The Rise of QueensdaleThe Rise of Queensdale

Kapitel 1.3.: Abschluss ins Ungewisse

Ende des Spieltags

Die letzte Partie endete gegen 22 Uhr. Es waren rund zwölf Stunden vergangen, seit wir uns nach Queensdale begeben hatten. Die letzte Partie dauerte inklusive der Vor- und Nachbereitungen ziemlich exakt zwei Stunden. Ich hatte im Vorfeld gehört, dass eine Partie rund 40 Minuten dauern würde. Ich hoffe, dass die weiteren Partien sich dem annähern, denn die letzte Partei war mir deutlich zu lang. Eine erste Veränderung, von der wir am Ende des Spiels erfuhren, deutet darauf hin.
Nach der Partie diskutierten wir das Erlebte. Ich war derjenige, der dem Spiel am kritischsten gegenüberstand. Zwei Spieler waren in ihrer Bewertung neutral. Unser legacy-erfahrener Spieler war begeistert: Als erstes gefiel ihm, dass das Material nur durch Namensgebung an den Spieler gebunden ist. Er meinte sogar, bei bedarf könne ein Spieler dadurch ausgetauscht werden. Wir wollen es nicht ausprobieren. Ich glaube schon, dass es möglich ist, obwohl ich es mir schwer vorstelle, bei der Menge Regeln und ohne Erfahrung einzusteigen.
Wichtiger waren für mich seine Aussagen über die Qualität des Spiels. Er berichtete von anderen Legacy-Spielen und deren Unausgewogenheiten. Es klang erschreckend. Hier hingegen sei das nicht festzustellen. Selbst bei meinem Schicksal wüsste ich ja nicht, ob da nicht noch etwas kommt. Das ist auch mein Eindruck: Queensdale wirkt auf mich sehr durchdacht.

Mein persönliches Fazit

Ich komme aktuell nicht gut mit Queensdale zurecht. Erst ein wenig originelles Erlebnis, dann Frust, dann ein zu langes Spiel. Ich sehe die positiven Punkte, doch ich spüre sie nicht. Also frage ich mich, ob es an mir liegt. Ich denke dabei sofort an Andor. Das Spiel ist sehr beliebt und wurde zum Kennerspiel ausgezeichnet. Diesem Spiel konnte ich auch nur schwer die positiven Seiten abgewinnen. Vieles ist für mich zwischen Andor und Queensdale ähnlich. Es geht über mehrere Partien. Es gibt immer wieder Stellen, an denen man zurückgeworfen wird, und in beiden Spielen wird eine Geschichte erzählt. Ich mag thematische Spiele. Nimmt die Geschichte überhand, empfinde ich das als länglich, weil es den Fortgang des Spiels aufhält. Für Geschichten gibt es Bücher, Spiele sind zum Spielen dar. Ich kenne eine solche Trennung in einem ganz anderen Bereich: Ich esse gern Schokolade, ich esse gern Nüsse, aber bleib mir bloß weg mit Nussschokolade.
Im Grunde ist die Überlegung zu Andor mein Fazit zum ersten Tag mit Queensdale: Magst du Andor, spiele Queensdale. Es ist eine klare Aussage. Allerdings konnte ich bisher nicht verifizieren, ob sie allgemeingültig ist.

Ausblick

Ich habe weiterhin die Hoffnung, dass sich mir die schöne Seite von Queensdale zeigt. Ein nächster Termin ist vereinbart. Meine Erwartungen sind deutlich geringer. Viellicht waren sie durch die Ereignisse im Vorfeld zu hoch. Ich hoffe es, denn dann wird mir der zweite Spieltag sicher mehr Spaß machen.
Bei der Abschlussdiskussion kam auch das Thema Neid auf. Jeder Spieler entwickelt sein Stadtviertel anders. Dadurch hat jeder Spieler andere Möglichkeiten. Sind die Äpfel in Nachbars Garten roter, so sind die Möglichkeiten in Nachbars Viertel mächtiger. Das gilt sicher nur vom Gefühl her. Unser erfahrender Legacy-Spieler meinte zu mir: „Schau auf das was du kannst, nicht sauf das, was andere können.“ Im realen Leben kann ich das sehr gut und empfinde dadurch sehr selten Neid. Bei Queensdale war es anders. Am nächsten Spieltag werde ich den Ratschlag beherzigen und mit einer anderen Grundhaltung spielen. Ich bin gespannt, welches Schicksal mich dann in Queensdale ereilt. (wd)

Weiter geht es mit Kapitel 2, sobald wir The Rise der Queensdale weitergespielt haben.

Steckbrief
The Rise of Queensdale
Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Inka Brand, Markus Brand alea 2 - 4 Spieler ab 12 Jahre 45 - 6 Minuten Michael Menzel

Queensdale

Einleitung 
Vor der Öffnung der Schachtel

Kapitel 1: Der erste Spieltag (Partien 1 bis 5) 
Rund um das erste Partie
Zwischentief und weitere Partien
Abschluss ins Ungewisse