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Think Str8!Think Str8!

Rechnen im Spiel? "Bloß nicht", höre ich die aufgeschreckte Spielerschar rufen. Mathematik ist, zumindest nach landläufiger Meinung, eine Spaßbremse. Als solche gehört sie nicht in ein Spiel. Da genügt es schon, wenn ich erzähle, hier müssen drei Zahlen addiert werden. Wenn das nicht abschreckend genug ist, wende ich mich an die Taktiker und erzähle ihnen: "Du musst die Zahlen addieren, aber du kennst sie gar nicht. Du weißt nur, dass sie zwischen 0 und 7 liegen." Natürlich erzähle ich genau das nicht, zumindest nicht sofort. Schließlich möchte ich Think str8! spielen.

Bank mit Zahlen

Los geht's! Der Spielplan und die Zahlen sind aus ungewohntem, dünnem Material, das sich wie Plastik anfühlt. Ich schau zurück: Über diese Qualität war ich beim ersten Öffnen erschrocken. Ich greife vor: Das Material ist ideal, der Spielplan liegt so wie er heißt - plan auf dem Tisch. Die Zahlenkarten sind stabil und voll allem nicht durchscheinend, selbst beim Gelb.
Nun geht es richtig los. Jeder Spieler bekommt eine kleine Bank. Auf dieser werden sechs Zahlen -wir erinnern uns: von 0 bis 7 - in den sechs verfügbaren Farben gestellt. Die Zahlen sind aber nur für die Mitspieler sichtbar: Hanabi-Effekt. Damit die Informationen zu Beginn unabhängig von der Spielerzahl sind, gibt es immer vier Bänke. Sind wir nur zu zweit oder zu dritt, gehören die anderen Bänke einem Dummy, und der tut ab jetzt - nichts mehr. Ich als menschlicher Spieler streiche nun auf einem gut durchdachten Block die Zahlen aus, die ich sehe. Schließlich stehen diese Zahlen nicht bei mir auf der Bank. Die anderen Spieler verfahren genauso.

NotizzettelJetzt werden, abhängig von der Spielerzahl, acht bis zehn Runden gespielt. Einer der Spieler mit den wenigsten Siegpunkten würfelt drei Farbwürfel. Wenn er möchte, darf er nun noch einen Würfel auf eine beliebige Farbe drehen. Damit stehen die Werte fest, die zu addieren sind, z. B. gelbe + rote + blaue Zahl. Eine Farbe kann auch mehrfach vorkommen, also gelbe + rote + rote Zahl. Wiederum nach Punktestand schätze nun die Spieler ab, welche Summe sie aus ihren drei Zahlen erhalten. Das Ergebnis markieren sie auf eine Leiste von 0 bis 21 durch einen Stab. Die Auswahl an Stäben reicht von einem, der nur ein Feld abdeckt bis zu einem, der zehn Felder abdeckt. Da es jeden Stab nur einmal gibt, haben Spieler mit mehr Siegpunkten weniger Auswahl.
Es folgt die Auswertung. Lag ich richtig, bekomme ich je nach Länge des Stabs ein bis fünf Punkte. Lag ich falsch, erfahre ich, ob mein Ergebnis niedriger oder höher ist als der abgedeckte Zahlenbereich. Anschließend muss ich eine meiner Zahlen gegen eine noch unbekannte der gleichen Farbe tauschen. Meine Mitspieler streichen die neue Zahl einfach auf ihrem Zettel weg. Ich selbst sehe stattdessen meine abgelegte Zahl und kann nun Rückschlüsse aus den vorherigen Berechnungen machen. Nach und nach erlange ich so Wissen über meine Zahlen. Weil zu Beginn eine Zahl jeder Farbe aussortiert wurde, bleibt mir bis zum Schluss ein bisschen Ungewissheit.
Nach all den Runden kommt eine Schlusswertung. Für sie schreibe ich pro Farbe ein bis drei Zahlen auf. Steht eine der aufgeschriebenen Zahlen auf meinen Blatt, bekomme ich Punkte: Je weniger Zahlen ich aufgeschrieben habe, desto mehr. Liegen ich gänzlich falsch, werden mir Punkte abgezogen.

Stäbe für die AbschätzungFür mich ist dieses Spiel andersartig. Ich hatte nicht das Gefühl, ein Spiel zu spielen, sondern das Gefühl, ein Logical zu lösen. Solche Logicals gab und gibt es in Zeitungen und Zeitschriften. Dort finden sich Aussagen wie "Der Mann mit dem Ferrari wohnt neben der Frau mit den blonden Haaren" Dort waren oft ein oder zwei Fragen wie "Welche Farbe hat das Haus, in dem der glatzköpfige Mann wohnt?" zu beantworten.
Wer wie ich solche Logicals mag, kann nun Logicals mit seinen Freunden spielen. Es ist nicht länger eine Solitärbeschäftigung. Dabei ist es abstrakt und hat ein dazu passendes Design. Die Abstraktion mag zunächst ein Nachteil gegenüber schön formulierten Rätseln sein. Das Gefühl von Gemeinsamkeit und der Vergleich der Ergebnisse sind eine gute Kompensation. Ein Generator für neue Aufgaben ist das Spiel ohnehin. (wd)

Steckbrief
Think Str8!

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Leo Colovini Huch & Friends 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre ca. 60 Minuten Sabine Kondirolli