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4 Gods4 Gods

Eine neue Welt soll erschaffen werden. Die an der Beschaffung beteiligten, titelgebenden vier Götter können sich jedoch nicht so recht über die Landschaftsverteilung einigen - eitel versucht jeder, die eigene Sorte nach vorne zu bringen...

Spielsituation

Die Welt entsteht innerhalb eines Rahmens, welchen wir nach und nach mit Landschaftsplättchen füllen. Die Anlegeregeln sind recht strikt: Ein neu gelegtes Plättchen muss mit mindestens zwei Kanten an bereits liegende Plättchen oder den Rahmen angelegt werden. Zudem müssen die Landschaften allseitig passend sein. Gespielt wird, üblicherweise, simultan, d.h. man zieht wild durcheinander Plättchen aus dem Beutel, legt sie in die Welt oder in die eigene Auslage und greift eventuell auch auf die Auslagen der Mitspieler zu.

Irgendwann im Spielverlauf entscheidet man sich für eine der noch übrigen Gottheiten. Ab diesem Zeitpunkt kann man die eigenen Propheten ins Spiel bringen: entweder, analog zu Carcassonne, auf einer beliebigen Landschaft eines gerade selbst gelegten Plättchens oder auf eine ewige Stadt.
Diese werden durch runde Scheiben symbolisiert, welche beim Anlegen ebenfalls an mindestens zwei Plättchen- oder Rahmenseiten angrenzen müssen, selbst aber keine Kanten zum Anlegen bieten.

Der Bauplatz einer solchen Stadt sollte jedoch gut gewählt sein: Hat ein Mitspieler ein Plättchen, welches genau auf den Platz einer gegnerischen Stadt passt, so darf er diese damit überbauen, d.h. entfernen, und am Spielende selbst die Punkte für die abgerissene Stadt kassieren. Des Weiteren werden am Schluss, der erreicht ist, wenn der Rahmen voll bebaut oder der Beutel leer ist oder niemand mehr etwas bauen kann, die eingesetzten Propheten gewertet. Für jedes Königreich, d.h. Gebiet aus mindestens zwei Plättchen, wird der Mehrheitseigner bestimmt. Dieser erhält einen Punkt pro nicht mit einer eigenen oder gegnerischen Figur besetztem Plättchen eines Königreiches. Weiters wird geschaut, in welcher Landschaftssorte es das größte, zweitgrößte, usw. Königreich auf der Welt gibt. Die diesen zugeordneten Götter erhalten weitere Siegpunkte. Gleiches wird mit der Anzahl der jeweiligen Königreiche abgehandelt - und dann haben wir einen siegreichen Gott.

Die strikten Anlegeregeln machen 4 Gods zu einem recht anspruchsvollen Legespiel, welches eine gute Übersicht voraussetzt. Dies relativiert sich jedoch ab etwa einem Drittel des Spieles, nämlich wenn der landschaftsneutrale äußere Rahmen umbaut ist. Nun stellt sich die Situation meistens so dar, dass alle angestrengt auf den Plan schauen und sich unfreiwillig ihre Auslagen vollziehen. Hin und wieder findet dann mal jemand ein passendes Plättchen und legt es an. Das Ganze erinnert nun eher an gemeinsames Puzzlen, denn simultanes, kompetitives Plättchenlegen. Die Weichen für die Entwicklung des Spieles werden daher recht früh gestellt, und man ist aufgefordert, gut zu beobachten, welche Landschaftsart sich vielversprechend entwickelt. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll, sich zu Beginn einfach einen beliebigen der Götter zu schnappen und nun zu versuchen, dessen Landschaftssorte gezielt voranzubringen. Dies hat zudem den Vorteil, dass man ausreichend Zeit und Gelegenheiten haben wird, alle seine Propheten unterzubringen - ein Faktor, der häufig spielentscheidend war.

Hier nun stellt 4 Gods mich, der Dilemmas in Spielen eigentlich sehr zugetan ist, vor ein unliebsames solches: Um die Entwicklung des Spieles gut genug beobachten und die eigene Landschaftssorte gezielt voranbringen zu können, bedürfte es vermutlich noch einiger Spielerfahrung - mir ist es jedenfalls bisher nicht gelungen. Das Problem: 4 Gods hat bei mir in den bisherigen Partien nicht den Spielreiz wecken können, mich eingehender und tiefer damit zu befassen. Zu sehr mangelt es dafür dem Spielverlauf ab dem Zeitpunkt, zu dem der Rahmen umbaut ist, an Dynamik und Einfluss, zu sehr gleicht die eine Partie im Ablauf der anderen. Spannung kommt während des Spieles kaum auf und vor der (ebenfalls zähen) Schlusswertung kann man selten eine klare Gewinnprognose abgeben. So ist der Endstand häufig nur eine emotionslos hingenommene Randnotiz - nicht, weil das vorangegangene Spiel so viel Spaß gemacht hätte, dass der Endstand egal wäre, sondern weil man durch die zwei Drittel des Spieles, in welchen es in der Regel nur ein passendes und somit legbares Plättchen gab, nicht das Gefühl hat, auf das eigene Ergebnis durch durchdachte Spielweise sonderlichen Einfluss genommen zu haben.

Hinzu kommt eine eigenwillige Entscheidung bei der Materialwahl: So hübsch die Prophetenfigürchen auch sind, und so toll die kleinen Schachteln, in welchen sie aufbewahrt werden - bei einem Spiel, bei welchem man ständig über den Tisch greift, um an den Beutel oder die Auslagen der Mitspieler zu kommen, leichte, schmale Figuren mit einem runden Fuß zu verwenden, ist nur schwer nachzuvollziehen.
So werden die kleinen Propheten immer wieder von aggressiven Pulloverärmeln von ihrer Landschaft geschubst und kullern fröhlich durch die Welt. Böse könnte man sagen: Wenigstens sie haben Spaß! (fk)

Steckbrief
4 Gods

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Christophe Boelinger Ludically 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre ca. 30 Minuten Ismaël Pommaz