln sind kürzer, die Zusammenhänge einfacher, die Auswirkungen der Gebäude direkter und die Spieldauer kürzer. Von daher richtet sich Vienna an Familien- und Gelegenheitsspieler, die ein einfaches Spiel mit Glückselement suchen, bei dem das taktische Element überwiegt. Es richtet sich nicht an Vielspieler, die eine Komplexität wie bei Kingsburg erwarten. Diese Erwartungshaltung kann und will Vienna nicht erfüllen.

Steckbrief
Vienna

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Johannes Schmidauer-König Schmidt 3 - 5 Spieler ab 10 Jahre ca. 30 Minuten Michael Menzel