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FrischfischFrischfisch

Als gebürtiger Bremer weiß ich Fisch zu schätzen. Das Adjektiv "frisch" davor lässt mich ein wenig stutzig werden. Fisch muss frisch sein, anders kommt er mir gar nicht auf den Teller. Weil der Autor auch aus Bremen kommt, wird er vermutlich ähnlich denken. So schreibe ich das "frisch" der Notwendigkeit zu, dem Spieletitel ein zweites F zu verschaffen. Das ist Tradition in dem Verlag, der sich 2F nennt.

Käselieferant und ReservierungenFisch kauft man auf dem Markt. Hier ist es kein Wochenmarkt, sondern eher untypisch ein Flohmarkt. Er wird variabel aus verschiedenen Grundstücken zusammengesetzt, die sich wiederum in Parzellen unterteilen. Anzahl und Größe der Grundstücke bestimmen, wie viele Flohmarkttische aufgebaut werden. Diese sind für uns nur Hindernisse auf dem Weg zum geschäftlichen Erfolg. Wir verkaufen an unseren Ständen Fisch, Eis, Limo und Käse. Damit wir schnell mit Waren beliefert werden, möchten wir unsere Stände möglich nah am jeweiligen LKW aufbauen. Es muss sehr matschig sein auf dem Flohmarkt. Es nützt uns nicht, unseren Stand neben dem LKW zu stellen. Es muss ein Stück Weg dazwischen sein. Was noch lästiger ist: Die Konkurrenz will auch gute Plätze haben. Da müssen wir schon ein paar Münzen springen lassen.

Auf dem Flohmarkt herrschen strenge Regeln.

gut platzierter roter FischstandIm Spiel wird der Flohmarkt auf ganz einfache Weise gehandhabt. Wenn ich an die Reihe komme, kann ich entweder ein Feld reservieren oder den Aufbau eines Stands forcieren.
Eine Reservierung ist schnell getätigt. Ich lege einen meiner sechs Chips auf ein freies Feld. Dies muss entweder an einen LKW grenzen oder an ein von einem beliebigen Spieler reserviertes Feld. Wenn ich einen Stand aufbauen möchte, wird zufällig der Typ bestimmt. Ist es ein Flohmarktstand, entferne ich eine meiner Reservierungen und baue dort einen kleinen Tisch auf. Ist damit die maximale Anzahl an Ständen in der Parzelle erreicht, werden sämtliche Reservierungen in ihr entfernt. Alle noch freien Felder werden zu Wegen. Ist es ein Verkaufsstand, wird das Aufbaurecht versteigert. Die Spieler, die noch keinen solchen Stand errichtet haben, bieten verdeckt eine Anzahl Münzen. Wer am meisten geboten hat, gibt seine Münzen ab und baut auf einem seiner reservierten Felder den Stand auf. Wiederum wird geprüft, ob der Rest der Parzelle als Weg frei bleiben muss. Hat ein anderer Spieler den Stand errichtet, führt der Spieler am Zug gleich noch einmal die Aktion Standaufbau durch. Er wird in seinem Zug somit entweder einen eignen Verkaufs- oder einen Flohmarktstand errichten.
Das Spiel endet, wenn alle Versteigerungen durchgeführt worden sind. Von jedem Verkaufsstand fehlt jetzt noch einer auf dem Markt. Der Spieler, der ihn noch nicht errichtet hat, muss dies jetzt kostenlos tun. Nun werden die Weglängen von den eigenen Ständen zum jeweiligen LKW ermittelt und aufaddiert. Das sind die Minuspunkte. Die verbliebenen Münzen sind die Pluspunkte. Wer in Summe den höchsten Wert hat, der bei uns immer negativ war, ist Sieger.

Limo-Lieferant und FlohmarkttischeFrischfisch ist ein einfaches Versteigerungsspiel, bei dem es um die topologische Anordnung geht. Zwei Aspekte werden hier in klarer Form miteinander gekoppelt: Zum einen die Bewertung möglicher Bauplätze und zum anderen die Abschätzung um den Wert des Aufbaurechts. Auf dem Spielplan geht es eng zu. So kommt es zu Verkaufsständen, die ohne Verbindung zum LKW sind. Zwar ist der Spieler formell nicht aus dem Spiel, weil für Minuspunkte eine Obergrenze existiert, doch eine Chance auf den Spielsieg gibt es dann nicht mehr.
Die kleinere Form des Abdrängens kommt öfter vor. Die Verkaufsstände liegen öfter weit weg vom LKW. Das macht das Spiel aus, sorgt dabei gleichzeitig aber für ein negatives Gefühl. Dies wird noch gestärkt, weil es am Ende darum geht, weniger Minuspunkte als die Mitspieler zu machen. Das Erreichte wird bei diesem Spiel nicht positiv bewertet.

Ich habe in meinen Spielrunden keine einzige positive Resonanz bekommen. Es gibt keine allgemeine Kritik, denn das Spiel funktioniert. Dafür gab es viele Punkte neben dem oben begründeten negativen Spielgefühl. Die Zufälligkeit wurde als unangemessen für ein Versteigerungsspiel empfunden und die Härte der Versteigerungen kritisiert - oftmals entschied eine Münze darüber, wer den letzten guten Bauplatz zu einem LKW bekam. Auch die Grafik bekam ihr Fett ab und wurde sogar mit dem Wort "hässlich" bezeichnet.
Frischfisch ist eine Wiederauflage, die eine überarbeitete sowie die ursprüngliche Regel enthält. Manchen Spielen tut es nicht gut, wenn sie wieder hervorgeholt werden. Dieses gehört dazu, denn was Frischfisch heißt, fühlt sich nicht frisch an. (wd)

Steckbrief
Frischfisch

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Friedemann Friese 2F 2 - 5 Spieler ab 12 Jahre ca. 45 Minuten Harald Lieske