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MilestonesMilestones

Der Titel heißt übersetzt Meilensteine. Weil so viele Spiele in der Zeit des Mittelalters spielen, erinnert der Titel an die langen militärischen Straßen und Handelsstraßen. Wir finden heute noch entsprechende Straßenbezeichnungen wie Heerstraße und Hellweg.
Das Spiel versetzt uns in die Zeit zurück, in denen es diese Straßen nicht gab. Es ist unsere Aufgabe, Straßen und Häuser zu bauen, Märkte einzurichten und dort für den Getreidehandel zu sorgen. Dafür zeigt der Spielplan eine große Wiese. Sie ist mit vielen Dreiecken übersät, und an jedem der Eckpunkte steht ein Meilenstein. Die Gegend selbst ist abstrakt, keine Beschriftung und kein Ort stellen einen Bezug zu einer realen Gegend her. Vielmehr gestalten wir die Landschaft selbst.

SpielertableauNun ist jeder Spieler sein eigener Herr und erhält eine kleine Planungstafel. Auf dieser finden bis zu acht Arbeiter Platz. Außerdem sind vier Gebäude darauf abgebildet, die wir für die Umsetzung unserer Vorhaben aufsuchen können. Eine Spielfigur, die uns repräsentiert, zeigt an, was wir gerade machen.
Damit wir die Gestaltung vornehmen können benötigen wir Rohstoffe. Hierfür stellen wir Arbeiter an, von denen wir bei Spielbeginn bereits vier - ohne Lohnzahlung - bekommen. Ein Arbeiter produziert eines von fünf Gütern, z. B. liefert der Bauer Getreide, der Steinmetzt stellt Steine her und der Münzer Münzen. Um nun Rohstoffe zu bekommen, müssen wir den Handwerker aufsuchen und erhalten von ihm sowie von allen Kollegen, an denen wir vorbeigegangen sind, ein Gut.

Haben ich meiner Meinung nach genügend Güter kann ich die Gebäude aufsuchen. Im Handelshaus kann ich neue Arbeiter anwerben und Tauschhandel vornehmen; bei letzterem tausche ich Münzen in Güter oder Güter in Münzen. Als nächsten folgt das Bauamt. Hier nun darf ich Straßen und Häuser erbauen und Märkte errichten. Straßen sind zweiteilig und werden auf die Seiten der Dreiecke gebaut. In der Mitte der Straße wird ein Meilenstein (auf einen aufgedruckten) Meilenstein gesetzt und dafür gibt es Siegpunkte. Märkte kommen auf die Plätze innerhalb oder am Ende einer Straße, an der kein Meilenstein steht. Bleiben die Dreiecke: Hier hinein werden die Häuser gebaut. Dies ist aber nur erlaubt, wenn sich mindestens an einer der drei Seiten des Dreiecks eine Straße befindet.
Ähnlich geht es im nächsten Gebäude, der Mühle zu. Hier werden die Märkte beliefert, was Siegpunkte und eine Münze bringt. Zum Schluss geht es in die Burg. Hier nun ruht sich ein Arbeiter aus, der zukünftig nicht mehr produzieren wird. Außerdem wird der Bestand an Gütern kontrolliert und alles über drei Güter wird beschlagnahmt. Damit endet der Rundgang auf meiner Planungstafel und ich komme wieder zu den Arbeitern …
Das Spiel endet bei einer von der Spielerzahl abhängigen Anzahl von Siegpunkten. Nun kommt noch eine Schlusswertung, in der die Anzahl der verschiedenen Arbeiter verglichen werden. Die Mehrheiten hier können das Spielergebnis noch einmal gehörig verändern.

Spielplan

Zunächst klingt die Beschreibung nach einem von vielen "ich bekomme Rohstoffe und bau damit etwas für Siegpunkte"-Spiel. Dies ist so, doch gibt es genügend Besonderheiten, die es aus der Masse hervorhebt. Auffällig ist hier die individuelle Planung: Die Planungstafel arrangiere ich mir mit den Arbeitern nach meinen Präferenzen. Außer der Konkurrenz um die Arbeiter im Handelshaus können die Mitspieler hier nicht eingreifen. Auch die Zugregel meiner Figur mutet seltsam an: Ich darf sie pro Spielzug zwei Mal bewegen; führe somit einen Doppelzug aus. Dabei darf ich, bis auf die Burg, jeden Arbeiter und jedes Gebäude überspringen. Hier werden viele Freiheiten auf eine unkonventionelle Art geboten.
Gleiches gilt für die Wertungen. Jede ist einfach, alle sind unterschiedlich und auf ihre Weise originell. Damit sie leicht zu merken und durchzuführen sind, gibt es auf dem Spielplan sehr anschaulichen Illustrationen. Zuletzt gibt es noch die Bonuschips, drei pro Handwerker, 15 insgesamt. Sie werden auf bestimmte Dreiecke des Spielplans verteilt. Sie bringen während des Spiels zusätzliche Siegpunkte und zählen für die Schlusswertung. Vor allem sorgen sie zusammen mit der Startauslage der Arbeiter aber für unterschiedliche Startbedingungen in jeder Partie.
Gleichzeitig gibt es aber auch taktische Einschränkungen. Bonuschips bekomme ich am einfachsten mit Straßen. Damit sind Stein und Sand, die für Straßen gebraucht werden, am wertvollsten. Holz und Münzen sind etwa gleich viel wert. Münzen sind flexibel, können aber nur 2:1 in Güter getauscht werden und erfordern zwangsweise einen Stopp im Handelshaus. Holz hingegen ist direkt für Märkte und Häuser zu gebrauchen, trägt aber nichts zu Straßen bei. Getreide ist das schwächste Gut, nicht nur weil es inflexibel ist, sondern weil es auch immer einen Stopp an der Mühle verlangt.

SteinmetzeInsgesamt haben Ralf zur Linde und Stefan Dorra mit Milestones ein Rohstoffspiel geschaffen, das aus meiner Sicht etliche originelle Komponenten besitzt. Es ist gut, dass die Güter nicht alle gleichwertig sind, weil dadurch Beliebigkeit bei den Arbeitern vermieden wird. Schade finde ich jedoch, dass durch die Bedeutung der Straßen ein Zwang zu Stein und Sand besteht. Ohne dieses Manko, wäre das Spiel aus meiner Sicht vielfältiger und hätte ein Spitzenspiel sein können statt "nur" ein gutes und gut ausgestattetes Spiel zu sein. (wd)

Steckbrief
Milestones

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Stefan Dorra, Ralf zur Linde eggertspiele 2 - 4 Spieler ab 10 Jahre 60 - 90 Minuten Klemens Franz