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ArtefaktArtefakt

Als Schatzsucher hat man es heutzutage auch nicht mehr leicht: Während die Kollegen Jones, Quatermain und wie sie alle heißen sich früher stets auf der Jagd nach einem Artefakt befanden, sind die begehrten Stücke im Spiel von Winning Moves in jeweils vier Teile zerbrochen, die wir uns mühsam zusammensuchen müssen. Und als wäre das nicht genug, existieren von jedem der drei im Spiel befindlichen Artefakte auch noch zwei Exemplare, so dass wir oft nach all den Mühen feststellen müssen, dass wir ein Teilstück doppelt gesammelt haben. Und als I-Tüpfelchen tauchen diese auch noch willkürlich innerhalb von zehn möglichen Orten auf...aber der Reihe nach:

10 Fundorte für die ArtefaktteileJeder der zwei bis vier Spieler jagt mit einer dreiköpfigen Schatzsuchertruppe den Artefakten hinterher. Dies geschieht auf einem zufällig ausgelegten, kreisförmigen Parcours von zehn Orten, dargestellt auf schön gestalteten, stabilen Papptafeln. Nachdem jeder seine drei Figuren per Wurf eines zehnseitigen Würfels eingesetzt hat, läuft jede Runde gleich ab: Es werden mit dem oben genannten Würfel und einem Farbwürfel vier Artefaktteile auf Fundorte gebracht. Nun teilen wir jeder unserer Figuren verdeckt eine Bewegungsweite zu, wobei wir dafür nur einen Satz Karten von eins bis vier haben. Es können also nie zwei Figuren identisch weit bewegt werden. Haben alle Spieler die Weiten zugeordnet, bewegen zunächst alle nacheinander ihre dicke Figur, danach die Lady und danach den Gentleman. Die Richtung der Bewegung ist dabei frei wählbar, nur hin- und her hüpfen oder stehenbleiben darf man nicht. Jetzt werden die Fundorte in numerischer Folge von eins bis zehn ausgewertet. Besitzt ein Spieler die alleinige Mehrheit, bekommt er alle dort befindlichen Artefaktteile, bei einem Unentschieden gehen alle leer aus.
Zusätzlich darf der Mehrheitseigner nach dem Nehmen der Teile noch, so vorhanden, die Sonderaktion des Fundortes nutzen. In der Grundversion sind nur vier festgelegte Sonderaktionen im Spiel, Fortgeschrittene aktivieren am Ende jeder Runde eine zusätzliche. Während die Aktionen in der Grundversion mehrheitlich konstruktiv sind, bspw. "ein zusätzliches Artefaktteil aus der Mitte nehmen", kommen in der Fortgeschrittenenfassung mehrere destruktive hinzu, so z.B. "ein Artefaktteil eines Mitspielers zurück in die Mitte legen".

Irgendwann hat es dann jemand geschafft, die vier passenden Teile eines Artefakts zu sammeln, dieser hat sofort gewonnen. Eventuell noch verbleibende Fundorte werden nicht mehr abgearbeitet.

Höhle mit Gentleman und LadyMit Artefakt erging es mir, wie es einem auch schon mit dem einen oder anderen Mitmenschen ergangen ist: Zunächst ist er einem irgendwie sympathisch, obwohl er seine Macken hat. Dann aber stellt man fest, dass dieser Mensch mitunter auch ein richtiges Ekelpaket sein kann und stellt den Kontakt nach einer Weile ein - schweren Herzens, denn irgendwie ist er einem ja immer noch sympathisch. Bei Artefakt gibt es zweierlei Macken: Zum einen ist die Figur des Gentleman nicht so groß, wie sie laut Abbildung auf dem Spielertableau und laut Text in der Regel wohl mal werden sollte - leider ist sie genauso groß und -schlank wie die Figur der Lady, was bei Kunstlicht immer wieder zu ärgerlichen Verwechslungen oder ständigem Nachschauen, welche Figur jetzt welche ist, führt - ein lästiger Ausstattungsfehler. Und natürlich hat Artefakt einen beträchtlichen Glücksfaktor, denn es wird fast alles per Würfelwurf bestimmt: Unsere Einsetzorte beim Start, sowie Ort und Farbe der auftauchenden Artefaktteile. Nur die Bewegung steuern wir selbst - was nicht zu unterschätzen ist, denn hier kann man schon zu einem gewissen Grad antizipieren, was die Gegner machen werden und seine Figuren selbst vermeintlich besser stellen - nur damit die Gegner dann doch alles anders machen als erwartet... dieses Zockermoment ist die größte Stärke des Spiels, der Glücksfaktor angesichts einer Spieldauer von 20 bis 30 Minuten hinnehmbar, so dass es bei mir schon den Status eines harmlosen kleinen Lauf- und Raffspielchen hatte, aber ...

Der Skarabäus - eines der drei... dann kamen leider Partien, in denen Artefakt seine hässliche Seite zeigte. Dies ist spielerzahlabhängig: Zu zweit ist das Zocken um die Artefaktteile sehr direkt, man kann seinen Gegner gut im Auge behalten - es sei denn, Fortuna ist einem nicht wohlgesonnen. In einer Partie lag ich aufgrund ungünstiger Startaufstellung und ebensolchen Auftauchens der Artefaktteile nach zwei Runden mit eins zu fünf Plättchen hinten, konnte den Rest der Partie nur noch auf Vermeidung spielen und hatte so nie eine Chance, zu gewinnen. Zu viert wird das ganze Spiel zur Lotterie, denn man kann unmöglich mit seinen drei Figuren gezielt alle neun Figuren der Gegenspieler behindern - so bleibt es meist dem Zufall überlassen, wer einen Fundort plündern darf und wer leer ausgeht, weil alle sich gegenseitig auspatten. Außerdem kann es passieren, dass die Spieler die Artefaktteile quasi unter sich aufgeteilt haben, die Mitte leer ist, aber niemand ein komplettes Artefakt zusammen hat - der Moment, in dem der Mechanismus in sich zusammenfällt, denn nun hilft nur noch langwieriges Ringen um die destruktiven Sonderaktionen. Zu dritt hält sich all dies die Waage, und so gilt das Fazit des harmlosen kleinen Lauf- und Raffspielchen auch nur dieser Spielerzahl - hier wäre ich noch hin und wieder zu einer Partie zu bewegen, in den anderen Besetzungen verzichte ich mittlerweile lieber. (fd)

Steckbrief
Artefakt

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Michael Palm, Lukas Zach Winning Moves 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre ca. 30 Minuten Claus Stephan