Titel

Den Roman habe ich innerhalb einer Woche verschlungen. Es war die Woche in der ich am wenigsten für mein Studium getan habe und es ist lange her, denn es war zu Beginn der 80iger Jahre. Zu dieser Zeit war es ruhig um den Herrn der Ringe. Einzig ein Kinofilm, bei dem die Szenen teilweise gespielt und dann zeichnerisch verfremdet wurden, war im Gespräch - wegen der schlechten Qualität. Es gab dann auch nur einen Teil und, ehrlich, er genügte mir.

Ende der 90er Jahre wurde dann die Filmtrilogie angekündigt, etwas überraschend, denn der Stoff galt nach dem Misserfolg in den 80er Jahren als unverfilmbar. Noch bevor der Film in den Kinos lief und noch bevor es die Spiele zum Film gab, erschien das kooperative Brettspiel Der Herr der Ringe von Reiner Knizia. Dieses Spiel schlug uns sofort in den Bann, denn zunächst war es nicht einfach Sauron zu besiegen. So fragten wir uns, warum in den Regeln vorgeschlagen wurde, Sauron noch näher bei den Hobbits starten zu lassen, wodurch seine Siegchancen noch einmal erhöht wurden. Weil wir das Spiel oft gespielt haben, verstanden wir es nach und nach, denn nun Sauron hatte auch auf der besseren Startposition keine Chance mehr.

Ein Feind für das Schlachtfeld Umso erfreuter waren wir, als dann die Erweiterung Die Feinde erschien. Nun gab es zwei weitere Spielpläne und eine Menge neuer Gegner, die einem das Leben schwer machten. Doch schon bald erkannten wir auch hier die Schwächen von Saurons Heerscharen. Während dessen lief die Trilogie an und Der Herr der Ringe war in aller Munde. Es gab viele Spiele zu dem Film und damit auch zum Buch, doch keines vermochte uns so zu fesseln, wie das kooperative Spiel.

Aragorn kämpft auf dem Schlachtfeld Zu der Zeit erschien dann mit Sauron eine zweite Erweiterung und das Spiel wurde somit ebenfalls zu einer Trilogie. Kernstück dieser Erweiterung war die Übernahme von Sauron durch einen (un)menschlichen Spieler. Vorbei war es mit der Kooperation, denn nun hieß es "Einer gegen Alle". Doch die Sauron Erweiterung enthielt mehr. So gab es dort eine sehr schöne Variante zu den Schicksalsplättchen: Sie waren jetzt bedeutend negativer, dafür konnten die Spieler aber jedes zweite ablehnen.

Der Film wurde ein Riesenerfolg. Vom Publikum geliebt und mit Oscars ausgezeichnet ging er seinen Weg aus dem Kino über DVDs ins Fernsehen. Danach wurde es ruhig um den Herrn der Ringe. Kein Film, kein Spiel sorgte für Schlagzeilen und auch das kooperative Spiel schien abgeschlossen.

Alle Feinde bewegen sich Nun aber erschien noch eine Erweiterung: Die Schlachtfelder. Nicht mehr Kosmos verlegte diese Erweiterung, sondern Heidelberger. Zu jedem Spielplan gibt es nun einen weiteren Spielplan, der das Schlachtfeld darstellt. Immer wenn ein Ereignis eintritt oder die Spieler sich auf der Hauptleiste fortbewegen, muss ein Plättchen genommen werden. Diese Plättchen werden am Ende des Zugs abgehandelt und sie sind durchweg bösartig. Im günstigsten Fall passiert nichts, ansonsten bewegen sind ein bis fünf Feinde auf dem Schlachtfeld. Mit jeder Bewegung lösen die Feinde Unheil in der bekannten Art wie zum Beispiel würfeln aus. Nun sind die Hobbits diesen Feinden nicht hilflos ausgeliefert. Zur Abwehr können sie die Gefährten auf den Spielplan schicken. Je stärker der Gefährte, je teurer der Preis in Karten bzw. in Symbolen. Diese Abwehr wird dann auch belohnt, z. B. durch weitere Handkarten oder durch einen Schritt ins Licht.

Wir hatten vor Erscheinen der Schlachtfelder lange kein Herr er Ringe mehr gespielt. So traten die Gegner für uns zu massiv auf und überwältigten uns. Noch ist es uns nicht gelungen, den Ring bei dieser Erweiterung zu vernichten. Gerade das war bei Erscheinen des Basisspiels ein großer Reiz für uns.
Da nun aber keine große Aufmerksamkeit mehr auf dem Herrn der Ringe liegt, mögen die Schlachtfelder woanders wenig Beachtung finden. Aus meiner Sicht sind sie vor allem für Spieler, die nie genug von einem guten Spiel bekommen. Nun denn, liebe Hobbitfreunde, versucht euch auf den Schlachtfeldern. (wd)

Steckbrief
Der Herr der Ringe -
Die Schlachtfelder

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Reiner Knizia Heidelberger 2 - 5 ab 12 Jahre ca. 90 Minuten Bluguy Grafik-Design