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Lost LegendsLost Legends

Es ist schon lange her, seit ich Fantasy-Rollenspiel betrieben habe. Damals war ich ein Hobbit, der durch die Gegend streifte, Monster plättete, Schätze raubte und, ich will das hier nicht verschweigen, manchen guten Tropfen etwas zu schnell getrunken hat. "Monster rauben, schätze plätten" ist ein gängiges Motiv in Fantasy-Spielen und wird auch neudeutsch schön mit "Hack & Slash" beschrieben.

Die MagierinEs wird Zeit, zumindest dieses Hack & Slash wieder einmal zu betreiben und bitte etwas moderner. Dafür kommt mir Lost Legends gerade recht. Ich habe hier die Wahl zwischen fünf Rollen: Barber oder Krieger, Jäger, Assassine oder Magierin. Jeder Charakter ist in zwei Fähigkeiten trainiert, z. B. die Magierin in Magie und in Rüstungen. Dazu kommen drei Startwerte, die scheinbar nicht weit auseinanderliegen: Lebenspunkte, Mana und Goldstücke mehr.
Bevor Abenteurer auf die Jagd nach Monster gehen, benötigen sie eine geeignete Ausrüstung. Ausrüstungsgegenstände befinden sich auf Karten von denen jeder Spieler sechs erhält. Davon wähle ich eine Karte aus und gebe die anderen an meinen linken Nachbarn weiter. Nun habe ich zwei Möglichkeiten. Ich kann den auf der Karte abgebildeten Gegenstand kaufen und dann später nutzen. Ich entrichte dazu den Preis in Goldstücken. In Abhängigkeit von meinen Fähigkeiten erhalte ich dabei einen nicht zu vernachlässigenden Rabatt. Ich kann die Karte aber auch dazu nutzen, eine Fähigkeit zu bekommen oder auszubauen. Dafür erhalte ich sogar Gold, verzichte aber auch auf den Gegenstand. Nachdem ich so fünf Karten ausgewählt und ihre Verwendung bestimmt habe, kann ich mich an das erste Abenteuer wagen. Ich begebe mich in die Ruinen.

Der Barbar Der Krieger Die Assassinen Der Jäger

Das erste Monster, das dort auf mich wartet, kenne ich schon. Es wurde mir zu Beginn zugeteilt. So ein Kampf läuft nach einem simplen Prinzip ab. Zunächst habe ich einige Möglichkeiten, ein mir angenehmes Monster als Gegner zu bekommen. Als erstes darf ich "mein" Monster einem Mitspieler geben, wenn dieser aktuell keines besitzt. Habe ich kein Monster (mehr), besorge ich mir ein neues Monster. Eines liegt offen aus und wenn es mir gefällt nehme ich es einfach. Ansonsten ziehe ich ein Monster vom verdeckten Kartenstapel. Einmal darf ich auch hier ein Monster weiterreichen, das zweite aber muss ich in jedem Fall behalten.
Danach wird gekämpft. Ich darf zuerst angreifen. Hier kommt ein Teil meiner Ausrüstung zum Einsatz. Mit meiner Waffe mache ich Nahkampf-, Fernkampf- oder Magieschaden. Manche Monster sind gegen bestimmte Schadensformen resistent oder empfindlich. Dann wird der Schaden halbiert oder verdoppelt. Neben der Waffe kann ich auch Schriftrolle und Amulette einsetzen. Darüber kann ich dem Monster weiteren Schaden zufügen. Wenn ich genügend Schaden mache, ist das Monster besiegt. Ich bekomme dann Erfahrungspunkte und Gold. Vom Gold profitieren aber auch meine beiden Nachbarn. Nun schlägt das Monster zurück. Hoffentlich hält meine Rüstung die Schaden ab. Wenn nicht, kann ich den Schaden auch mit Amuletten abwehren. Sollte ich zu viel Schaden nehmen, gehe ich K.o. Dann hilft mir nur noch Medizin auf die Beine.
Die Ruinen enden, wenn das letzte Monster besiegt wurde oder flüchtet, oder wenn alle Spiele K.o. gegangen sind. Nun dürfen sich die Spieler erholen und erhalten alle Lebenspunkte und ihr Mana zurück.

Eiserne Ration Magische Robe Arkane Energie Schnitterdämonen

Es steht die zweite Runde an. Dafür gibt neue, stärkere Ausrüstung. Damit geht es in die Höhlen. Der Ablauf ist identisch wie bei den Ruinen. Für eine dritte Runde gibt es erneut neue Ausrüstungsgegenstände, die wiederum stärker sind. Abschließend geht es in die Dämonenfestung.
Jetzt wird der Erfolg gemessen und zwar in Prestigepunkte. Diese erhält man zu einem Großteil aus den Erfahrungspunkten, die einfach umgerechnet werden. Außerdem sind die Monster in vier Klassen eingeteilt. Immer wenn ich zwei Monster einer Klasse besiegt habe, bekomme ich dafür Prestigepunkte. Je früher ich dies im Vergleich zu meinen Mitspieler tue, desto mehr Punkte sind es. Gleiches gilt für drei besiegte Monster einer Klasse und für je ein Monster jeder Klasse.

Verzauberter Helm Jadestab Klirrende Kälte Phantom

Lost Legends ist ein Spiel mit einem typischen Fantasy Setting. Die Charaktere rüsten sich aus und begeben sich an Abenteuerplätzen um Monster zu besiegen und Schätze zu bekommen. Dazu gehören auch die verschiedenen Ausgangsrollen sowie weitere spieltechnische Feinheiten, auf deren Beschreibung ich hier verzichtet habe.
Das Spiel wartet dann mit modernsten Spielmechanismen auf. Die Gegenstände werden per Drafting verteilt. Dies geht schnell und ermöglicht jedem den Zugriff auf fast alle Gegenstände. Gleichzeitig bietet es Interaktion, weil man begehrte Gegenstände seinen Mitstreitern vorenthalten kann.
Sowohl zeitlich als auch für den Erfolg sind die Kämpfe der wichtigere Teil. Hier gibt es eine klare Priorität: Angriff. Nur wer genügend Monster besiegt, wird Erfolg haben. "Lieber drei Monster besiegen und danach K.o. gehen als nur zwei Monster besiegen!" ist hier die Devise. Danach werden auch bei erfahrenen Spielern die Gegenstände ausgewählt. Dennoch ist die Defensive nicht zu vernachlässigen. Im Schnitt muss jeder Spieler drei Monster pro Schauplatz besiegen. Wer dies nicht schafft, hat nicht nur weniger Erfahrung, sondern überlässt den Mitspielern auch noch "seine" Monster.

Flammenstab Raserei Elfischer Helm Knöcherner Teufel

Obwohl Lost Legend kein hochgradig komplexes Spiel ist, benötigen die meisten Spieler ein paar Partien bis sie zu wirklich guten Abenteurern werden. In den ersten Spielen kann es auch mal passieren, dass die Monster die Oberhand gewinnen, der Spieler früh K.o. geht und sich davon nicht mehr erholt. Aus solchen Spielen gehen die meisten Spieler gestärkt hervor. Für mich bietet dies einen klaren Anreiz, das Spiel häufiger zu spielen.
Zusammengefasst verkörpert Lost Legends eine alte Fantasy-Idee, die mit modernen Mitteln umgesetzt worden ist. Das definiert auch klar die Zielgruppe: Es sind die Spieler, die Fantasy-Abenteuer erleben möchten und denen das Eintauchen in eine Spielwelt viel bedeutet. Ich gehöre zu dieser Zielgruppe und genieße daher die Abenteuer, selbst dann, wenn es mal nicht so gut läuft. Aber nächstes Mal besiege ich dich, du Teufel! (wd)

Steckbrief
Lost Legends

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Mike Elliott Queen Games 3 - 5 Spieler ab 10 Jahre ca. 70 Minuten Marko Fiedler, Falk Hänsel, Claus Stephan, Oliver Schlemmer