EverdellEverdell

Everdell ist ein friedlicher Landstrich, bestückt mit einem Fluss, einem Wald und einer großen Wiese. Er ist reich an Schätzen, die nur darauf warten, gesammelt zu werden: Holz, Harz und Kiesel dienen den Bewohner dazu, Bauwerke zu errichten, und Beeren sind die Nahrung für die Einwohner. Ich bin ein Eichhörnchen. Wir sind eine der Gemeinschaften, die neben Hasen, Igel und Schildkröten das Waldleben aktiv gestalten und ihre eigene Stadt errichten.

Immerbaum

Die Wesen hier wünschen sich alle, in einem bestimmten Bauwerk zu wohnen. Nehmen wir als Beispiel zwei Mäuse, nennen wir sie liebevoll Bernhard und Bianca, die zusammen auf einer Farm leben möchten. Bei uns zog zuerst die Ehefrau auf der Farm ein. Sie kam freiwillig, weil es „ihr“ Bauwerk war. Da es nun besetzt war, konnte der Ehemann nicht einfach hinzuziehen. Drei Beeren waren dann doch ein überzeugendes Argument. Der Ehemann beschafft direkt im Anschluss eine beliebige Ressource, denn er ist ein Produzent. Die Ehefrau hingegen sorgt für Wohlstand. Sie liefert am Ende des Jahres Prestige zum Gesamtergebnis.
Sowohl die Farm als auch die Eheleute sind gewöhnlich. Anders sieht es mit dem Theater auf, in dem der Barde auftritt. Beide sind einzigartig. Natürlich kann es mehrere Theater geben; ebenso gibt es mehrere Barden, nur haben wir abgesprochen, einzigartige Gebäude nur einmal in unserer Stadt zu errichten und einzigartige Wesen nur einmal anzulocken.

Mit uns erlebt ihr ein Jahr in Everdell. Wir beginnen im Winter, in dem nur zwei Mitglieder jeder Gemeinschaft aktiv sind. Wir kennen die Plätze für Rohstoffe genau. An einige ist nur Platz für einen, an anderen kann jeder kommen. Zunächst bevorzugen wir meist die Plätze im Wald. Sie sind in jedem Jahr anders, und wir müssen unsere Pläne darauf abstimmen. Letztendlich geht es immer darum, Holz, Harz, Kiesel und Beeren zu sammeln, oder Gebäude und Wesen zu reservieren. Spielplan

Möchten wir ein Bauwerk in unserer Stadt errichten oder ein Wesen herholen, benötigt dies kein Stammesmitglied. Stattdessen verbrauchen wir gesammelte Ressourcen oder das Wesen zieht in das von ihm bevorzugte Bauwerk ein. Irgendwann sind die Stammesmitglieder müde und die Ressourcen verbraucht. Dann heißt es, sich auf die nächste Jahreszeit vorzubereiten. Dazu werden die aktuell besetzten Plätze verlassen und Verstärkung kommt hinzu. Am Frühlings- und Herbstanfang Im Frühling und im Herbst produzieren alle Produktionsstätten, während zu Beginn des Sommers zwei Bauwerke beziehungsweise Wesen reserviert werden können. Die anderen Jahreszeiten laufen ähnlich ab, aufgrund des Fortschrittes tun sich dabei neue Möglichkeiten auf. Sind genügen Bauwerke und Wesen mit der gleichen Ausrichtung, z. B. Produktion, Verwaltung oder Bewegung, in einer Stadt, kann das dazugehörige Ereignis von einem unserer Eichhörnchen besucht werden. Doch wir müssen schnell sein. Zu jedem der vier Ereignisse kann nur ein Besucher gehen. Ähnliches gilt für die vier besonderen Ereignisse. Für ihren Besuch werden bestimmte Bauwerke und Wesen benötigt. Allen Ereignissen ist gemeinsam, dass sie reichlich Prestige bringen. Manchmal bringen sie auch noch einen weiteren Vorteil.

Im Herbst bekommen wir noch die Möglichkeit auf Reisen zu gehen. Wir lassen dafür die Reservierungen sausen und erhalten für unsere Reise Prestige. Hat auch die letzte Gemeinschaft den Herbst abgeschlossen, schauen wir auf unser Prestige. Bauwerke und Wesen, Ereignisse und Reisen bringen es mit sich und mancher sammelte auch Prestige während des Jahres. Wer das meiste Prestige besitzt, hat das Jahr am erfolgreichsten bestritten. Alle begeben sich in den Winter, feiern vielleicht Weihnachten und Silvester, bevor es im neuen Jahr wieder losgeht.

Die große Wiese

Für mich wird es immer wieder losgehen, denn Everdell hat mich gepackt und lässt mich nicht mehr los. Ich warte schon jetzt auf die Erweiterungen. Diese Welt ist anders, obwohl auch hier auch nur Ressourcen gesammelt und Bauwerke errichtet werden.
Es beginnt mit der Ausschmückung der Welt. Der Spielplan zeigt die Naturwelt, in der die Wesen leben. Die Art der Rohstoffe ist behutsam gewählt worden und deren Gestaltung erweckt den Eindruck, als hätte ich die Ressourcen in echt vor mir liegen. Die Zeichnungen der Bauwerke und Wesen samt ihren Benennungen vertiefen das Gefühl, in einer anderen Welt zu spielen, einer Welt, die mich an Unten am Fluss (Richard Adams) bzw. Der Stein von Duncton (William Horwood) erinnert.

Emsig erschaffen die Gemeinschaften. ihre Stadt. Sie helfen zwangsweise einander, zum Beispiel wenn ein Wesen verlangt, dass seine Produktion geteilt wird; sie reservieren sich auch mal ein Gebäude zum Ärger des Nachbarn oder sie besuchen ein Ereignis, bevor es ein anderer tut. Selten gibt es wirklich Ärger, denn es sind mehr kleine Sticheleien. Im Vordergrund steht die Errichtung der eigenen Stadt, die in Summe aus maximal 15 Bauwerken und Wesen bestehen darf.
Die Kunst besteht in der Zusammensetzung der Stadt. Geringe Prestigewerte in einer großen Menge schaden dem Ergebnis ebenso wie zu viele teure Bauwerke, weil die Stadt dann zu klein bleibt. Insgesamt werden die Städte konstruktiv errichtet und auch mit weniger Prestigepunkten ergibt sich ein gutes Gefühl. Die Stadt lebt, ist Teil dieser Everdell-Welt, die auch ihre Eigenheiten besitzt.

Stadt

Was mich daran fasziniert, beantworte ich über die Frage, die mir als erste durch den Kopf ging, als ich Everdell für das erste Spiel aufbaute: „Wie soll ich mit zwei Eichhörnchen eine Stadt aus 15 Bauwerken bzw. Wesen errichten?“ Die Möglichkeiten, wie meine Eichhörnchen Ressourcen besorgen können, sind umfangreich, doch das wäre nur ein wenig Tiere einsetzen im Wald. Die Andersartigkeit entsteht durch die Funktionen, die mich in meinem Fortkommen sehr gut unterstützen. Es dauerte bei mir durchaus ein oder zwei Jahre in Everdell, bis ich den Nutzen mancher Bauwerke und Wesen erkannte. Ich habe mehrfach meine Meinung über die Wertigkeit revidiert. Und zuletzt: Es ist gelungen, die Ressourcenkosten für die Bauwerke und Wesen sehr gut auszutarieren.

Everdell ist eine Welt voller Fortschritte. In Everdell gibt es Zufälle, doch der Erfolg liegt in meiner Hand. Everdell ist Unterhaltung für gut ein bis zwei Stunden. Vor allem aber ist Everdell „mein Spiel“. Everdell hat mich gepackt wie lange schon kein Spiel mehr, und ich lerne rund 100 neue Spiele im Jahr kennen. (wd)

immerbaum
Steckbrief
Everdell
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
James A. Wilson Pegasus 1 - 4 Spieler ab 10 Jahre 40 - 80 Minuten Andrew Bosley

Die Everdell-Familie

Everdell  

Erweiterungen:   Bellfaire   Pearlbrook   Spirecrest