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Isle of SkyeIsle of Skye

Eiiineee Insel mit zwei Rindern und ´nem imposanten Broch1,
mit drei wunderschönen Seen, nur die heißen bei uns Loch.
Vielleicht krieg ich noch drei Schafe und 'nen schicken Bauernhof,
wenn Du mir das Plättchen wegkaufst, ja dann finde ich das doof!!

AuslageEs ist eben nicht jedermanns Sache: Da zieht man Plättchen aus dem Beutel, die ideal zum eigenen Bauvorhaben passen und bekommt sie von den Mitspielern aus der Hand bzw. vom Tisch gerissen! Kann man ja auch nicht ahnen, dass jemand so verrückt ist, derart viel dafür zu zahlen! Zahlen? Ja, die Preisgestaltung liegt in den eigenen Händen: Zu Beginn jeder Runde zieht jeder drei Plättchen aus dem Beutel und legt sie vor seinem Sichtschirm aus. Hinter den Schirmen weist jeder einem der Plättchen eine Abwurfmarke, den anderen beiden einen Geldbetrag von mindestens eins (zahlbar aus der eigenen Kasse) zu. Nun werden die Sichtschirme gelüftet und die markierten Plättchen abgeworfen. Reihum darf jeder ein Plättchen zum jeweils zugewiesenen Preis bei einem Mitspieler kaufen. Dieser behält sein gebotenes Geld und sackt das gezahlte auch noch ein. Durfte jeder einmal kaufen, muss man nicht verkaufte Plättchen bei sich selbst einbauen und den gebotenen Betrag in die Bank zahlen. Ziel ist es, unser jeweiliges sogenanntes Königreich so zu gestalten, dass wir bei den an jedem Rundenende stattfindenden Wertungen möglichst gut abschneiden. Was gewertet wird ist variabel, denn in jeder Partie werden vier von 16 verschiedenen Punktelieferanten gezogen. Jeder von ihnen kommt im Verlaufe der Partie in einer festgelegten Reihenfolge dreimal zum Einsatz.

InselHoffen, Bangen, Locken und sich locken lassen, Freude, Ärger und Verzweiflung - alles drin in einer Partie Isle of Skye. Sich immer wieder zu fragen: "Wie teuer muss ich ein Plättchen machen, damit es mir nicht weggekauft wird? Wieviel Geld ist wohl jemand für dieses allenfalls mittelmäßige Teil zu zahlen bereit?" birgt einen großen Reiz, aber auch Frustpotential. Häufig ist es - vor allem in hoher Besetzung - kaum möglich ist, für ein attraktives Bauteil einen Preis aufzurufen, den nicht irgendein Mitspieler zu zahlen bereit und in der Lage sind. Konsequenz daraus ist, dass es immer wieder Spieler gibt, die zwar in Geld schwimmen, sich jedoch mit ihrem selbst gekauften Plättchen abfinden müssen, da ihnen ihre immer weggekauft werden. Für diese Spieler gibt es eine "Aufhol-Regelung": Ab der dritten Runde wird Geld an auf der Punkteleiste zurückliegende Spieler ausgeschüttet, und zwar umso mehr, je mehr Spieler sich vor ihnen befinden. Nun können sie ihr Angebot derart teuer machen, dass die Mitspieler wirklich die Finger davon lassen - müssen aber im Auge behalten, dass fünf Taler zum Spielende auch einem Siegpunkt entsprechen. Außerdem reicht dies nicht ganz, um den Nachteil auszugleichen, bei den Wertungen der ersten Runden mit seinem Mini-Königreich in die Röhre geschaut zu haben.

MarkerSomit haben wir einen interessanten Versteigerungsmechanismus, der bei grüblerischen Naturen schnell in Kalkulationen erstarrt wie "Wieviel Geld kann ich für Teil A aufrufen, damit es sich noch lohnt?" "Wieviel Punkte bringt mir Teil B? Wieviel meinen Mitspielern?". Beherrschen das alle am Tisch, wird das Glück entscheiden, bzw. die Frage: Zieht, wenn ich gerade Startspieler bin, ein Mitspieler ein Traumplättchen für mich, d.h. eines, das mich in den nächsten Wertungen nach vorne katapultiert oder mir über eine Schriftrolle jede Menge Punkte bringt? (Schriftrollen werden am Spielende ausgewertet und bringen bspw. Punkte pro vorhandenem Schaf oder Leuchtturm). Ärgerlich in diesem Zusammenhang: Die Viererpartie, bei der Spieler A und B zweimal Startspieler sein dürfen, während C und D nur einmal das Vergnügen haben. Hier hätte dringend eine ausgleichende Regelung hergemusst - das Startspielerprivileg der vollen Auswahl ist zu mächtig, als dass man es einfach ignorieren kann.

In allen anderen Besetzungen geht es auf (zu fünft spielt man eine Runde weniger). Meine Idealbesetzung bilden drei Spieler. Die Plättchenauswahl ist überschaubar, aber nicht zu klein, selten wird einem bestimmten Spieler jedes Mal alles weggekauft und die Spieldauer bleibt bei einer angenehmen knappen Stunde. Gegensatz dazu ist die Partie zu fünft: Hier gilt es so viel zu überschauen und durchzurechnen, dass die Spieldauer und Downtime ausufern und einfach zu lang sind.

Was bleibt ist ein gut und einfach strukturiertes, kurzweiliges Legespiel mit interessanten Mechanismen - jedenfalls in kleiner Besetzung. Hier bekommt man eine vergnügliche, gern auch mal emotionale schottisch gewandete Stunde dargeboten, bei der man sich durch die variable Auslage der Wertungstafeln auf immer neue Gegebenheiten einstellen darf. (fk)


1 fensterloser Rundturm auf den britischen Inseln

Steckbrief
Isle of Skye

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Alexander Pfister, Andreas Pelikan Lookout Spiele 2 - 5 Spieler ab 8 Jahre ca. 60 Minuten Klemens Franz