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TerraTerra

Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise … neue Welten zu entdecken …1 Mist, das ist ja gar nicht die Erde. Da heißt es schnell die Zeit zurückdrehen. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht.2 Passt in der Zeit auch nicht. Aber immerhin wird hier das Wort Terra verwendet. Es bedeutet Erde. Wir müssen die Zeit ein wenig, nein ein wenig mehr, vorspulen. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer von vielen Spielern, die sich aufmachten, unsere Erde zu entdecken.

Die erste SchwebebahnDie Zahl der Erde ist die Vier. Die große Erdkarte ist durch Äquator und Nullmeridiangeviertelt. Mit den drei Leisten ergeben sich vier Dinge, die wird über unsere Erde wissen sollten. Dazu sind die Aufgaben in vier Schwierigkeitsgrade unterteilt.
Um diese Aufgaben geht es. Nehmen wir beispielhaft eine mittelleichte Aufgabe: Die erste Schwebebahn. Die Landkarte ist in diverse Land- und Seegebiete unterteilt. Es gilt nun, den Ort zu finden, an dem sich diese Hängebahn befindet. Außerdem sollen das Eröffnungsjahr und die Streckenlänge geschätzt werden. Dafür gibt es Skalen. Die Jahresleiste reicht von vor Christi Geburt bis in die heutige Zeit. Die Längenleiste umfasst Zentimeter bis Kilometer. Bei jeder Aufgabe wird eine der drei Leisten nicht benötigt. Das ist hier die flexible Leiste, die mal Anzahl, mal Quadratkilometer und noch vieles Mehr darstellt.
Wenn ich an der Reihe bin, setze ich einen Stein - entweder auf ein Gebiet auf der Weltkarte oder auf ein Feld einer Skala. Wenn ich nicht mehr setzen möchte, kann ich auch passen. Weil schlecht platzierte Steine temporär nicht zur Verfügung stehen, ist dies eine durchaus sinnvolle Option. Sobald alle Spieler aus der laufenden Runde ausgestiegen sind, kommt es zur Wertung. Jedes richtige Gebiet - es gibt Aufgaben, bei denen mehrere Gebiete korrekt sind - und jedes richtige Feld einer Skala gibt sieben Punkte. Jedes benachbarte Gebiet und Feld gibt noch drei Punkte. Die Wertung gibt es im American Football und besagt, dass einmal richtig punkten besser ist als zwei Mal ein bisschen.

Die Anfänge der LeistenIch mag Terra aus vielerlei Gründen. Das beginnt mit der Vielfalt der Aufgaben. War es eben noch eine Pflanze, wird nun nach einer Technologie gefragt. Es folgt ein bisschen Geologie und, schwupp, sind wir mitten im Reisetourismus. So liegt mir die eine Aufgabe mehr, die andere weniger.
Das hängt auch vom Schwierigkeitsgrad ab. Die leichten Aufgaben haben oft den Charakter von Wissensfragen. Es ist mir jedoch selbst hier passiert, dass ich die Aufgabe, das dazugehörige Bild auf der Aufgabenkarte, Leisten und Länder angeschaut habe und ich keine Ahnung hatte. Dabei scheint doch alles so bekannt zu sein. Bei den beiden mittleren Schwierigkeitsgraden gibt es eine kleine Hilfestellung. Für das Gebiet wird das Viertel auf der Erde angezeigt. Immerhin kann ich nun Dinge aus Amerika nicht nach Asien platzieren. Das ist doch schon mal eine Erleichterung.

Stadt mit den durchschnittlich meisten SonnenstundenIch persönlich mag am liebsten die schweren Aufgaben. Sie führen uns abseits der ausgetretenen Pfade des Wissens. Na gut, manch andere Aufgabe tut das auch und der folgende Spaß gilt auch bei den weniger schweren Aufgabe. Oft habe ich eben nicht das benötigte Wissen, doch erstaunlicherweise habe ich bei fast allen Aufgaben irgendeine Vorstellung vom Inhalt. Ob diese richtig ist, sei dahingestellt. Meinen Mitspieler ergeht es nicht anders. So werden Vermutungen geäußert, Vorstellungen als Tatsachen verkauft, und plausible Erklärungen gegeben, warum der zuletzt platzierte Stein richtig sein muss. Manches wird abgekauft, erkenntlich an den anschließend in der Nähe platzierten Steinen und manchmal schweigt auch jemand, weil er meint, die Antworten zu kennen. Auf wirkliches Wissen bin ich bei vielen schwerer Aufgaben nicht getroffen. So kommt denn auch das große Hallo, wenn die Lösung verkündet wird. Ein kleines Beispiel gefällig? Der Ort mit den meisten Sonnenstunden: Liegt er denn nun irgendwo in der Sahara? Oder doch in Kalifornien? Vielleicht auch mitten in Australien? Und wie lange scheint dort die Sonne im Jahr? Ich rechne mal schnell im Kopf. Ich nehme neun Stunden pro Tag. 365 mal 9 ist mir im Kopf zu schwer, also runde ich ab auf 300 Tage zu aufgerundet zehn Stunden am Tag. Doch wie liege ich mit meinen 3000 Stunden?

Wissen und schätzen, beobachten und schlussfolgern, mal schweigen, mal diskutieren, viel Spannung und wenig Frust über Nichtwissen, Terra bringt viel Kommunikation und die ganze Palette an guten Emotionen auf den Tisch. Und genau da gehört Terra hin: Auf den Spieltisch. (wd)

Terra und Fauna

Das Prinzip von Terra gab es bereits in dem Spiel Fauna, das 2009 eine Nominierung zum Spiel des Jahres bekam. Dort gilt es, den Lebensraum von Tieren anzugeben sowie Größe, Gewicht und Schwanzlänge. Hier nun wurde dieses sehr gute Spielsystem auf viele Wissensgebiete übertragen. Vereinzelt begeben wir uns sogar zurück in das Tierreich. Es ist Geschmackssache, ob man lieber in der Tierwelt verweilen möchte oder die gesamte Vielfalt unserer Erde als Gegenstand der Schätzung haben möchte. Ich persönlich habe einen leichten Hang zu Terra, wobei ich Fauna nicht missen möchte. Beide Spiele haben mich sehr gut unterhalten, und gelernt habe ich auch noch dabei.

1Aus dem Vorspann der Fernsehserie Raumschiff Enterprise, Produzent Gene Roddenberry
2Aus der Einletung zu diversen Asterix Büchern und Filmen, Autor René Goscinny, Zeichner Albert Uderzo

Steckbrief
Terra

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Friedemann Friese Huch & friends 2 - 6 Spieler ab 10 Jahre 45 - 60 Minuten Sabine Kondorolli