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Mundus NovusMundus Novus

"Mundus Novus ("Neue Welt") ist der Titel eines Reiseberichtes, den Amerigo Vespucci im Jahre 1502 als Brief an den florentinischen Adligen Lorenzo di Pierfrancesco de Medici sandte. In dem Reisebericht erzählt Vespucci von seiner dritten Reise nach Südamerika (Mai 1501 - September 1502). " Dies Zitat stammt aus Wikipedia.

In dieser Welt ist nun das gleichnamige Spiel angesiedelt. Es werden zwar viele Begrifflichkeiten und Personen aus der damaligen Zeit verwendet, doch ein Hineinfinden in das Spiel mit Hilfe der Thematik ist kaum möglich. Daher gebe ich nur eine abstrakte Beschreibung.

Gespielt wird mit zwei Kartentypen.
Der Entdecker Hernan Cortes bringt jede Runde 3 DublonenZum einen gibt es Entwicklungskarten, die einem Vorteil im Spiel geben. Von diesen werden fünf in einer Reihe aufgedeckt, der Rest liegt am Ende der Reihe als verdeckter Nachziehstapel.

Inka-ReliquieZum anderen gibt es Warenkarten, wobei es die Werte 1 bis 3 häufig, 4 bis 6 durchschnittlich oft und 7 bis 9 selten gibt. Außerdem gehören seltene Inka-Reliquien zu den Waren. Drei dieser Karten liegen offen in der Mitte aus.

Zu Beginn einer Runde erhält jeder Spieler fünf Warenkarten. Zu diesen fünf Karten können später noch weitere durch Entwicklungskarten hinzukommen.
Der Startspieler, hier Handelsherr genannt, bestimmt wie viele Karten (zwischen zwei und vier), jeder Spieler zum Tausch anbieten muss. Alle legen verdeckt die angegebene Anzahl von Karten aus ihrer Hand aus und decken diese gleichzeitig auf. Derjenige, der in dieser Handelsphase den höchsten Wert herausgelegt hat, wird neuer Handelsherr. Dann darf der neue Handelsherr sich eine Karte aussuchen, und derjenige Spieler, dem diese Karte gehört ist danach an der Reihe. Man kann die gewählte Karte nehmen, oder sie gegen eine, die in der Mitte liegt, austauschen.

Der Händler verwandelt eine Handkarte in eine 4, 5, oder 6.Sind alle Karten neu vergeben, geht es in die Fortschrittsphase, in der man mit seinen Warenkarten Dukaten (=Siegpunkte) oder Entwicklungen kauft. Je mehr verschiedene Karten (ab vier) man hat, desto mehr Dukaten bekommt man dafür. Inka-Reliquien sind deutlich wertvoller als "normale" Waren. Sie können auch gegen Dukaten eingetauscht werden. Auch hier gilt: Je mehr man gesammelt hat, desto mehr ist die einzelne Karte wert. Die Reliquien haben jedoch noch eine weitere Funktion.
Um Entwicklungen zu kaufen, muss man mindestens drei gleiche Karten vorweisen. Hier kann man Reliquien als Joker einsetzen. Hat man die Werte 1, 2 oder 3 dreifach, darf man die erste Karte der Entwicklungen dafür kaufen. Hat man vier gleiche der kleinen Karten, darf man eine der ersten drei Kartenkaufen. Diese Auswahl erhält man auch für drei der mittleren Karten. Für fünf gleiche kleine, vier gleiche mittlere oder drei gleiche hohe Karten hat die die freie Wahl aus allen Entwicklungen, die ausliegen.
Der Handelsherr bestimmt, wer mit dem Fortschrittskauf beginnt. Liegen dort Fortschrittskarten, die uninteressant sind, lässt man gegebenenfalls einen anderen Spieler anfangen, da bei einem Kauf die Karten weiter nach vorn rücken, und von hinten ersetzt werden. Hat man seinen Fortschritt beendet, legt man alle übrig gebliebenen Karten ab.

Mais hat den Wert 2Die Entwicklungen sind sehr vielseitig.
Zum Beispiel kann man Karavellen, die jede Runde eine weitere Ware bringen,oder Lager,die es erlauben Karten mit in die nächste Runde zu nehmen kaufen. Händlerkönnen die Werte von Karten verändern und Karavellen bringen mehr Handelskarten. Außerdem kann man Personen, die in der damaligen Zeit lebten, und vorteilhafte Effekte im Spiel haben, einstellen. Einige dieserr Karten bringen zusätzlich zum Vorteil jede Runde noch Dublonen ein.

Einige der Fortschrittskarten haben ein Icon, das ein Ereignis bestimmt. Liegt eine solche Karte zum Beginn einer Runde auf Platz eins, tritt das Ereignis ein. Die meisten Ereignisse dieser Art sind negativ. So macht ein Lagerbrand die Nutzung aller Läger unmöglich oder Indianer vermindern den Wert von unterschiedlichen Waren. Das Spiel ist in der Runde beendet, in der ein Spieler 75 Dublonen besitzt, oder wenn ein Spieler die perfekte Kombination aus 9 verschiedenen Waren und einer Inka-Reliquie besitzt.

Eine Bewertung des Spieles fällt mir schwer, denn die Spielregel bietet eine recht hohe Einstiegshürde. Einige Passagen sind je nach Sprache unterschiedlich übersetzt und erst das Hinzuziehen einschlägiger Quellen, z. B. BGG half, das Spiel mit Vergnügen spielen zu können.
Daher kann ich nur mit der gedruckten deutschen Regel Mundus Novus beim besten Willen nicht empfehlen. Normalerwiese bespreche ich das Spiel so, wie es aus der Schachtel kommt, doch der Mechanismus hat mich angesprochen. Daher sagte ich mir: " Wozu gibt es das Internet?" Leider ist dies ein Weg, der in letzter Zeit häufiger gegangen wird: Erst mal eine Regel zusammenflicken, und dann im Internet nachbessern.

Das Lager erlaubt, eine Karte mit in die nächste Runde zu nehmen und erbringt jede Runde eine DubloneNach einiger Recherche konnten wir die meisten unklaren bzw. in verschiedenen Sprachen unterschiedlichen Passagen klären. Für die nicht geklärten Punkte haben wir Hausregeln eingeführt. Jetzt macht das Spiel richtig Spaß.
Mit einer besseren redaktionellen Arbeit wäre dieser Aufwand nicht nötig gewesen, und ich hätte das Spiel besten Gewissens empfehlen können. Zuckerrohr hat den Wert 6.Auch die Zeitangabe ist etwas irreführend. Zu zweit spielt man es in einer halben Stunde durch, zu sechst kann es auch mal anderthalb oder sogar zwei Stunden dauern. Mir persönlich gefällt es am besten zu viert. Dann sind ausreichend Karten im Spiel, aber die Spieldauer wird nicht zu lang.

KaravelleMundus Novus stellt einige Anforderungen an die Spieler. Es ist wichtig neben der Fortschrittsauslage auch die Möglichkeiten und Handlungen der Mitspieler genau im Auge zu behalten. Ein Spieler, der nur seinen eigenen Vorteil sieht, und nicht beachtet, wie die Mitspieler agieren, kann so leicht zum Königsmacher werden. Taktisch stehen mehrere Wege offen. Ich habe sowohl Siege durch die Geldsumme, als auch durch die perfekte Kombination erlebt. Während der Handelsphase ist man immer dabei, und hofft, recht früh zum Zuge zu kommen, doch oft sieht man die gewünscht Karte auf der Hand eines Vorgängers verschwinden. Man muss das Angebot richtig lesen und ggf. noch umschwenken um sein Ziel zu erreichen.
Wichtig ist es, das richtige Verhältnis zwischen Dublonenkauf und Fortschrittskarten zu finden. Um mehr als fünf Karten zur Verfügung zu haben, muss man Fortschrittskarten erwerben, doch Fortschrittskarten kosten viele Warenkarten und wollen gut zusammengestellt sein. So muss man viele kleine Entscheidungen treffen, und wenn keine Grübler am Tisch sind, vergeht die Zeit wie im Fluge.
Das Spielthema hilft leider nicht zum intuitiven Spiel, die Karten bringen wenig exotisches Flair ins Spiel. Man redet zum Beispiel von Kartenwerten 3 oder 6 und nicht von Mais oder Zuckerrohr.

Es bleibt das Resümee: Die Regeln sind fürchterlich, das Thema ist aufgesetzt, das Spiel selbst aber ist kurzweilig und macht, wenn man es verstanden hat, viel Spaß. (bd)

Steckbrief
Mundus Novus

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Bruno Cathala, Serge Laget Asmodee 2 - 6 Spieler ab 14 Jahre ca. 45 Minuten Vincent Dutrait, Stéphane Gantiez