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RialtoRialto

Rialto ist ein Teil von Venedig und gehört zum Stadtteil San Polo. Sein Name wäre uns vermutlich nicht geläufig, gebe es nicht die große, repräsentative Brücke über den Canal Grande, die Rialto-Brücke. Sie ist eine der vielen Sehenswürdigkeiten Venedigs und wurde hier zum Aushängeschild des Spiels.
Venedig war zu Anfang dieses Jahrtausends mehrfach Schauplatz eines Spieles. Dies liegt zum einen an der Historie Venedigs, die sich sehr gut für eine Hintergrundgeschichte eignet. Zum anderen bietet Venedig mit seinen sechs Stadtbezirken eine überschaubare Menge an Spielfeldern für ein Mehrheitenspiel. Nach über zwölf Jahren kehrt die Spielwelt genau mit einem solchen Spiel zurück nach Venedig.

Spielsituaton vor der Schlusswertung

Schauplatz sind die sechs Bezirke, wobei in jeder Runde ein Bezirk im Mittelpunkt steht. Gespielt werden also sechs Runden, denen ein fester Ablauf zugrunde liegt. Zunächst erhalten die Spieler ihre Kartenhand. Dazu werden Reihen mit sechs offen Karten ausliegenden gebildet und zwar eine mehr als Spieler am Spiel teilnehmen. Eine Dogenleiste, auf die ich in der Bewertung noch ein wenig näher eingehe, zeigt an, wer als erstes seine Kartenhand wählt. Zu den sechs Karten kommen noch zwei Karten vom Nachziehstapel. Schließlich muss jeder Spieler seine Karten auf sieben Karten reduzieren.
Zwei der sieben Karten: Gondel und MaskeIm zweiten Teil werden nun die Karten abgespielt. Für jede Karte gibt es eine Belohnung: Schritte auf der Dogenleiste, Gold, Gebäude, Siegpunkte mit Brückenbau, Ratsherren aus dem allgemeinen Vorrat und Gondelauslage sowie Platzieren der Ratsherren in den aktuellen Bezirk. Der Clou dabei ist, dass der Spieler der am meisten Karten gespielt hat, eine zusätzliche Belohnung erhält. Sie ist einfach geregelt: Der Spieler bekommt einfach seine Belohnung so als wenn er eine Karte mehr gespielt hätte. Lediglich beim Brückenbau und der Gondelauslage gibt es kleine Sonderregelungen.

Gebäude in RialtoFlexibilität in den Karten erhalten die Spieler auf zwei Arten. Karten, die eine venezianische Maske zeigen, sind Joker und können zu jeder Sorte von Karten dazugelegt werden. Größere Bedeutung kommt den Gebäuden zu. Gekauft werden sie mit den Karten "Architektur". Anschließend kann der Spieler sie mit einem Goldstück aktivieren und den Vorteil nutzen. Grüne Gebäude verbessern im ersten Teil einer Runde die Kartenhand. Dies betrifft sowohl die Qualität, weil mehr Karten zur Auswahlstehen, als auch die Quantität, weil das Handkartenlimit erhöht wird. Gelbe Gebäude werden dann während des Abspielens der Karten verwendet. Unter anderem gibt es einen zusätzlichen Joker und die Möglichkeit, die Kartenart zu ändern. Die blauen Gebäude schließlich bieten Spezialfunktionen, die in einer dritten, nachgelagerten Phase einer jeden Runde genutzt werden können.
Nach sechs Runden endet das Spiel mit der großen Schlusswertung. An jedem Bezirk liegen nun vier Gondeln beziehungsweise Brücken, die jeweils einen Wert von 1 bis 6 aufweisen. Die Summe ergibt den Wert des Bezirks und wird dem Spieler, der dort die Mehrheit besitzt, als Siegpunkte gutgeschrieben. Die Spieler auf den weiteren Plätzen erhalten immer die Hälfte der Punkte, die der Besserplatzierte bekommen hat. Die andere große Punktequelle sind die Gebäude, die entsprechend ihrer Baukosten Siegpunkte bringen. Die Punkte während des Spiels und für die restlichen Materialien runden die Bewertung ab.

Dogenleiste


Nach mehr als 10 Jahren gibt es nun ein neues Mehrheitenspiel, das in Venedig angesiedelt ist. Durch das Thema weckt es die Erinnerungen an die früheren Spiele Doge, Venezia und San Marco - letzteres wurde von der Jury "Spiel des Jahres empfohlen, unter anderem wegen des originellem Verteilungsmechanismus der Karten. Den bietet Rialto ebenfalls, genau wie viel Spielspaß.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Auffallend ist die Gradlinigkeit des Spiels. Die Runden sind klar gegliedert: Karten nehmen, Karten abspielen, Vorteile nutzen. Wege zum Erfolg gibt es viele und sie sind ohne Schnörkel. Einige offenbaren sich schnell, wie zum Beispiel viele grüne Gebäude bauen und eine starke Kartenhand nutzen Andere wollen entdeckt werden, wie eine vorrangige Nutzung der blauen Gebäude. Bereits das erste Spiel wird mit einem Plan angegangen. Weil das Spiel viele unterschiedliche Wege zum Erfolg bietet, bleibt der Wiederspielreiz lange erhalten.
Ein anderer Grund ist die Auswahl der Handkarten "en bloc". Dieser Mechanismus ist nicht nur originell, sondern führt auch dazu, dass eine Position zur frühzeitigen Auswahl begehrenswert ist. Die ist über die Dogenleiste geregelt, die im Übrigen auch jeden anderen Gleichstand auflöst. Mag es in manchen Spielen möglich sein, diese "Feldleiste" zu ignorieren - ich denke hier besonders an Macao - so sind sämtliche Versuche dieser Art bei Rialto (bisher) gescheitert. Damit ergibt sich ein sekundärer Schauplatz, den die Spieler in ihre Taktik einbinden müssen.

Spielerablage

Vor allem aber eines ist an Rialto wichtig: Das Spielgefühl. Jeder Spieler schafft es, jeder Spieler kommt voran, wenngleich nicht gleichmäßig. Dabei ist eine hohe Interaktion beim Ausspielen der Karten gegeben. Im richtigen Moment einen anderen Spieler zu überbieten bringt Freude, im falschen Moment überboten zu werden wirkt sich aber nicht negativ auf das Spielgefühl aus. Es ist nur ein kurzer Moment, in dem die eigene Taktik durchkreuzt wurde.
Zuletzt wird das Spiel auch grafisch bis auf eine Ausnahme sehr gut unterstützt. Während die Zählleiste mit ihrem Design ungewohnte Probleme bereitet, ist der Rest sehr durchdacht: Ablagefelder für sämtliche Materialien sorgen für Übersichtlichkeit, genauso wie die gute Farbwahl das Erkennen der Situation in Venedig erleichtert. An der Ästhetik des Titelbildes scheiden sich die Geister, doch in einem sind sich alle einig: Es ist auffällig. Das ist auch gut so, denn Rialto belegt dieses Jahr im Bereich der anspruchsvollen Familienspiele einen Spitzenplatz. (wd)

Steckbrief
Rialto

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Stefan Feld Pegasus 2 - 5 Spieler ab 10 Jahre 45 - 60 Minuten Andreas Resch, Hans Georg Schneider