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MammutMammut

Es gibt Spiele, bei denen mir zunächst jede Vorstellung fehlt, wie sie ablaufen. Das mag nach einer Erklärung sein oder aber nach dem Lesen der Regel. Manchmal bin ich dann gespannt auf das Spiel, manchmal einfach nur enttäuscht, weil ich nicht genug verstanden habe und so manches Mal kann ich mir dann einfach den Ablauf des Spiels nicht vorstellen. Alles was ich in dieser Richtung erlebt habe, wurde übertroffen von Mammut. Als mir das Spiel das erste Mal erklärt wurde, hieß es, der Spieler kann sich alles nehmen, was er möchte, und zwar entweder aus der Mitte oder von einem Spieler. Wenn dann alle Spieler mit ihrem Anteil zufrieden sind, werden die Anteile gewertet. Wie bitte schön soll das gehen? Wenn ich mir nehmen darf, was ich will, dann bin ich doch nur mit allem zufrieden, oder? Hier nun war meine Neugier geweckt …

viele viele Plättchen mit Beute vom MammutFür die Verteilung gibt es eine kleine, aber passende Geschichte, für die wir zurück in die Steinzeit gehen. Soeben haben die Spieler mit vereinten Kräften ein Mammut erlegt und es geht an das Verteilen der Beute. Da gibt es Fleisch, Fell, Stoßzähne und manches, was noch nicht identifiziert wurde. Dazu sind auch einige Feuer angefacht worden und zusätzlich wurden ein paar Kleintiere erlegt. All diese Dinge befinden sich auf doppelseitig bedruckten Plättchen. Zum Zeichen, dass das Mamut erlegt worden ist, werden die Plättchen aus einem Beutel auf den Tisch fallen gelassen, was durch den Segen des Schamanen unterstützt wird.
Von nun ab teilen sich die Spieler die Beute. Der erste Spieler nimmt sich dazu eine beliebige Anzahl an Plättchen - er darf sogar alle nehmen. Danach ist immer der Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe, der keine Beute vor sich liegen hat. Er nimmt sich nun entweder einen beliebigen Teil aus der Mitte oder aber die gesamte Beute eines anderen Spielers. In diesem Fall muss er jedoch mindestens ein Plättchen in die Mitte zurücklegen. Die Beute wird also kleiner sein als vorher. Irgendwann hat nur noch ein Spieler keine Beute. Möchte er die Plättchen aus der Mitte nehmen, so muss er alle nehmen und beendet damit die Verteilung. Jeder hat nun einen Teil des erlegten Mammuts bekommen.

Aktionskarten: ein Plättchen drehen und 4 Siegpunkte für die meisten StoßzähneDie Beute wird nach verschiedenen Kriterien bewertet, wobei es meistens Siegpunkte gibt: Stoßzähne bringen direkt welche, während es beim Fleisch darum geht, möglichst mehr als die Mitspieler zu haben. Felle werden aus allen Runden zusammen gewertet und beim Feuer darf man schließlich nicht am wenigsten haben. Es sind also viele Wertungsarten vertreten. Vorhin sprach ich vom Segen des Schamanen. Dieser liegt auch als Plättchen bei und entscheidet Gleichstände. Der Besitzer gewinnt sie immer. Danach bevorzugt der Segen Spieler im oder gegen den Uhrzeigersinn, je nach Seite des Plättchens.
Damit nun nicht alles berechenbar ist, gibt es Plättchen mit einem "?" sowie Aktionskarten. Die ?-Plättchen verbergen ihre Beute und werden erst kurz vor der Wertung umgedreht. Die Aktionen können immer dann gespielt werden, wenn ein Spieler Beute nehmen muss. Manche Aktionen werden offen ausgespielt. Sie erlauben es dem Spieler, sich Vorteile zu verschaffen, wie zum Beispiel unter ?-Plättchen zu schauen. Andere werden verdeckt gespielt. Sie bringen zusätzliche Wertungen ins Spiel, und werden wie die ?-Plättchen erst zur Wertung aufgedeckt.
Ja nach Spielerzahl werden vier oder fünf Mammuts erlegt und die Verteilung bewertet. Zuletzt bringen dann noch Kleintiere, die man über alle Runden gesammelt hat, ihre Punkte. Schließlich gewinnt der, der die meisten davon hat.

Die sieben TiereIch nehme es vorweg: So merkwürdig es geklungen hat, so gut funktioniert das Spiel. Dabei hängt vieles von den Spielern ab. Bescheidenheit und Genügsamkeit sind hier fehl am Platze, Raff- und Habgier nicht. Einem anderen Spieler die Beute wegzunehmen ist hier fester Bestandteil des Spiels und wer sich das nicht traut, sich mit wenig begnügt und um des Kompromisses Willen vorzugsweise den Rest aus der Mitte nimmt, wird wenig zum Spiel beitragen und auch kein gutes Ergebnis erzielen.

Die Meinungen meiner Mitspieler waren dementsprechend gespalten. Wer diese Art der Verteilung ablehnte, empfand es lediglich als Hin- und Herschieben von Plättchen. Leider kann schon ein solcher Spieler die Freude an dem Spiel mit seinem Verhalten und seiner Spielweise trüben. Ist jedoch eine Runde von Spielern bei Mammut, bei der alle das Spiel mögen, so kommt eine Stimmung auf, die ich als lockere Anspannung bezeichne. Sie schwankt stark zur Lockerheit, wenn - was wiederholt vorgekommen ist - kreative Aufteilungen für Aha-Erlebnisse und Heiterkeit sorgten. Je weiter ein Spiel fortschritt, je mehr setzte sich die Anspannung durch, weil man jederzeit zittert und hofft, dass einem die Beute genommen oder nicht genommen wird. Welche Richtung die Hoffnung einschlägt, hängt dann davon ab, ob man seinen Beuteanteil für gut befindet und behalten möchte oder ob man lieber noch einmal in das Spielgeschehen eingreifen möchte.

MammutsBei solch gemischter Resonanz fällt ein Fazit besonders schwer, vor allem auch, weil neutrale Meinungen zu Mammut selten sind. Ich beschränke mich daher auf die positive Hälfte der Meinungen: Wer eine Spielrunde hat, die einem eigenwilligen, kreativen Verteilungsmechanismus offen gegenüber steht, erhält ein kurzweiliges, spaßiges Spiel. (wd)

Steckbrief
Mammut

Autoren Verlag Spieler Alter Spieldauer Gestaltung
Kristian Amundsen Østby Queen Games 2 - 5 Spieler ab 8 Jahre ca. 30 Minuten Oliver Schlemmer