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QuébecQuébec

Wir in Europa kümmern uns nur sehr wenig um die frankophone Welt in Nordamerika. Sie ist, zumindest aus unserer weit entfernten Sicht, auch nicht sehr groß und bekommt daher wenig Beachtung. Diese frankophone Welt in Kanada besteht aus der Provinz Quebec, deren größte Städte Montreal ist und deren zweitgrößte Stadt genau wie die Provinz Quebec heißt. Der Spieltitel zeigt uns dann, weil das Spiel mit Le Scorpion Masqué beziehungsweise Ystari zwei französischsprechende Verlage aus Herausgeber hat, die Schreibweise mit Accent aigu.

Ausschnitt des SpielplansWir geben uns dabei zurück in das 17. Jahrhundert. Die Stadt Quebec liegt noch in ihren Anfängen. Zu ihrem Schutz ist eine Zitadelle errichtet, die von großer Bedeutung für die Stadt ist. Aktuell ist der Einfluss der Kirche ziemlich groß, weswegen die Errichtung sakraler Gebäude beliebt ist. Doch auch Gebäude für Politik, Handel und Kultur wollen errichtet werden. Uns hier kommen nun wir, die Spieler, buchstäblich ins Spiel.
Wir Spieler besitzen nämlich einem Architekten sowie einige Bauarbeiter. Diese Personen sind die Protagonisten in Quebec: Der Architekt gibt die Errichtung eines Gebäudes frei, dass dann die Bauarbeiter errichten dürfen. Über vier Jahrhundert, also bis ans Ende des 20. Jahrhundert werden sie uns begleiten. Schauen wir uns dies im Detail an.
Damit der Architekt weiß, welche Gebäude errichtet werden, schreibt die Stadt Quebec jedes Jahrhundert elf Gebäude aus. Diese Gebäude dürfen die Architekten betreuen. Zunächst, also zu Beginn des 17. Jahrhunderts, befindet sich kein Architekt in Quebec. Schickt ihn der Spieler dorthin, begibt er sich zu einem dieser ausgeschriebenen Gebäude. Damit darf dieses Gebäude errichtet werden. Als Belohnung erhält der Spieler drei weitere Bauarbeiter, die er später für den Bau einsetzen kann. Außerdem bringt ein fertiggestelltes Gebäude zwischen ein und sechs Prestigepunkte am Ende des 20. Jahrhunderts.

fertige GebäudeJedes Gebäude kann in ein bis drei Stufen errichtet werden. Für jede Stufe wird ein Bautrupp benötigt, der je nach Gebäude aus ein bis drei Bauarbeitern besteht. Es scheint naheliegend, am Gebäude mit dem eigenen Architekten zu bauen, damit es schnell größer wird. Dies ist eine Möglichkeit, doch gibt es einen großen Anreiz, an fremden Gebäuden zu bauen: Für den Bau an einem fremden Gebäudeerhält man einen speziellen Vorteil, jedoch nicht beim eigenen. Solch ein Vorteil kann eine weitere Aktion sein oder aber zusätzliche Prestigepunkte oder man darf Bauarbeiter in die Wertungszonen entsenden. Dazu komme ich, wenn ein Jahrhundert abgelaufen ist.
Und damit zurück zum Architekten: Er kann jederzeit sein Gebäude für fertig erklären und zum nächsten Gebäude ziehen. Das Gebäude wird dann mit einer bis drei Etagen entsprechend der Anzahl an Bautrupps errichtet und es gehört dem Spieler mit dem Architekten. Die Arbeiter, die an dem Bau beteiligt waren, kommen abhängig vom Gebäudetyp in die entsprechende Wertungszone.

Die Zitadelle mit einem grünen ArbeiterEin Jahrhundert endet durch eines von zwei Ereignissen: Sämtliche elf Gebäude eines Jahrhunderts wurden begonnen und ein Architekt möchte ein weiteres Gebäude beginnen oder ein Spieler hat sämtliche Arbeiter eingesetzt. Dann werden die Wertungszonen abgerechnet, von denen es fünf gibt: Die Zitadelle und eine für jeden der vier Gebäudetypen. Die Wertung beginnt immer mit der Zitadelle, die nur über die speziellen Vorteile der Gebäude erreichbar ist. Jeder Arbeiter hier bringt einen Prestigepunkt. Wer die meisten Arbeiter in der Zitadelle hat, darf die Hälfte davon in die nächste Wertungszone mitnehmen. Welche Zone folgt, hängt vom Jahrhundert ab, wobei die Wertung selbst nach dem gleichen Schema abläuft.
Nach vier Jahrhunderten endet das Spiel. Neben einigen Punkten für Bauarbeiter ist die Schlusswertung bestimmt durch die Gebäude, die jeder Spieler fertiggestellt hat. Dabei bringen Gebäude, die sich im größten zusammen zusammenhängenden Gebiet eines Spielers befinden, deutlich mehr Punkte als die restlichen Gebäude des Spielers.

Der kirchliche LeaderDer Architekt und die Bauarbeiter bilden das Grundgerüst von Québec. Das Spiel wird über drei … weitere Details abgerundet. Als strategische Möglichkeit kann man einen Bauarbeiter direkt in eine Wertungszone einsetzen. Diese Möglichkeit wird selten genutzt und die Vorteile erschließen sich auch erst nach einigen Spielen.
Anders verhält es sich mit den Leadern. In jedem Jahrhundert kann man einen von fünf Leadern engagieren, der dann dem Spieler bis zum Ende des Jahrhunderts einen Vorteil bringt. So gibt zum Beispiel der kirchliche Leader dem Spieler den Vorteil, beim Bau am eigenen Gebäude zusätzlich auch den Gebäudevorteil zu nutzen.
Zuletzt gibt es in jedem Jahrhundert ein besonderes Ereignis. Diese modifiziert die Spielregeln leicht und gelten für alle Spieler. Sie durchbrechen die Statik, weil die jeweils kleinen Nuancen, die die Ereignisse mit sich bringen, jedes Spiel anders gestalten.

Rot: I Gelb: II Lila: III Blau: IV

Ereignis von 1955Québec ist klar ein Strategiespiel, dass sie an Vielspieler richtet. Es überzeugt dabei mit einem einfachen Grundkonzept, einer guten Feinabstimmung und einer sehr originellen Wertung durch die Mitnahme von Arbeitern aus einer erfolgreichen Wertung in die nächste. Entscheidend für die Qualität ist das Grundprinzip des Spiels: Um an den Vorteil der Gebäude zu kommen muss ich am Gebäude eines Mitspielers bauen. Somit ergibt sich jedes Mal eine Win-to-Win Situation. Dabei ist der Vorteil des Gebäudes etwas besser als eine Stufe bei sich selbst zu bauen, sodass die Spieler meistens an fremden Gebäuden bauen. Somit muss ich als Spieler attraktive Angebote an die Mitspieler unterbreiten, indem ich meinen Architekten die Gebäude bauen lassen, deren Vorteile gerade gefragt sind. Dies ist eine ständige Herausforderung an jedem Spieler. Weil aber die Spieler sich über die Gebäude gegenseitig helfen, entsteht hier nur bedingt ein Konkurrenzgefühl. Stattdessen empfinde ich die Spieler als Spielpartner, weil ich sie als Partner im Spiel benötige. Das Spiel ist dann auch frei von Aggressivität und lebt von der Hoffnung, die Mitspieler mögen doch bitte an meinem Gebäude bauen.

Baustelle mit klarer FarbgebungWeil ich gerade dieses Spielgefühl an Québec schätze, habe ich das Spiel bisher nur mit drei bis fünf Spielern gespielt. Die Regeln für zwei Spieler klingen für mich danach, dass genau das Gefühl, dass mir so gut gefällt, nicht erhalten bleibt.
Anders sieht es mit der Familienversion aus. Sie vereinfacht das Spiel, indem zwei Bestandteile weggelassen werden: Die Leader werden nicht benutzt und anstatt Arbeiter bei einer Wertung mitzunehmen, gibt es für je zwei Arbeiter einen weiteren Prestigepunkt. Als Vielspieler bin ich nicht in der Zielgruppe dieser Version und betrachte sie daher als nette Zugabe.
Eine andere Sache ist die Gestaltung, die teilweise in sehr grellen Farben stattfindet, zum Beispiel sonnengelbe Rahmen um die Handelsgebäude und pinke Spielsteine für einer der Spieler. Diese Farbauswahl wurde sehr unterschiedlich bewertet: Selten als störend, meist als gewöhnungsbedürftig und wiederum selten als ästhetisch. Nach einer kurzen Eingewöhnung stellt e die Farbwahl aber bezüglich des Spielflusses kein Problem dar.
Abschließend kann ich Québec für alle empfehlen, die eine deutliche Abwechslung im Gefühl von Strategiespielen suchen. Dieses hier basiert eben nicht auf Konkurrenz, sondern auf Partnerschaft. (wd)

Steckbrief
Québec

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Philippe Beaudoin, Pierre Poissant-Marquis Ystari 2 - 5 Spieler ab 13 Jahre 60 - 90 Minuten Mariusz Gandzel